Vendée Globe

Regatta: Vendée Globe: Härtetest schon am zweiten Tag

Andreas Fritsch

 · 08.11.2020

Regatta: Vendée Globe: Härtetest schon am zweiten TagFoto: Yann Zeda/Alea

Das Feld kommt schnell nach Westen voran, doch von dort zieht ein Sturmtief auf, das die Flotte aufhält und raues Wetter bringt. Herrmann liegt gut im Rennen

Die erste Nacht brachte gute Bedingungen mit um die 20 Knoten Bootsspeed, und das Feld kommt schnell nach Nordwesten voran, wird die Biskaya bald verlassen haben. Doch von Westen zieht auch ein Sturmtief auf, das es den Skippern schwer macht: Denn der Gegenspieler dazu ist ein Hoch vor der Küste Portugals, das den direkten Weg in Richtung Süden via Kanaren versperrt.

  Stand des Rennens heute MorgenFoto: Vendee Globe
Stand des Rennens heute Morgen

Es hat sich mittlerweile eine größere Spitzengruppe gebildet, die weiter im Nordwesten etwas bessere Bedingungen hat als die Boote weiter südlich, angeführt von Nicolas Troussels "Corum L'Épargne", der erstaunliche Pace zeigt für ein Boot, das so kurz vor dem Rennen fertig wurde. Selbst Favorit "Charal" (Jérémie Beyou) konnte dem Tempo streckenweise nicht folgen.

  Wetter-Prognose in 24 Stunden. Das Tief, welches Gegenwind bringt ist gut zu sehenFoto: Vendee Globe
Wetter-Prognose in 24 Stunden. Das Tief, welches Gegenwind bringt ist gut zu sehen

Auch Boris Herrmann ist in dieser Gruppe der neuen Boote dabei und liegt gut im Rennen. Von den neueren und schnellen Booten musste nur Alex Thomson mit seiner "Hugo Boss" etwas abreißen lassen, ist einige Meilen zurückgefallen, nachdem er gestern lange gleichauf in der Nähe von Boris Herrmann gesegelt war. Der Brite lieferte heute im Video-Update die Erklärung für den Rückstand: Er hatte zunächst ein Fischernetz mit dem Foil erwischt, das er entfernen musste, dann rutschte bei einem Segelwechsel die Schot aus der Klemme, was ihn nach eigenen Angaben ungefähr sechs Meilen gekostet hat.

Zurzeit arbeiten sich die Skipper am Wind voran, werden aber wohl im Laufe des Tages einmal wenden, um später etwas Weg gen Süden zu machen, bevor sie dann wieder auf westlicheren Kurs gehen müssen, um das Tief zu queren. Ein taktischer kniffeliger Auftakt, der heute Nacht und Morgen auch ordentlich Wind mit über 35 Knoten im Mittel und bis zu 5 Meter Welle bringt – die erste Bewährungsprobe für Skipper und Material.

Boris Herrmann schickte ein kurzes Video vom Start, bei dem er gleichauf mit "Arkéa Paprec" segelt.

Die ersten technischen Probleme gab es auch schon. Fabrice Amedeo musste mit seiner "Newrest – Art & Fenêtres" gestern umdrehen und 50 Seemeilen nach Les Sables d'Olonne zurücksegeln, da sich ein Fallenschloss seines Gennakers oben im Masttopp verhakt hatte und er es nicht mehr lösen konnte. Er will heute aber wieder ins Rennen gehen. Auch Thomas Ruyant hatte auf seiner "Linked Out" dieselben Probleme, konnte das Segel aber bergen und muss nun in den ersten ruhigen Bedingungen wohl in den Mast klettern.

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