Vendée Globe

Regatta: Vendée Globe: Ruyant pokert hoch

Andreas Fritsch

 · 17.12.2020

Regatta: Vendée Globe: Ruyant pokert hochFoto: Jean-Marie Liot / Alea

Der Skipper der "LinkedOut" wollte durch eine andere Wettertaktik punkten, landete aber vorerst in der Flaute. "Bureau Vallée" will vor Anker Schäden reparieren

Den Fans stockte gestern vermutlich der Atem, als Thomas Ruyant gestern zum dritten mal in diesem Rennen von den beiden Führenden weg wendete und schon wieder schlagartig langsam wurde. Hatte er schon wieder ein technisches Problem nach seinem Wassereinbruch gestern und dem Foil-Schaden am Anfang des Rennens? Doch wenig später kam die Entwarnung: Offensichtlich versucht er weiter nördlich als Yannick Bestaven und Charlie Dalin zu segeln, doch bei dem Versuch blieb er wohl in der Flaute stecken und wendete wieder zurück. Ein Manöver, das ihn den zweiten Paltz gekostet hat, dafür segelt er jetzt weiter nördlich als die beiden, eine Taktik, die sich langfristig vielleicht erst auszahlt.

Konkurrent Charlie Dalin kommentierte von Bord seiner "Apivia", dass er gestern die Variante ebenfalls erwogen, dann aber verworfen hatte: "Damit es klappt, hätte ich das Boot extrem exakt an der Obergrenze der Polardaten segeln müssen. Dass erschien mir zu riskant".

  Stand heute MttagFoto: Vendee Globe
Stand heute Mttag

Ruyants Poker, hat ihn bereits reichlich Meilen gekostet, er verlor seinen zweiten Platz und liegt nun fast 100 Meilen hinter Charlie Dalin. Yannick Bestaven segelt derweil mit einer 100 Meilen Führung vorne weg und ist der lachende Dritte. Allerdings steckt er vorne nun in der Flaute und Charlie Dalin ist schon auf 79 Seemeilen herangekommen. "Apivia" ist heute Mittag mit fast 12 Knoten mehr Bootsspeed unterwegs. Man darf gespannt sein, wie dieser Wetter-Poker ausgeht.

Dahinter liegt in der Verfolgergruppe Boris Herrmann auf Platz fünf, konnte gestern den Speed von Jean Le Cam nicht ganz mit gehen. In der Gruppe liegt auch Louis Burtons "Bureau Vallée 2". Der Franzose kündigte an, dass er an der kleinen Insel Macquarie einen Ankerstopp einlegen will. "Die Schiene meines Großsegels ist beschädigt, und mein J2, ich muss in dem Mast um das zu reparieren." Der Plan ist, dass er etwa fünf Stunden im Wind- und Seegangsschatten der Insel ankert, die rund 200 Meter hoch ist. Dann will er die Reparaturen erledigt haben und wieder auf Kurs gehen. Er hofft Macquarie morgen zu erreichen. Burton kann nur noch mit dem ersten Reff im Groß segeln und hat so in der letzten Woche viel Boden verloren, nachdem er lange als Dritter exzellent im Rennen lag.

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