Das Unglück geschah nur rund 90 Seemeilen entfernt von der ersehnten Ziellinie seiner Vendée-Globe-Premiere: Boris Herrmann hatte am Mittwochabend nach Dashboard-Angaben seines Teams um 20.26 Uhr mit seiner Imoca-Yacht "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco" eine Kollision mit einem Fischerboot. Die Rennleitung der Regatta vermeldete am späten Abend, dass dabei das Steuerbord-Foil der Imoca-Yacht beschädigt worden ist. Auch soll es weitere Schäden gegeben haben. Erlösend war die Botschaft, dass Boris Herrmann bei dem Vorfall nach Informationen seines Managements unverletzt geblieben ist. Keine Informationen gab es zunächst zum Zustand der Besatzung des involvierten Fischerbootes sowie dem Boot selbst. Boris Herrmann hat "Seaexplorer" bestmöglich gesichert und angekündigt, das Ziel mit gedrosselter Geschwindigkeit anzulaufen. Wir werden diesen Beitrag mit weiteren Informationen zum Hergang des Unglücks, das Herrmann um den fast schon sicheren Podiumsplatz bringen könnte, laufend aktualisieren.
Kurz nach dem Unglück hatte "Apivia"-Skipper Charlie Dalin die Vendée-Globe-Ziellinie am Abend des 27. Januar um 20.35 Uhr Ortszeit nach 80 Tagen, 6 Stunden, 15 Minuten und 47 Minuten allein auf See als erster Skipper gekreuzt. Mit der erfolgreichen Solo-Weltumsegelung hat sich der 36-Jährige aus dem bretonischen Concarneau einen Jugendtraum erfüllt. Dennoch musste der "Apivia"-Skipper, der schon beim Vendée-Globe-Start am 8. November zu den Favoriten dieser neunten Auflage gezählt hatte, am Mittwochabend noch warten, ob seine gesegelte Zeit auch tatsächlich zum Sieg reichen wird, weil drei Skipper in Folge ihrer Beteiligung an der Rettungsmission für den schiffbrüchigen Kevin Escoffier Zeitgutschriften erhalten hatten. Ob diese Boris Herrmann nach seiner Kollision noch aufs Podium helfen kann, blieb zunächst ebenso abzuwarten. Ebenso das Endergebnis von Yannick Bestaven, der sich im Ziel zehn Stunden und 15 Minuten von seiner Gesamtsegelzeit abziehen darf und Dalin durchaus noch gefährden kann.

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