Vendée GlobeBernard Stamm ist ausgeschieden

Lars Bolle

 · 09.01.2013

Vendée Globe: Bernard Stamm ist ausgeschiedenFoto: Pakea Bizcaia
Die Kraftstoffübergabe per Leine von der "Pakea Bizcaia" auf Bernard Stamms "Cheminées Poujoulat"
Der Schweizer hat die Regatta um die Welt aufgegeben. Die unvermeidbare Übernahme von Kraftstoff für den Generator ließ ihm keine Wahl

Um 18.11 Uhr GMT gestern Abend hat der Schweizer Bernard Stamm die Vendée Globe aufgegeben. Zuvor war durch den Ausfall beider Hydrogeneratoren die Energieversorgung zusammengebrochen. Dicht unter der Küste Kap Hoorns hatte Stamm am Nachmittag 30 Liter Diesel für den Dieselgenerator von seinem Freund und ehemaligen Konkurrenten, dem Basken Unai Basurko, übernommen. Basurko befand sich mit der Expeditionsyacht "Pakea Bizcaia" in der Gegend.

  Der Kraftstoff wurde per Schlauchboot übergebenFoto: Pakea Bizcaia Der Kraftstoff wurde per Schlauchboot übergeben

Seit Sonntag segelte Stamm ohne Autopilot in Kälte und schwierigen Bedingungen. Nur fünf Stunden habe er in dieser Zeit geschlafen. Bei der Übergabe war er völlig entkräftet.

Mit der Kraftstoffübernahme verstieß Stamm jedoch gegen eine Rennregel, die Hilfe von außen während der Regatta untersagt. Sobald die Batterien aufgeladen waren, informierte der Schweizer die Rennleitung über seine Aufgabe. Er setzt jetzt zwar die Weltumsegelung bis Les Sables d'Olonne fort, jedoch außerhalb der Wertung.

Für Stamm war es der dritte erfolglose Versuch, bei der Vendée Globe ins Ziel zu segeln. 2000/01 musste er wegen technischer Probleme schon vor dem Start aufgeben, 2008/09 erlitt er einen Ruderbruch.

Lars Bolle

Lars Bolle

Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und Gründer von YACHT-Online. Viele Jahre war der Diplom-Sportwissenschaftler als Redakteur der YACHT in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat die größten Segelsport-Veranstaltungen der Welt begleitet, vom America's Cup bis zu Olympischen Spielen. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu europaweiten Charter-Törns.

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