Vendée Globe

Vendée Globe: Acciona kentert, Sanso erwartet Retter

Dieter Loibner

 · 02.02.2013

Vendée Globe: Acciona kentert, Sanso erwartet RetterFoto: Jesus Renedo/Acciona

Gestern Mittag setzte Skipper Javier Sanso zwei Notsignale ab. Später wurden er und sein gekentertes Boot von einem Flugzeug gesichtet

  Sanso mit "Acciona" als noch alles heil warFoto: Jesus Renedo/Acciona
Sanso mit "Acciona" als noch alles heil war

Das Wetter war nicht außergewöhnlich, es herrschten etwa 15 Knoten aus Nordost und moderate Atlantikdünung, als die beiden Epirbs von Acciona 100% EcoPowered am Sonntag um 11:49 Uhr MEZ ausgelöst wurden. Sanso, den alle "Bubi” nennen, befand sich zu diesem Zeitpunkt etwa 500 Meilen westlich von Madeira und 360 Meilen südlich der Azoren. Wenige Minuten zuvor hatte er noch einen routinemäßigen Situationsbericht an das Regattahauptquartier via E-Mail abgeschickt, in dem er keine besonderen Vorkommnisse meldete.

Nachdem die Rennleitung und die spanischen Behörden vergeblich versucht hatten, Funkkontakt zum Boot herzustellen, wurde eine Suchaktion eingeleitet. Gegen 17:30 Uhr traf ein C295-Rettungsflugzeug im Suchquadranten ein und sichtete Sanso in seiner Rettungsinsel, neben dem gekenterten Boot, als er sich durch Hand- und Rauchzeichen bemerkbar machte.

  Sanso musste "Acciona" zuletzt von Hand steuernFoto: Jesus Renedo/Acciona
Sanso musste "Acciona" zuletzt von Hand steuern

Um etwa 18:50 Uhr MEZ startete ein EH101-Rettungshubschrauber von der Azoren-Insel Terceira, der gegen Mitternacht auf Sansos Position erwartet wurde. Über die Ursachen der Kenterung wurden zunächst keine Einzelheiten gemeldet.

Vor einigen Tagen berichtete Sanso von Bord, dass er Probleme mit dem Autopiloten hatte, der die Winddreher nicht richtig erkannte, womit er gezwungen war, mehr von Hand zu steuern. „Es ist nicht sonderlich anstrengend, eigentlich ganz nett, aber es wird auf Dauer halt ein wenig langweilig. Ich prüfe die Windrichtung anhand von Flaggen. Ich habe eine französische und eine englische dabei.”

  Kummer gewöhnt: Lamotte bei der ReparaturFoto: Tanguy de Lamotte/Vendée Globe
Kummer gewöhnt: Lamotte bei der Reparatur

Lamotte erleidet Kollisionsschaden
Ebenfalls Probleme, wenn auch weit geringeren Ausmaßes, hat der Zehntplatzierte Tanguy Lamotte, der 440 Meilen südwestlich der Kapverden eine Kollision mit einem Gegenstand meldete. Auf seinem Boot "Initiatives-cœur" sei das Steuerbordruder weggebrochen und das Backbordschwert, das den Anprall abfing, sei nach achtern gedrückt worden, wobei der Schwertkasten Schaden genommen habe, der Wassereintritt verursacht. „Wasser ist im Boot, doch ich bin seither langsamer unterwegs und kann so die Menge kontrollieren, besonders, um die elektrischen Systeme zu schützen. Die Lage ist unter Kontrolle, aber ich muss unbedingt das Schwert entfernen, damit ich die Lecks abdichten kann.”

  Jean-Pierre Dick verlässt San CiprianFoto: Virbac Paprec Sailing Team
Jean-Pierre Dick verlässt San Ciprian

Dick nimmt Kurs aufs Ziel
Die gute Nachricht zum Tag ist, dass Jean-Pierre Dick, dessen Boot "Virbac Paprec 3" vor elf Tagen den Kiel verloren hatte, den galizischen Schutzhafen von San Ciprian verlassen und Kurs auf das 220 Meilen entfernte Ziel in Les Sables genommen hat. Die Jury hat übrigens entschieden, ihn wegen des Gebrauchs der Maschine nicht mit einer Strafe zu belegen, weil es sich dabei um eine Sicherheitsmaßnahme handelte. Die Gretchenfrage: Schafft es Dick, seinen havarierten Renner vor dem anstürmenden Mike Golding ins Ziel zu bringen? 600 Meilen beträgt der Vorsprung noch.

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