Vendée Globe

Regatta: Jäger oder Gejagter? Boris Herrmanns Vendée-Globe-Gegner

Andreas Fritsch

, Lars Bolle

 · 03.11.2020

Regatta: Jäger oder Gejagter? Boris Herrmanns Vendée-Globe-GegnerFoto: Montage

Wer sind die Favoriten im Kampf um die Einhand-Krone? Diese zehn Mitstreiter werden Boris Herrmann das Leben schwer machen. Der Form-Guide

Der erste Deutsche bei der Vendée Globe, die am Sonntag, 8. November, startet, hat starke Konkurrenz. Die zehn härtesten Gegner und ihre Boote im Kurzporträt.

  Boris HerrmannFoto: Jean-Louis Carli/Alea/VG2020
Boris Herrmann
Boris Herrmann (GER) | "Seaexplorer – Yacht Club de Monaco"
39 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: VPLP/ Verdier, Werft: Chantier Multiplast, 2015
Der Hamburger Profi-Skipper genießt weltweit Anerkennung und wird auch von seinen Wettbewerbern respektiert. Aufgrund seiner intensiven Vorbereitung führt er die aktuelle Wertung der Imoca-Klasse an. Er hält zahlreiche Hochsee-Rekorde, aufgestellt unter anderem auf dem Volvo 70 "Maserati". Mit Francis Joyon verpasste er auf dem Trimaran "Idec" vor vier Jahren nur knapp die Jules Verne Trophy. Bei seiner Imoca-Premiere im Barcelona World Race wurde er 2011 Fünfter. Mit der Class 40 "Beluga Racer" siegte er 2009 im Portimão Global Ocean Race

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Sébastien Simon (FRA)   |   "Arkéa Paprec" 

 30 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Juan K., Werft: CDK, Juni 2019

 Weiteres Juan-K.-Design im Feld aus derselben Form wie "Corum L’Épargne", aber fast ein Jahr früher fertig gestellt und mit anderen Foils. Letztere sind offenbar die Achillesferse des Bootes: Schon dreimal brachen sie ohne Kollision. Die riesigen, zunächst angewinkelten Profile wurden gegen halbkreisförmige im Stil von Alex Thomsons "Hugo Boss" getauscht. Hohes Speed-Potenzial. Noch aber kämpft das Team um Vincent Riou, das Boot zuverlässig zu machen. Simon gilt als Riesentalent aus dem Figaro, hat jedoch wenig Imoca-Erfahrung.Foto: Christophe Favreau/Vendee Globe; Martin Viezzer/Arkea Paprec/IMOCA
Sébastien Simon (FRA)   |   "Arkéa Paprec"  30 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Juan K., Werft: CDK, Juni 2019 Weiteres Juan-K.-Design im Feld aus derselben Form wie "Corum L’Épargne", aber fast ein Jahr früher fertig gestellt und mit anderen Foils. Letztere sind offenbar die Achillesferse des Bootes: Schon dreimal brachen sie ohne Kollision. Die riesigen, zunächst angewinkelten Profile wurden gegen halbkreisförmige im Stil von Alex Thomsons "Hugo Boss" getauscht. Hohes Speed-Potenzial. Noch aber kämpft das Team um Vincent Riou, das Boot zuverlässig zu machen. Simon gilt als Riesentalent aus dem Figaro, hat jedoch wenig Imoca-Erfahrung.
Alex Thomson (GBR)  |  "Hugo Boss" 

 46 Jahre, 5. Teilnahme, Boot: VPLP Design, Werft: J. Carrington, August 2019

 Dritter 2012, Zweiter 2016, nun soll es der lang ersehnte Sieg für den Briten werden – als erster Nicht-Franzose. Thomson hat ein starkes Team und ein radikales Boot geschaffen: aerodynamisch optimiert, mit Innensteuerstand, gigantischen Foils und Solarzellen statt Dieselmotor. Konstrukteur Vincent Lauriot-Prévost hält "Hugo Boss" für den derzeit schnellsten Imoca. Beim Transat Jacques Vabre voriges Jahr ließ das Boot sein Potenzial aufblitzen, dann brach nach Kollision der Kiel. Thomson ist mental bärenstark. Der Top-Favorit.Foto: Alex Thomson Racing; Vincent Curutchet/IMOCA
Alex Thomson (GBR)  |  "Hugo Boss"  46 Jahre, 5. Teilnahme, Boot: VPLP Design, Werft: J. Carrington, August 2019 Dritter 2012, Zweiter 2016, nun soll es der lang ersehnte Sieg für den Briten werden – als erster Nicht-Franzose. Thomson hat ein starkes Team und ein radikales Boot geschaffen: aerodynamisch optimiert, mit Innensteuerstand, gigantischen Foils und Solarzellen statt Dieselmotor. Konstrukteur Vincent Lauriot-Prévost hält "Hugo Boss" für den derzeit schnellsten Imoca. Beim Transat Jacques Vabre voriges Jahr ließ das Boot sein Potenzial aufblitzen, dann brach nach Kollision der Kiel. Thomson ist mental bärenstark. Der Top-Favorit.
Jérémie Beyou (FRA) |  "Charal" 

 44 Jahre, 4. Teilnahme, Boot: VPLP Design, Werft: CDK, August 2018

 Nach seinem dritten Platz bei der letzten Vendée mit einem älteren Boot will der Bretone mit seinem sehr schnellen Neubau diesmal auf Sieg fahren. "Charal" war schon 2018 fertig, kurz vor der Route du Rhum. Es blieb viel Zeit zum Optimieren und Weiterentwickeln. Der erste Satz Foils geriet extrem, das üppig ausgestattete Team bringt zur Vendée eine dritte Version. Beyou gilt als extrem ehrgeiziger, taktisch versierter Segler, gewann schon diverse Transatlantik- Rennen. Aber er steht deshalb auch unter Druck. Hält er ihm stand, segelt er um Platz 1.  Foto: Vincent Curutchet/IMOCA; Gauthier Lebec/Charal
Jérémie Beyou (FRA) |  "Charal"  44 Jahre, 4. Teilnahme, Boot: VPLP Design, Werft: CDK, August 2018 Nach seinem dritten Platz bei der letzten Vendée mit einem älteren Boot will der Bretone mit seinem sehr schnellen Neubau diesmal auf Sieg fahren. "Charal" war schon 2018 fertig, kurz vor der Route du Rhum. Es blieb viel Zeit zum Optimieren und Weiterentwickeln. Der erste Satz Foils geriet extrem, das üppig ausgestattete Team bringt zur Vendée eine dritte Version. Beyou gilt als extrem ehrgeiziger, taktisch versierter Segler, gewann schon diverse Transatlantik- Rennen. Aber er steht deshalb auch unter Druck. Hält er ihm stand, segelt er um Platz 1.  
Charlie Dalin (FRA) |  "Apivia" 

 36 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Verdier Design, Werft: CDK/Mer Concept, August 2019

 Der im Mini-Transat und Figaro gereifte Franzose stieg erst mit diesem Projekt in das am besten ausgerüstete Imoca-Team ein (Ex-"Macif"). Er gilt als Riesentalent, hat aber bisher keine Erfahrung bei Rennen um die Welt. "Apivia" ist ein Top-Boot, gebaut von einer Top-Werft, entwickelt von Top-Architekt Guillaume Verdier, obendrein mitentwickelt von Ex-Vendée-Globe-Gewinner François Gabart – eine starke Ausgangsbasis. Die filigranen Foils, die anfangs Ventilationsprobleme hatten, wurden inzwischen modifiziert. Dritter Top-Favorit.Foto: M.Horlaville / Disobey / Apivia; Vincent Curutchet/IMOCA
Charlie Dalin (FRA) |  "Apivia"  36 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Verdier Design, Werft: CDK/Mer Concept, August 2019 Der im Mini-Transat und Figaro gereifte Franzose stieg erst mit diesem Projekt in das am besten ausgerüstete Imoca-Team ein (Ex-"Macif"). Er gilt als Riesentalent, hat aber bisher keine Erfahrung bei Rennen um die Welt. "Apivia" ist ein Top-Boot, gebaut von einer Top-Werft, entwickelt von Top-Architekt Guillaume Verdier, obendrein mitentwickelt von Ex-Vendée-Globe-Gewinner François Gabart – eine starke Ausgangsbasis. Die filigranen Foils, die anfangs Ventilationsprobleme hatten, wurden inzwischen modifiziert. Dritter Top-Favorit.
Thomas Ruyant (FRA)  |   "Linked Out" 

 39 Jahre, 2. Teilnahme, Boot: Verdier Design, Werft: Persico, September 2019

 Bei seiner Vendée-Premiere 2016 schied der Franzose mit einem alten Design auf Platz acht aus, nachdem er mit Treibgut kollidierte und sein Schiff fast zerbrach. Ruyant konnte sich so eben noch nach Australien retten. Der aus der Mini-Szene kommende Segler gilt als harter Knochen, der ein enorm hohes Tempo geht. Boris Herrmann hält ihn für den psychisch stärksten Skipper im Feld. Seine "Linked Out" ist das aktuellste Verdier-Design, vor allem bei Leichtwind pfeilschnell. Ruyant hat radikale Segel entwickelt. Wie Charlie Dalin für die Top 3 gut.Foto: M.Horlaville / Disobey / Apivia; Vincent Curutchet/IMOCA
Thomas Ruyant (FRA)  |   "Linked Out"  39 Jahre, 2. Teilnahme, Boot: Verdier Design, Werft: Persico, September 2019 Bei seiner Vendée-Premiere 2016 schied der Franzose mit einem alten Design auf Platz acht aus, nachdem er mit Treibgut kollidierte und sein Schiff fast zerbrach. Ruyant konnte sich so eben noch nach Australien retten. Der aus der Mini-Szene kommende Segler gilt als harter Knochen, der ein enorm hohes Tempo geht. Boris Herrmann hält ihn für den psychisch stärksten Skipper im Feld. Seine "Linked Out" ist das aktuellste Verdier-Design, vor allem bei Leichtwind pfeilschnell. Ruyant hat radikale Segel entwickelt. Wie Charlie Dalin für die Top 3 gut.
Armel Tripon (FRA)  |   "L’Occitane En Provence" 

 45 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Manuard Design, Werft: Black Pepper,  Januar 2020

 Das vorletzte fürs Rennen fertig gestellte Boot ist ein mit Spannung erwarteter Newcomer, denn es ist der erste Open 60 von Designer Sam Manuard. Der Mini- und Class-40-Spezialist setzt auf den breiten Scow-Bug. Das geht wegen der Klassenregel nicht so extrem, aber das Boot soll auf Halbwindkursen und raumschots dennoch nahezu unschlagbar sein. Erst zu Jahresbeginn fertiggestellt, ist es noch nicht ausgereift. Daher ist das Risiko für Bruch sehr hoch. Tripon ist zudem Neueinsteiger in der Imoca-Klasse, kommt von Tris und Class 40.Foto: Christophe Favreau/Vendee Globe; Pierre Bouras/L'Occitane en Provence/IMOCA
Armel Tripon (FRA)  |   "L’Occitane En Provence"  45 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Manuard Design, Werft: Black Pepper,  Januar 2020 Das vorletzte fürs Rennen fertig gestellte Boot ist ein mit Spannung erwarteter Newcomer, denn es ist der erste Open 60 von Designer Sam Manuard. Der Mini- und Class-40-Spezialist setzt auf den breiten Scow-Bug. Das geht wegen der Klassenregel nicht so extrem, aber das Boot soll auf Halbwindkursen und raumschots dennoch nahezu unschlagbar sein. Erst zu Jahresbeginn fertiggestellt, ist es noch nicht ausgereift. Daher ist das Risiko für Bruch sehr hoch. Tripon ist zudem Neueinsteiger in der Imoca-Klasse, kommt von Tris und Class 40.
Kevin Escoffier (FRA)  |   "PRB" 

 40 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Verdier/VPLP, Werft: CDK, September 2010

 Die alte, aber schnelle "PRB" von Vendée-Gewinner Vincent Riou gilt als beste Foil-Nachrüstung im Imoca-Zirkus. Sie konnte beim Transat und Fastnet auf den zweiten Platz segeln. Die starke Performance ist auch auf den Skipper zurückzuführen. Escoffier ist Ingenieur, gilt als einer der Top-Techniker und hat extrem viel Hochsee-Erfahrung: Sieger Jules Verne Trophée mit Loïck Peyron und Volvo Ocean Race mit Charles Caudrelier. Nur mit den neuesten Foilern kann Escoffier auf "PRB" nicht ganz mithalten. Dennoch klarer Top-5-Kandidat.

  Foto: Yann Riou/polaRYSE/IMOCA; Christophe Favreau/Vendee Globe
Kevin Escoffier (FRA)  |   "PRB"  40 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Verdier/VPLP, Werft: CDK, September 2010 Die alte, aber schnelle "PRB" von Vendée-Gewinner Vincent Riou gilt als beste Foil-Nachrüstung im Imoca-Zirkus. Sie konnte beim Transat und Fastnet auf den zweiten Platz segeln. Die starke Performance ist auch auf den Skipper zurückzuführen. Escoffier ist Ingenieur, gilt als einer der Top-Techniker und hat extrem viel Hochsee-Erfahrung: Sieger Jules Verne Trophée mit Loïck Peyron und Volvo Ocean Race mit Charles Caudrelier. Nur mit den neuesten Foilern kann Escoffier auf "PRB" nicht ganz mithalten. Dennoch klarer Top-5-Kandidat.  
Samantha Davies (GBR)  |   "Initiatives-Cœur" 

 46 Jahre, 3. Teilnahme, Boot: VPLP/Verdier, Werft: CDK, September 2010

 Von den sechs Frauen an der Startlinie hat Davies wohl die besten Chancen auf einen Platz in den Top 5. Neben Isabell Joschke ist sie die einzige Frau mit einem Foiler im Feld. Die Umstellung des Bootes auf Tragflügel ist gelungen, in diversen Rennen konnte sie lange mit den neuen Booten mithalten. Auf einem sehr ähnlichen Level mit "PRB" und Boris Herrmanns "Seaexplorer". Zwischen den dreien wird es absehbar spannend. Genau wie diese wird sie in den für die neuen Foiler perfekten Bedingungen aber wohl leicht zurückfallen.Foto: Bermudes1000/François Van Malleghem; Christophe Favreau/Vendee Globe
Samantha Davies (GBR)  |   "Initiatives-Cœur"  46 Jahre, 3. Teilnahme, Boot: VPLP/Verdier, Werft: CDK, September 2010 Von den sechs Frauen an der Startlinie hat Davies wohl die besten Chancen auf einen Platz in den Top 5. Neben Isabell Joschke ist sie die einzige Frau mit einem Foiler im Feld. Die Umstellung des Bootes auf Tragflügel ist gelungen, in diversen Rennen konnte sie lange mit den neuen Booten mithalten. Auf einem sehr ähnlichen Level mit "PRB" und Boris Herrmanns "Seaexplorer". Zwischen den dreien wird es absehbar spannend. Genau wie diese wird sie in den für die neuen Foiler perfekten Bedingungen aber wohl leicht zurückfallen.
Kojiro Shiraishi (JPN)  |  "DMG Mori Global One" 

 53 Jahre, 2. Teilnahme, Boot: VPLP Design, Werft: Multiplast, September 2019

 Nachdem ihn 2016 beim Versuch, als erster Asiate in der Vendée ans Ziel zu kommen, ein Mastbruch im Indischen Ozean stoppte, ist der Japaner jetzt so gut aufgestellt wie nur möglich. Er segelt ein brandneues Schwesterschiff von Jérémie Beyous "Charal", allerdings noch mit der ersten Foil-Generation. Unterstützt vom deutsch-japanischen Maschinenbauer DMG Mori, hat er eine solide Kampagne und ein starkes Team auf die Beine gestellt. Shiraishi will in erster Linie ankommen und peilt die Top 10 an. Es ist aber auch mehr drin für ihn.Foto: THOMAS DEREGNIEAUX/DMG MORI; Jean-Louis Carli/Alea/VG2020
Kojiro Shiraishi (JPN)  |  "DMG Mori Global One"  53 Jahre, 2. Teilnahme, Boot: VPLP Design, Werft: Multiplast, September 2019 Nachdem ihn 2016 beim Versuch, als erster Asiate in der Vendée ans Ziel zu kommen, ein Mastbruch im Indischen Ozean stoppte, ist der Japaner jetzt so gut aufgestellt wie nur möglich. Er segelt ein brandneues Schwesterschiff von Jérémie Beyous "Charal", allerdings noch mit der ersten Foil-Generation. Unterstützt vom deutsch-japanischen Maschinenbauer DMG Mori, hat er eine solide Kampagne und ein starkes Team auf die Beine gestellt. Shiraishi will in erster Linie ankommen und peilt die Top 10 an. Es ist aber auch mehr drin für ihn.
Nicolas Troussel (FRA)  |  "Corum L’épargne" 

 46 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Juan K Design, Werft: CDK, Mai 2020

 Das zweite mit Neugier erwartete Boot aus diesem Jahr im Feld: "Corum" stammt von Querdenker Juan Kouyoumdjian, der zum dritten Mal versucht, in der Imoca-Klasse Fuß zu fassen. Sein erster Entwurf"Pindar" von 2008 galt als schwer und hoffnungslos überpowert. Nun also ein neuer Anlauf. Das achtern hochbordige Boot ohne Aufbau ist zu spät fertig geworden, erst im Mai. So fehlte Zeit, es zuverlässig und schnell zu machen. Figaro-Segler Nicolas Troussel gilt als sehr talentiert, steht aber am Anfang seiner Imoca-Karriere. Schwer einzuschätzen.Foto: Christophe Favreau/Vendee Globe; Matthieu Hacquebart/CORUM L'Épargne
Nicolas Troussel (FRA)  |  "Corum L’épargne"  46 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Juan K Design, Werft: CDK, Mai 2020 Das zweite mit Neugier erwartete Boot aus diesem Jahr im Feld: "Corum" stammt von Querdenker Juan Kouyoumdjian, der zum dritten Mal versucht, in der Imoca-Klasse Fuß zu fassen. Sein erster Entwurf"Pindar" von 2008 galt als schwer und hoffnungslos überpowert. Nun also ein neuer Anlauf. Das achtern hochbordige Boot ohne Aufbau ist zu spät fertig geworden, erst im Mai. So fehlte Zeit, es zuverlässig und schnell zu machen. Figaro-Segler Nicolas Troussel gilt als sehr talentiert, steht aber am Anfang seiner Imoca-Karriere. Schwer einzuschätzen.
Sébastien Simon (FRA)   |   "Arkéa Paprec" 

 30 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Juan K., Werft: CDK, Juni 2019

 Weiteres Juan-K.-Design im Feld aus derselben Form wie "Corum L’Épargne", aber fast ein Jahr früher fertig gestellt und mit anderen Foils. Letztere sind offenbar die Achillesferse des Bootes: Schon dreimal brachen sie ohne Kollision. Die riesigen, zunächst angewinkelten Profile wurden gegen halbkreisförmige im Stil von Alex Thomsons "Hugo Boss" getauscht. Hohes Speed-Potenzial. Noch aber kämpft das Team um Vincent Riou, das Boot zuverlässig zu machen. Simon gilt als Riesentalent aus dem Figaro, hat jedoch wenig Imoca-Erfahrung.Foto: Christophe Favreau/Vendee Globe; Martin Viezzer/Arkea Paprec/IMOCA
Sébastien Simon (FRA)   |   "Arkéa Paprec"  30 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Juan K., Werft: CDK, Juni 2019 Weiteres Juan-K.-Design im Feld aus derselben Form wie "Corum L’Épargne", aber fast ein Jahr früher fertig gestellt und mit anderen Foils. Letztere sind offenbar die Achillesferse des Bootes: Schon dreimal brachen sie ohne Kollision. Die riesigen, zunächst angewinkelten Profile wurden gegen halbkreisförmige im Stil von Alex Thomsons "Hugo Boss" getauscht. Hohes Speed-Potenzial. Noch aber kämpft das Team um Vincent Riou, das Boot zuverlässig zu machen. Simon gilt als Riesentalent aus dem Figaro, hat jedoch wenig Imoca-Erfahrung.
Alex Thomson (GBR)  |  "Hugo Boss" 

 46 Jahre, 5. Teilnahme, Boot: VPLP Design, Werft: J. Carrington, August 2019

 Dritter 2012, Zweiter 2016, nun soll es der lang ersehnte Sieg für den Briten werden – als erster Nicht-Franzose. Thomson hat ein starkes Team und ein radikales Boot geschaffen: aerodynamisch optimiert, mit Innensteuerstand, gigantischen Foils und Solarzellen statt Dieselmotor. Konstrukteur Vincent Lauriot-Prévost hält "Hugo Boss" für den derzeit schnellsten Imoca. Beim Transat Jacques Vabre voriges Jahr ließ das Boot sein Potenzial aufblitzen, dann brach nach Kollision der Kiel. Thomson ist mental bärenstark. Der Top-Favorit.Foto: Alex Thomson Racing; Vincent Curutchet/IMOCA
Alex Thomson (GBR)  |  "Hugo Boss"  46 Jahre, 5. Teilnahme, Boot: VPLP Design, Werft: J. Carrington, August 2019 Dritter 2012, Zweiter 2016, nun soll es der lang ersehnte Sieg für den Briten werden – als erster Nicht-Franzose. Thomson hat ein starkes Team und ein radikales Boot geschaffen: aerodynamisch optimiert, mit Innensteuerstand, gigantischen Foils und Solarzellen statt Dieselmotor. Konstrukteur Vincent Lauriot-Prévost hält "Hugo Boss" für den derzeit schnellsten Imoca. Beim Transat Jacques Vabre voriges Jahr ließ das Boot sein Potenzial aufblitzen, dann brach nach Kollision der Kiel. Thomson ist mental bärenstark. Der Top-Favorit.
Alex Thomson (GBR)  |  "Hugo Boss" 

 46 Jahre, 5. Teilnahme, Boot: VPLP Design, Werft: J. Carrington, August 2019

 Dritter 2012, Zweiter 2016, nun soll es der lang ersehnte Sieg für den Briten werden – als erster Nicht-Franzose. Thomson hat ein starkes Team und ein radikales Boot geschaffen: aerodynamisch optimiert, mit Innensteuerstand, gigantischen Foils und Solarzellen statt Dieselmotor. Konstrukteur Vincent Lauriot-Prévost hält "Hugo Boss" für den derzeit schnellsten Imoca. Beim Transat Jacques Vabre voriges Jahr ließ das Boot sein Potenzial aufblitzen, dann brach nach Kollision der Kiel. Thomson ist mental bärenstark. Der Top-Favorit.
Jérémie Beyou (FRA) |  "Charal" 

 44 Jahre, 4. Teilnahme, Boot: VPLP Design, Werft: CDK, August 2018

 Nach seinem dritten Platz bei der letzten Vendée mit einem älteren Boot will der Bretone mit seinem sehr schnellen Neubau diesmal auf Sieg fahren. "Charal" war schon 2018 fertig, kurz vor der Route du Rhum. Es blieb viel Zeit zum Optimieren und Weiterentwickeln. Der erste Satz Foils geriet extrem, das üppig ausgestattete Team bringt zur Vendée eine dritte Version. Beyou gilt als extrem ehrgeiziger, taktisch versierter Segler, gewann schon diverse Transatlantik- Rennen. Aber er steht deshalb auch unter Druck. Hält er ihm stand, segelt er um Platz 1.  
Charlie Dalin (FRA) |  "Apivia" 

 36 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Verdier Design, Werft: CDK/Mer Concept, August 2019

 Der im Mini-Transat und Figaro gereifte Franzose stieg erst mit diesem Projekt in das am besten ausgerüstete Imoca-Team ein (Ex-"Macif"). Er gilt als Riesentalent, hat aber bisher keine Erfahrung bei Rennen um die Welt. "Apivia" ist ein Top-Boot, gebaut von einer Top-Werft, entwickelt von Top-Architekt Guillaume Verdier, obendrein mitentwickelt von Ex-Vendée-Globe-Gewinner François Gabart – eine starke Ausgangsbasis. Die filigranen Foils, die anfangs Ventilationsprobleme hatten, wurden inzwischen modifiziert. Dritter Top-Favorit.
Thomas Ruyant (FRA)  |   "Linked Out" 

 39 Jahre, 2. Teilnahme, Boot: Verdier Design, Werft: Persico, September 2019

 Bei seiner Vendée-Premiere 2016 schied der Franzose mit einem alten Design auf Platz acht aus, nachdem er mit Treibgut kollidierte und sein Schiff fast zerbrach. Ruyant konnte sich so eben noch nach Australien retten. Der aus der Mini-Szene kommende Segler gilt als harter Knochen, der ein enorm hohes Tempo geht. Boris Herrmann hält ihn für den psychisch stärksten Skipper im Feld. Seine "Linked Out" ist das aktuellste Verdier-Design, vor allem bei Leichtwind pfeilschnell. Ruyant hat radikale Segel entwickelt. Wie Charlie Dalin für die Top 3 gut.
Armel Tripon (FRA)  |   "L’Occitane En Provence" 

 45 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Manuard Design, Werft: Black Pepper,  Januar 2020

 Das vorletzte fürs Rennen fertig gestellte Boot ist ein mit Spannung erwarteter Newcomer, denn es ist der erste Open 60 von Designer Sam Manuard. Der Mini- und Class-40-Spezialist setzt auf den breiten Scow-Bug. Das geht wegen der Klassenregel nicht so extrem, aber das Boot soll auf Halbwindkursen und raumschots dennoch nahezu unschlagbar sein. Erst zu Jahresbeginn fertiggestellt, ist es noch nicht ausgereift. Daher ist das Risiko für Bruch sehr hoch. Tripon ist zudem Neueinsteiger in der Imoca-Klasse, kommt von Tris und Class 40.
Kevin Escoffier (FRA)  |   "PRB" 

 40 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Verdier/VPLP, Werft: CDK, September 2010

 Die alte, aber schnelle "PRB" von Vendée-Gewinner Vincent Riou gilt als beste Foil-Nachrüstung im Imoca-Zirkus. Sie konnte beim Transat und Fastnet auf den zweiten Platz segeln. Die starke Performance ist auch auf den Skipper zurückzuführen. Escoffier ist Ingenieur, gilt als einer der Top-Techniker und hat extrem viel Hochsee-Erfahrung: Sieger Jules Verne Trophée mit Loïck Peyron und Volvo Ocean Race mit Charles Caudrelier. Nur mit den neuesten Foilern kann Escoffier auf "PRB" nicht ganz mithalten. Dennoch klarer Top-5-Kandidat.

  
Samantha Davies (GBR)  |   "Initiatives-Cœur" 

 46 Jahre, 3. Teilnahme, Boot: VPLP/Verdier, Werft: CDK, September 2010

 Von den sechs Frauen an der Startlinie hat Davies wohl die besten Chancen auf einen Platz in den Top 5. Neben Isabell Joschke ist sie die einzige Frau mit einem Foiler im Feld. Die Umstellung des Bootes auf Tragflügel ist gelungen, in diversen Rennen konnte sie lange mit den neuen Booten mithalten. Auf einem sehr ähnlichen Level mit "PRB" und Boris Herrmanns "Seaexplorer". Zwischen den dreien wird es absehbar spannend. Genau wie diese wird sie in den für die neuen Foiler perfekten Bedingungen aber wohl leicht zurückfallen.
Kojiro Shiraishi (JPN)  |  "DMG Mori Global One" 

 53 Jahre, 2. Teilnahme, Boot: VPLP Design, Werft: Multiplast, September 2019

 Nachdem ihn 2016 beim Versuch, als erster Asiate in der Vendée ans Ziel zu kommen, ein Mastbruch im Indischen Ozean stoppte, ist der Japaner jetzt so gut aufgestellt wie nur möglich. Er segelt ein brandneues Schwesterschiff von Jérémie Beyous "Charal", allerdings noch mit der ersten Foil-Generation. Unterstützt vom deutsch-japanischen Maschinenbauer DMG Mori, hat er eine solide Kampagne und ein starkes Team auf die Beine gestellt. Shiraishi will in erster Linie ankommen und peilt die Top 10 an. Es ist aber auch mehr drin für ihn.
Nicolas Troussel (FRA)  |  "Corum L’épargne" 

 46 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Juan K Design, Werft: CDK, Mai 2020

 Das zweite mit Neugier erwartete Boot aus diesem Jahr im Feld: "Corum" stammt von Querdenker Juan Kouyoumdjian, der zum dritten Mal versucht, in der Imoca-Klasse Fuß zu fassen. Sein erster Entwurf"Pindar" von 2008 galt als schwer und hoffnungslos überpowert. Nun also ein neuer Anlauf. Das achtern hochbordige Boot ohne Aufbau ist zu spät fertig geworden, erst im Mai. So fehlte Zeit, es zuverlässig und schnell zu machen. Figaro-Segler Nicolas Troussel gilt als sehr talentiert, steht aber am Anfang seiner Imoca-Karriere. Schwer einzuschätzen.
Sébastien Simon (FRA)   |   "Arkéa Paprec" 

 30 Jahre, 1. Teilnahme, Boot: Juan K., Werft: CDK, Juni 2019

 Weiteres Juan-K.-Design im Feld aus derselben Form wie "Corum L’Épargne", aber fast ein Jahr früher fertig gestellt und mit anderen Foils. Letztere sind offenbar die Achillesferse des Bootes: Schon dreimal brachen sie ohne Kollision. Die riesigen, zunächst angewinkelten Profile wurden gegen halbkreisförmige im Stil von Alex Thomsons "Hugo Boss" getauscht. Hohes Speed-Potenzial. Noch aber kämpft das Team um Vincent Riou, das Boot zuverlässig zu machen. Simon gilt als Riesentalent aus dem Figaro, hat jedoch wenig Imoca-Erfahrung.

Dieser Artikel ist Teil eines großen Spezials zur Vendée Globe in YACHT 23/2020. Das Heft ist bis zum 17.11. am Kiosk erhältlich oder hier digital zu bestellen.

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