Tatjana Pokorny
· 02.05.2024
Die Herausforderungen im Transat CIC reißen nicht ab. Seit Dienstagabend hatte Boris Herrmann mit einem Riss im Großsegel alle Hände voll zu tun. “Ich habe mein Großsegel repariert und deswegen auch ein paar Meilen verloren. Es ist immer anstrengend, an so einem Segel herumzuwerkeln – bei allem anderen, was man noch zu tun hat.”, sagte Herrmann gegenüber YACHT online. Er sei “ziemlich erschöpft”, aber “nicht zu sehr gestresst”. Nach gelungener Reparatur konnte der “Malizia – Seaexplorer”-Skipper über Nacht bis zum Donnerstagmorgen auf Platz fünf vorrücken.
Spitzenreiter bleibt der französische Co-Favorit Charlie Dalin auf «Macif Santé Prévoayance» mit 66 Seemeilen Vorsprung vor Herrmann. Inzwischen sind sechs der ursprünglich gestarteten 33 Imocas beim 3500-Seemeilen-Klassiker über den Nordatlantik ausgeschieden. Mit der Französin Clarisse Crémer auf «L'Occitane En Provence» musste in der Nacht zum Donnerstag eine weitere Solistin einen Reparaturstopp auf den Azoren angekündigen. Sie hatte bei einem Routine-Check ein Problem mit einem Spant im Vorschiff entdeckt, an dem die Aufhängung des J3-Halsbeschlags befestigt ist und der die Kräfte in den Rumpf einleitet.
Schwer enttäuscht, hat Clarisse Crémer bei zuletzt rund sechs Knoten Bootsgeschwindigkeit rund 500 Seemeilen bis zu den Azoren zu meistern. Dort will sie ihre Landmannschaft zur Reparatur treffen. Die Schweizerin Justine Mettraux (”Teamwork-Team SNEF”) hat indessen am Mittwochabend eine 70-Minuten-Strafe für das Aufbrechen ihres Motorsiegels am ersten Tag kassiert. Sie lag zuletzt auf Platz neun.
Nach der Passage des Leichtwindbandes haben die Imocas vorne wieder Speed aufgenommen, waren bereits am Mittwochabend gehalst. Vor ihnen liegt ein harter Tag mit Winden von über 30 Knoten und Seegang von drei bis vier Metern, wenn sie die imaginäre Halbzeitmarke auf dem Kurs von Lorient nach New York passieren. Auffallend stark agiert bislang die Britin Sam Davies (”Initiatives Coeur”), die zuletzt auch Vendée-Globe-Sieger Yannick Bestaven (”Maître CoQ V”) überholen und auf Platz drei vorrücken konnte. Davies segelte diesen Kurs zum ersten Mal 2008 im Artemis Transat auf ihrer legendären “Roxy”. Damals gewann Loick Peyron auf “Gitana 80”, während sie Fünfte wurde.
Beachtlich unterwegs waren am Morgen des 2. Mai weiter die Imoca-Solisten Tanguy Le Turquais (”Lazare”, 13.), Benjamin Ferré (”Monnoyeur – Duo for a Job”, 14.) und Violette Dorange (”Devenir”, 19.). Sie bestreiten das Transat CIC auf älteren Non-Foilern. Auffallend ist darüber hinaus, dass die besten Class40-Skipper keine 300 Seemeilen hinter dem Imoca-Spitzenreiter herjagen.
Hier liefern sich weiter der alte und wieder neue Führende Fabien Delahaye (”Legallais Team Voile”) und “Crédit Mutuel”-Skipper Ian Lipinski ein packendes Duell. Nur 1,7 Seemeilen trennten die beiden Franzosen am Donnerstagmorgen. Es folgten Ambrogio Beccaria (”Alla Grande Pirelli”), Nicolas d’Estais (”Café Joyeux”) und Alberto Bona (”Ibsa). “La Boulangère Bio”-Solistin Amélie Grassi bleibt als einizige Frau im Class40-Feld beharrliche Sechste.

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