RegattaVendée Globe: Herrmann betet für Wind

Andreas Fritsch

 · 17.01.2021

Regatta: Vendée Globe: Herrmann betet für WindFoto: Boris Herrmann/Seaexplorer YC de Monaco
Herrmann betet für mehr Wind
Die "Seaexplorer" bleibt lange in den Doldrums hängen, fällt auf Platz sechs zurück. "Apivia" und "Bureau Vallée 2" ziehen davon

Eine bittere Nacht in den Kalmen hat Boris Herrmanns Aufholjagd auf die Spitze einen üblen Dämpfer verpasst. Nachdem der Deutsche schon gestern Nachmittag von Bord meldete, dass der Wind sehr löchrig ist, erwischte es ihn in der Nacht dann vollends. Mit teils nur 5 Knoten Speed ging es nach der Passage des Äquators quälend langsam voran. So fand er sich heute Morgen im Ranking auf Platz sieben wieder, mit mittlerweile 139 Meilen Rückstand auf den führenden Charlie Dalin. Der und sein Schatten Louis Burton sind mittlerweile wieder mit 14 Knoten Speed im stabileren Nordostpassat unterwegs, Herrmann um 9 Uhr mit 8,6 Knoten, das Defizit dürfte also noch wachsen.

Boris Herrmann aus den Doldrums

"Ich habe die Doldrums unterschätzt. Es sah so aus, als ob wir nachmittags eine kurze Flaute haben und es dann weitergeht", sagte Herrmann gestern Abend in einem Video von Bord. "Die Nacht war ein Kampf, ich mag gar nicht an die nächste denken ... Ich müsste nach Norden segeln, aber der Wind erlaubt es nur, fast nach Osten zu fahren. Ich bin gestresst. Der Wind macht, was er will." In seiner Verzweiflung fleht Herrmann sogar den Windgott um eine kräftigere Brise an.

  Stand des Rennens um 9:00 UhrFoto: Vendée Globe Stand des Rennens um 9:00 Uhr

Louis Burton, Boris Herrmann und Thomas Ruyant haben sich für einen etwas westlicheren Kurs entschieden, während Charlie Dalin über 100 Meilen östlicher unterwegs ist. Man darf gespannt sein, welche Route sich als die schnellere entpuppt. Für die nächsten Tage sind nun Halbwind-Bedingungen in 15 bis 18 Knoten Wind angesagt. Sollte Boris Herrmann diese Winde endlich erreichen, könnte er seinen Speedvorteil gegenüber "LInkedOut" und "Apivia", die beide auf dem Backborgbug wegen eines beschädigten Foils gehandicapt sind, vielleicht nutzen, um wieder Meilen gutzumachen.

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Andreas Fritsch

Andreas Fritsch

Freier Autor

Andreas Fritsch segelte seit Kindesbeinen an, erst mit der Jolle, später mit eigenen Kielschiffen auf der Elbe und der Ostsee. Ab 1997 arbeitete er für die YACHT, ab 2001 schwerpunktmäßig im Bereich Reise und Charter. Er war in fast allen Revieren weltweit unterwegs und gilt als Charter-Experte. Er hat zwei Revierführer für das Mittelmeer geschrieben. Seit einigen Jahren segelt er mit einem GFK-Klassiker vom Typ Grinde auf der Ostsee und arbeitet aktuell als Freier Autor für YACHT und BOOTE.

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