Vendée Globe

Vendée Globe: Die letzten Vendée-Vorspiele: doppelter Transatlantik-Test

Tatjana Pokorny

 · 10.03.2020

Vendée Globe: Die letzten Vendée-Vorspiele: doppelter Transatlantik-TestFoto: Thierry Martinez

Mit dem Transat CIC von Brest nach New York ab 10. Mai und retour nach Frankreich ab 16. Juni ist auch Boris Herrmann im Sommer transatlantisch gefordert

Von erholsamen Sommerferien kann für die kommenden Vendée-Globe-Herausforderer in diesem Jahr keine Rede sein. Viele Imoca-Solisten bereiten sich mit zwei Transatlantik-Rennen in Folge auf ihre Härteprüfung im Winter vor. Ab 10. Mai geht es mit dem Klassiker The Transat CIC zunächst von Brest nach New York. Für diese Hin-Regatta haben 17 Skipperinnen und Skipper gemeldet. Noch zehn mehr, also insgesamt 27, wollen dabei sein, wenn es ab 16. Juni von New York zurück nach Les Sables-d'Olonne geht – in jenen legendären Start- und Zielhafen der Vendée Globe, die ihre Teilnehmerflotte ab 8. November nonstop und ohne Hilfe von außen einmal um die Welt führt.

  Mit den schnellen Imoca-Geschossen wie "Charal" geht es zügig über den AtlantikFoto: Yavan Zedda/Défi Azimut
Mit den schnellen Imoca-Geschossen wie "Charal" geht es zügig über den Atlantik

Davor liegt für viele Vendée-Hoffnungsträger der doppelte Transatlantik-Test über jeweils rund 3500 Seemeilen. Zunächst geht es mit The Transat CIC von Ost nach West über den großen Teich. Weil bis dahin noch nicht alle Vendée-Boote fertig sind oder andere Gründe gegen zwei Transatlantik-Rennen sprechen, sind auf dem Hinweg von Brest nach New York voraussichtlich nur die gemeldeten 17 Boote und ihre Steuerleute mit von der Partie. Auf dem Rückweg vergrößert sich das Teilnehmerfeld mit dem von der Imoca-Klassenvereinigung in enger Zusammenarbeit mit der französischen Region Vendée und der Stadt Les Sables-d'Olonne ausgerichteten Transat New York–Vendée–Les Sables-d'Olonne auf 27 Starter deutlich. Dann werden fünf Seglerinnen und 22 Segler ihr Material ein letztes Mal auf die Probe stellen, bevor für die Mehrheit mit der neunten Auflage der Vendée Globe der ultimative Härtest ansteht.

  Mit von der transatlantischen Partie: Samantha "Sam" Davies auf "Initiatives Cœur"Foto: Yavan Zedda/Défi Azimut
Mit von der transatlantischen Partie: Samantha "Sam" Davies auf "Initiatives Cœur"

Beide Rennen über den Atlantik genießen mit Faktor vier eine wichtige Bedeutung für die Wertung der Imoca Globe Series. In der akuellen Rangliste 2020/21 liegt Boris Herrmann hinter Paul Meilhat (206 Punkte) und Yann Eliès (192 Punkte) mit 180 Zählern auf dem Konto auf Platz drei. Der in Hamburg lebende Segelprofi wird an beiden Transat-Rennen teilnehmen.

Auf dem Kurs von New York nach Les Sables-d'Olonne werden erstmals alle acht für die Vendée Globe 2020/21 neu gebauten Boote an der Startlinie zu einem gemeinsamen Rennen erwartet. Mit von der Partie ist auch Titelverteidiger Jérémie Beyou auf "Charal". Der Franzose wird auf seinem schnellen Foiler versuchen, den 2016 selbst aufgestellten Rekord von 9 Tagen, 16 Stunden, 57 Minuten und 49 Sekunden zu unterbieten. Mit ebenfalls neuen Booten starten Charlie Dalin ("Apivia"), Thomas Ruyant ("Advens for Cybersecurity"), Kojiro Shiraishi ("DMG Mori Global One"), Sébastien Simon ("Arkea Paprec"), Alex Thomson ("Hugo Boss"), Armel Tripon ("L'Occitane en Provence") und Nicolas Troussel ("Corum L'Epargne"). Es dürfte interessant werden, wie sich die Entwürfe von insgesamt vier verschiedenen Designern im Wettstreit miteinander bewähren. Insgesamt werden voraussichtlich 17 Foiler unter den 27 Booten sein. Das ist mit 63 Prozent die Mehrheit.

"Das Boot ist auf dem Papier siegfähig"

  "Malizia"-Skipper Boris HerrmannFoto: Andreas Lindlahr / Team Malizia
"Malizia"-Skipper Boris Herrmann

Die Teilnehmer an diesem Transatlantik-Test kommen mehrheitlich aus Frankreich, aber auch aus Großbritannien, Deutschland, der Schweiz, Italien, Japan und Neuseeland. Boris Herrmann will die Langstrecken von Europa nach Amerika und zurück für intensive Tests, einen Leistungsvergleich zwischen der stark überarbeiteten "Malizia" und den Neubauten und die entsprechende Standortbestimmung nutzen. Herrmann sagt: "Wichtig ist, dass wir ohne Crash sicher ankommen, alle Modifikationen validieren und das 'neue' Boot – die Malizia 2.5 – segeln lernen. Das Boot ist ab jetzt auf dem Papier siegfähig, und ich würde mich über eine Top-Fünf-Platzierung beim Transat CIC freuen."

Hier geht es zur Homepage der Imoca-Klassenvereinigung und weiteren Informationen.

  Boris Herrmanns "Malizia" vor ihrem RefitFoto: Andreas Lindlahr/Team Malizia
Boris Herrmanns "Malizia" vor ihrem Refit

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