Vendée GlobeEr macht’s noch einmal – Oliver-Heer-Kampagne gestartet

Tatjana Pokorny

 · 17.02.2026

So war Oliver Heer 2023 zu seiner Vendée-Globe-Premiere aufgebrochen. Drei Jahre später erfolgte nun der offizielle Startschuss für die zweite Kampagne.
Foto: Oliver Heer Ocean Racing/Tut Gut.
Er hat ein Team, ein Boot und den unbedingten Willen: Der Schweizer Oliver Heer hat nach harter Vendée-Globe-Premiere 2024/2025 den offiziellen Startschuss zu seiner Folgekampagne gegeben. Das neue Kapitel schlägt Heer mit einem spannenden und bereits übernommenen Imoca-Foiler, einem engagierten Team, loyalen Partnern und massiver Entschlossenheit auf.

Der Tag der Veröffentlichung seiner neuen Pläne ist kein Zufall. Am 17. Februar 2025 hatte Oliver Heer um 18.29 Uhr die Ziellinie seiner ersten Vendée Globe vor Les Sables-d’Olonne passiert. Die gemeisterten Höhen und Tiefen seiner ersten Solorunde um die Welt liegen an diesem 17. Februar 2026 genau ein Jahr zurück. In 99 Tagen, 20 Stunden, 6 Minuten und 11 Sekunden hatte der Schweizer mit betagtem Boot und viel Kampfgeist bei seiner Premiere Platz 29 ersegelt. Beim zweiten Mal soll vieles anders und vor allem besser werden.

​Das Überqueren der Ziellinie meiner ersten Vendée Globe war nie das Ende der Geschichte – es war der Anfang von etwas Neuem.” Oliver Heer

Das neue Kapitel hat mit der Übernahme einer namhaften Imoca längst begonnen. Mit dem offiziellen Startschuss seiner Kampagne an diesem 17. Februar gab Oliver Heer bekannt, dass er im zweiten Vendée-Globe-Anlauf mit dem Boot arbeiten will, mit dem Landsfrau Justine Mettraux als beste Skipperin der letzten Auflage so furios auf Platz acht gesegelt war. Aktuell wird die Ex-”TeamWork – Team Snef” in Lorients beim Team Beyou umfassend überholt. Im Anschluss folgen Tests und Trainings in französischen Gewässern.

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Vendée Globe: zweiter Anlauf mit starkem Boot

​Der erste sportliche Meilenstein der neuen Kampagne soll The Ocean Race Atlantic sein. Das neue Imoca-Transat für Crews führt seine Herausforderer am 1. September von New York nach Europa. Oliver Heer sieht in diesem Rennen eine gute Gelegenheit, sein Team und das Boot im direkten Vergleich mit einer hochklassigen internationalen Konkurrenz erstmals zu testen. Zum Überblick über alle Imoca-Rennen der Saison geht es hier.

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Beim Neustart ist dem 37-jährigen Weltumsegler aus Zürich vor allem die Konkurrenzfähigkeit wichtig. Dafür hat Heers Team schon im vergangenen Jahr intensiv gearbeitet. Oliver Heer sagt: “Mir war klar, dass die zweite Kampagne größer, strukturierter und leistungsorientierter sein muss. In den letzten zwölf Monaten haben wir unsere Erfahrungen genutzt, ein neues Partnerschaftsmodell aufgebaut, starke Unterstützer gewonnen, ein Foiling-Boot übernommen und eine neue Teamstruktur geschaffen.

Unser Ziel ist klar: eine konkurrenzfähige Kampagne für die Vendée Globe 2028.” Oliver Heer

Mit seinen Plänen und ersten großen Schritten will Oliver Heer den Schritt vom sportlich ehrgeizigen Abenteurer in den Hochleistungsmodus gehen. Auf Kurs Vendée Globe 2028/2029 wollen Oliver Heer und sein Team, “die damals gesammelten Erfahrungen nun in eine strukturierte und ambitionierte Kampagne einfließen zu lassen”.

Mit “Schweizer Entschlossenheit” ins zweite Solo um die Welt

Fernziel ist es, “auf höchsten Niveau im professionellen Hochseesegeln anzutreten und Schweizer Entschlossenheit auf internationale Bühne zu zeigen”. Mit der Bossard Gruppe und dem Unternehmen Burgerstein Vitamine hat das Team Oliver Heer Ocean Racing bereits Partner an Bord. Um weitere Unterstützer wird geworben.

In Zusammenarbeit mit dem Mental-Performance-Experten Prof. Dr. Wolfgang Jenewein, langjährigem Coach von Oliver Heer und Berater von Führungskräften in ganz Europa, soll die Schweizer Initiative laut Team “verdeutlichen, dass nachhaltiger Erfolg auf einer erlernbaren Denkweise basiert – und Menschen ermutigen, ihre eigenen Herausforderungen als Chancen zu begreifen.”

Zu den Herausforderungen von Oliver Heer zählt auch der Umstieg auf einen Imoca-Foiler. Im Team-Statement hieß es dazu: “Der Wechsel auf ein Foiling-Imoca-Boot ist vergleichbar mit dem Umstieg von einem leistungsstarken Sportwagen auf ein Formel-1-Auto – faszinierend, anspruchsvoll und verbunden mit einer völlig neuen Dimension der Vorbereitung.”

Auch für Boris Herrmann gilt: ab heute sind es noch 999 Tage bis zum Vendée-Globe-Start

Die elfte Edition der Vendée Globe startet am 12. November 2028 um 13.02 Uhr in Les Sables-d’Olonne. Für Oliver Heer und sein Team bleiben mit dem offiziellen Kampagnenstart an diesem 17. Februar 999 Tage bis zum Start ins zweite Solo um die Welt. Mit von der Partie wird dann auch Deutschlands bekanntester Offshore-Profi Boris Herrmann bei seiner dritten Teilnahme sein. Team Malizia baut dafür aktuell eine neue Imoca in Frankreich, die im Sommer getauft wird.

Für den sechsmaligen Weltumsegler Boris Herrmann ist und bleibt die Vendée Globe der Everest der Meere: “Alleine nonstop um die Welt – es gibt nichts Größeres. Es gibt kein schwierigeres Rennen als die Vendée Globe. Deshalb hat es diese unglaubliche Faszination.” Und der folgen auch Oliver Heer und sein Team erneut.

“Ich habe das Gefühl, dass das hier der Beginn von etwas Neuem, noch Größerem sein wird.” Diese Worte sprach Oliver Heer bei seiner Pressekonferenz nach seinem ersten Vendée-Globe-Zieldurchgang am 17. Februar 2025. Jetzt will er mit seinem Team wahrmachen, was er damals sagte:

Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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