RegattaVendée Globe: Drama für Boris Herrmann kurz vor dem Ziel

Tatjana Pokorny

 · 26.01.2021

Regatta: Vendée Globe: Drama für Boris Herrmann kurz vor dem ZielFoto: Ari Huusela / Stark / #VG2020
Boris Herrmann
Schockierte Fernsehzuschauer, fassungslose Fans: Kurz vor dem erfolgreichen Zieldurchgang seiner Vendée-Globe-Premiere hatte Boris Herrmann eine Kollision
  Sein Finale hatte sich Boris Herrmannn ganz anders vorgestelltFoto: Boris Herrmann Racing / #VG2020 Sein Finale hatte sich Boris Herrmannn ganz anders vorgestellt

Das Unglück geschah nur rund 90 Seemeilen entfernt von der ersehnten Ziellinie seiner Vendée-Globe-Premiere: Boris Herrmann hatte am Mittwochabend nach Dashboard-Angaben seines Teams um 20.26 Uhr mit seiner Imoca-Yacht "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" eine Kollision mit einem Fischerboot. Die Rennleitung der Regatta vermeldete am späten Abend, dass dabei das Steuerbord-Foil der Imoca-Yacht beschädigt worden ist. Auch soll es weitere Schäden gegeben haben. Erlösend war die Botschaft, dass Boris Herrmann bei dem Vorfall nach Informationen seines Managements unverletzt geblieben ist. Keine Informationen gab es zunächst zum Zustand der Besatzung des involvierten Fischerbootes sowie dem Boot selbst. Boris Herrmann hat "Seaexplorer" bestmöglich gesichert und angekündigt, das Ziel mit gedrosselter Geschwindigkeit anzulaufen. Wir werden diesen Beitrag mit weiteren Informationen zum Hergang des Unglücks, das Herrmann um den fast schon sicheren Podiumsplatz bringen könnte, laufend aktualisieren.

  Die Positionen kurz nach dem Unglück Herrmanns, das etwa 90 Seemeilen von der Ziellinie entfernt stattgefunden hatteFoto: Screenshot #VG2020 Die Positionen kurz nach dem Unglück Herrmanns, das etwa 90 Seemeilen von der Ziellinie entfernt stattgefunden hatte

Kurz nach dem Unglück hatte "Apivia"-Skipper Charlie Dalin die Vendée-Globe-Ziellinie am Abend des 27. Januar um 20.35 Uhr Ortszeit nach 80 Tagen, 6 Stunden, 15 Minuten und 47 Minuten allein auf See als erster Skipper gekreuzt. Mit der erfolgreichen Solo-Weltumsegelung hat sich der 36-Jährige aus dem bretonischen Concarneau einen Jugendtraum erfüllt. Dennoch musste der "Apivia"-Skipper, der schon beim Vendée-Globe-Start am 8. November zu den Favoriten dieser neunten Auflage gezählt hatte, am Mittwochabend noch warten, ob seine gesegelte Zeit auch tatsächlich zum Sieg reichen wird, weil drei Skipper in Folge ihrer Beteiligung an der Rettungsmission für den schiffbrüchigen Kevin Escoffier Zeitgutschriften erhalten hatten. Ob diese Boris Herrmann nach seiner Kollision noch aufs Podium helfen kann, blieb zunächst ebenso abzuwarten. Ebenso das Endergebnis von Yannick Bestaven, der sich im Ziel zehn Stunden und 15 Minuten von seiner Gesamtsegelzeit abziehen darf und Dalin durchaus noch gefährden kann.

  Der Blick von Bord der "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" zum HorizontFoto: Boris Herrmann Racing / #VG2020 Der Blick von Bord der "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" zum Horizont
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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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