Vendée GlobeAlex Thomson als Zweiter über die Linie

Andreas Fritsch

 · 19.01.2017

Vendée Globe: Alex Thomson als Zweiter über die LinieFoto: VINCENT CURUTCHET / DPPI /Vendee

Der Brite segelte heute Morgen um halb neun im Sonnenaufgang ins Ziel vor Les Sables d'Olonne. Bei Eiseskälte feierten die Fans seine Leistung

Sichtlich erleichtert riss Thomson die Arme hoch, ballte die Fäuste, freute sich über die eigene starke Leistung, der auch Gegner Armel Le Cléac'h gestern Respekt gezollt hatte.

  Alex Thomson im ZielFoto: VINCENT CURUTCHET / DPPI /Vendee
Alex Thomson im Ziel

Fast schon aufgedreht stellte sich der Brite den ersten Fragen noch auf dem Boot. Ein paar Minuten kann sich der französische Journalist noch zügeln, dann kommt die entscheidende Frage: "Sind Sie 2020 wieder dabei?" Thomson zögert keine Sekunde: "Dritter Platz, zweiter Platz – nächstes mal würde ich gern einen Platz besser sein! Wenn ich ein Projekt auf die Beine stellen kann, nehme ich wieder teil."

  Das gebrochene FoilFoto: JEAN MARIE LIOT / DPPI / VENDEE GLOBE
Das gebrochene Foil

Der übernächtigte Skipper erklärt: "Ich habe in den letzten drei Tagen insgesamt vielleicht fünf Stunden geschlafen, die letzten 24 Stunden gar nicht". Die Probleme mit Autopilot und AIS hätten ihn sehr gestresst.

Fragen zum gebrochenen Foil mochte er kaum noch beantworten: "Ich möchte darüber eigentlich nicht mehr reden. Ich hatte so viel Zeit, darüber nachzudenken, es gab natürlich dunkle Stunden. Es war die größte Herausforderung, die Frustration wegzuschieben, positiv zu bleiben. Ich habe das Rennen nicht so genossen wie das zuvor."

Zum Sieger Armel Le Cléac'h sagte er: "Er hat verdient gewonnen, er ist konstant gesegelt, wie eine Maschine. Dabei ist er ein bescheidener, netter Mensch, ein großartiger Gegner. Er hat ein großartiges Team."

Eine knappe Stunde später bei der Pressekonferenz am Steg gratulierte ihm Sieger Armel Le Cléac'h und sagte : "Nächstesmal bis du dran!"

Auf die Frage, wie es war, mit dem gebrochenen Foil unterwegs zu sein, antwortete er: "Es ist als ob ich zwei Boote gesegelt wäre, auf dem einem Bug habe ich es geliebt, auf dem verkrüppelten Steuerbordbug gehasst. Die Frage, wie es mit intaktem Foil ausgegangen wäre, kann man nicht beantworten. Es wäre ein anderes Rennen gewesen, aber in der Vendée weiß man nie!"

Jetzt hier im Hafen als Zweiter könne man sich kaum vorstellen, dass das Boot vor etwas mehr als einem Jahr beinahe verloren gegangen wäre. " Hätte mir damals jemand gesagt du wirst Zweiter in der Vendée, es hätte lächerlich geklungen. Mein Team hat eine großartige Leistung vollbracht."

  Alex ThomsonFoto: VINCENT CURUTCHET / DPPI /Vendee
Alex Thomson

Meistgelesene Artikel