Transat CICFinalkrimi auf Kurs New York – Boris Herrmann jagt Yoann Richomme

Tatjana Pokorny

 · 06.05.2024

"Malizia – Seaexplorer"-Skipper Boris Herrmann
Foto: Dani Devine/Team Malizia
Alle Fan-Augen kleben heute am Live-Tracker des Transat CIC, wo am Montag die Entscheidung über Sieg und Podiumsplätze fällt. Mit keiner Handvoll Knoten quälten sich am Montagmorgen die beiden führenden Imocas New York in Schleichfahrt entgegen. Bei rund 150 Seemeilen bis ins Ziel trennten Spitzenreiter Yoann Richomme (”Paprec Arkéa”) und seinen Jäger Boris Herrmann (”Malizia – Seaexplorer”) in teilweise arg flauen Winden 16 Seemeilen. Die Zitterpartie ins Ziel hält an …

Es herrscht Hochspannung im Transat CIC! Während Yoann Richomme (”Paprec Arkéa”) seine Führung im nächtlichen Flautenpoker zunächst verteidigen konnte, lässt Boris Herrmann nicht locker. 16 Seemeilen trennten den Spitzenreiter und seinen ersten Verfolger beim 10-Uhr-Update am Montagmorgen. Die flauen Winde haben beide Boote zuletzt immer wieder ausgebremst, dürften aber auf dem Weg zur rund 120 Seemeilen vor New York liegenden Ziellinie wieder etwas zunehmen.

Transat CIC: Boris Herrmann gut positioniert fürs Finale

Für Boris Herrmann wird es auf den letzten 150 der insgesamt mehr als 3.500 Seemeilen des Transat CIC ein schwerer Akt, den Führenden noch einzuholen. Allerdings hat sich der “Malizia – Seaexplorer”-Skipper zuletzt mit seiner Leeposition in Relation zu Richomme gut aufgestellt, um bei leichteren Winden einen höheren Winkel und damit auch eine bessere Geschwindigkeit fahren zu können als der Franzose.

Gleichzeitig muss Boris Herrman seinen starken zweiten Platz nach hinten auch verteidigen. Da hatte sich der “Malizia – Seaexplorer”-Skipper jedoch am Montag einen guten Vorsprung von rund 38 Seemeilen vor seiner härtesten Verfolgerin Sam Davies (”Initiatives-Cœur”) erarbeitet. Davies wiederum hat mit einer Attacke des vorgerückten Maxime Sorel (”V and B – Monbana – Mayenne”) zu rechnen, der den auf Platz fünf zurückgefallenen Charlie Dalin (”Macif Santé Prévoyance”) inzwischen überholt hat.

Alles ist angerichtet für einen packenden Schlussakt in diesem so abwechslungsreichen Transat CIC, in dem die Winde für die vorderen Boote nun wieder etwas zunehmen sollten. „Das Management dieser Übergangszone dürfte interessant sein“, hatte Amélie Juvien von der Rennleitung am frühen Montagmorgen erklärt. “Man muss sehen, wer sich in der kurzen Zeit am wohlsten fühlt. Wer es am schnellsten schafft, da rauszukommen, wird einen Vorteil haben und kann als Sieger hervorgehen. Es bleibt aber ein sehr instabiles Gebiet. Es ist also möglich, dass es jemanden gibt, der es schafft, etwas mehr Wind zu erreichen als andere.“

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“Alla Grande Pirelli” führt Class 40 an

Die Rennleitung ging zuletzt davon aus, dass die Imoca-Top-Ten bis Tagesende bekannt sein sollten. Dabei gilt auf dem von flauen Feldern gespickten Finalabschnitt auch die alte Weisheit: Wer vorn ist, kann kontrollieren. Wer hinten ist, kann umfahren, falls jemand stecken bleibt. “Man muss das Tempo halten und trotz der geforderten Manöver klar bleiben”, erklärte Amélie Juvien. Zuletzt ging die Rennleitung von einer Etwa-Ankunft des ersten Bootes am späten Nachmittag aus, warnte allerdings weiter, dass sich durch die instabile Lage Verschiebungen ergeben könnten.

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Die Ziellinie liegt aus Sicherheitsgründen 120 Seemeilen entfernt von New York. Nach dem Zieldurchgang haben die Boote noch etwa zehn Stunden bis in den Hafen zu segeln. Für die rund 700 Seemeilen entfernt liegenden schnellsten Class-40-Solisten gilt ein ähnliches Szenario. Mit ihrer Ankunft wurde zuletzt für Donnerstag gerechnet. Hier führt weiter Ambrogio Beccaria auf “Alla Grande Pirelli” mit knapp 70 Seemeilen Vorsprung vor Ian Lipinski (”Crédit Mutuel”), der sich am Montagmorgen ein spannendes Duell um Platz zwei mit dem rund zehn Seemeilen hinter ihm liegenden Fabien Delahaye (”Lagallais Team Voile”) lieferte.

Delphin-Grüße von Boris – diesen Clip schickte Boris Herrmann am Sonntagabend von See:

Beccarias Jäger gibt Einblicke in sein Bordleben – ”Crédit Mutuel”-Skipper Ian Lipinski berichtet vom Arbeiten und Leben an Bord:

Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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