"Wenn du einmal etwas angefangen hast, dann musst du es auch beenden." Das sagte Pieter Heerema vor dem Vendée-Start – und handelte danach. Sein Boot mit dem bezeichnenden Namen "no way back" hatte der Holländer nach 116 Tagen, 9 Stunden, 24 Minuten und 12 Sekunden auf See bereits am Donnerstagabend über die Ziellinie gebracht. Heute wird der 65-Jährige im Start- und Zielhafen Les Sables d'Olonne gefeiert. Der Niederländer hat die achte Auflage der Solo-Regatta um die Welt über 29.747 Seemeilen in einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 10,65 Knoten absolviert und Platz 17 in der Flotte der 29 Skipper erkämpft, die im November in die Hatz um den Globus gestartet waren.
Heerema hatte gleich zum Auftakt der Vendée viele Meilen verloren, als er technische Probleme mit dem Großfall-Schloss und einem Ruderblatt hatte, das immer wieder hochklappte. Dazu litt er über mehrere Tage an starken Rückenschmerzen. Als er die Lage wieder im Griff hatte, war er mit seinem neuen foilenden Boot auf Platz 25 zurückgefallen. Begleitet von weiteren technischen Problemen, einem immer wieder versagenden Autopiloten und anderen Rückschlägen, brachte es sein Boot, so schrieb Heerema etwa zur Halbzeit, nur auf 60 Prozent der möglichen Leistung.
Dass Heerema einer der neun "Rookies", einer der Erstteilnehmer war, lässt sein Alter nicht unbedingt vermuten. Der Geschäftsmann und ambitionierte Amateursegler hatte sich als langjähriger Vendée-Fan bei einer Begegnung mit Frankreichs Segellegende Michel Desjoyeaux im Rahmen einer Drachen-Regatta im Frühjahr 2015 zur eigenen Teilnahme inspirieren lassen. Der in Südamerika geborene und im Alter von elf Jahren nach Holland übergesiedelte Heerema begann sich dann auf das Solosegeln zu konzentrieren und intensiv zu trainieren. Dennoch ging der ehemalige 470er-, Yngling-, J22- und J24-Segler mit vergleichsweise wenig Einhand-Erfahrung ins Rennen.
Für seine Premiere hatte er ein ursprünglich für den Italiener Andrea Mura auf der Persico-Werft gebaute VPLP-Verdier-Boot übernommen, mit Desjoyeaux und Mer Agité trainiert und sich mit zwei Atlantik-Überquerungen vorbereitet. Zu seiner Motivation hatte Heerema vor dem Start erzählt: "Ich mag lange Strecken, Angeln und Grillen, was ich gefangen habe. Ich mag meine Ferien nicht im Hotel verbringen. Ich mag das einfache Leben und liebe es darüber hinaus, auf See zu sein." Dem nicht mehr ganz jungen Vendée-Aspiranten war klar: "Ich habe einen langen Weg vor mir. Ich weiß, dass ich kein Frühlingsküken mehr bin. Aber lasst mich eines klarstellen: Die Platzierung, die ich bei der Vendée Globe erreichen kann, die ist nicht so sehr wichtig für mich. Meine Herausforderung besteht darin, die Reise zu beenden und den ganzen Kurs um die Welt allein zu schaffen." Das ist ihm gelungen. Dafür wird er auch in seiner Heimat gefeiert!

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