Die Fans des Hamburgers müssen stark sein. Noch mehr aber Boris selbst. Denn seit gestern hat die Verfolgergruppe im Süden mächtig aufgeholt, auch auf den Führenden Charlie Dalin. Dennoch spricht derzeit viel für einen Sieg des “Macif”-Skippers.
Jérémie Beyou, der mit “Charal” ebenfalls zu den Top-Favoriten zählt, konzedierte gestern, dass Charlie “in einer anderen Stratosphäre” segle.
Boris dagegen übte sich in kontemplativer Isolation, die für faszinierende Bilder sorgte. In seinem Video von Bord sinniert er, in warme Klamotten gehüllt, mit Strickmütze und Norweger-Pulli, über das Licht des Nordens und das skurrile Gefühl, bei spiegelglattem Wasser noch um die 5 Knoten zu loggen – angetrieben nur von einer schwachen Höhenströmung.
Lange wird es freilich nicht so still und elegisch bleiben. Heute sollte der Wind nördlich des Hochdruck-Kerns nach und nach zulegen. Das muss er auch, damit die Nord-Route am Ende aufgeht. Immerhin sieht es so aus, als ob Boris ansonsten keine großen Hürden mehr im Weg stehen. Westlich von Irland könnte zum Wochenende der Nordnordwest durchstehen und ihn bis ins Ziel pushen, wo vorgestern noch die Gefahr eines weiteren Hochs bestand.
Auch sollte der Lauf der Gruppe im Süden, die von Thomas Ruyant angeführt wird, nicht ewig anhalten. Schon um Mitternacht mussten die Verfolger, die bis dahin um die 20 Knoten geloggt hatten, ein Leichtwindgebiet passieren, das sie auf einstellige Werte einbremste.
Das Tempo hat zwar bereits wieder angezogen und wird auch heute hoch bleiben, wenn die kleine Flottille die Azoren an Backbord lässt. Danach aber folgt eine lange und harte Amwind-Phase – dann, wenn Boris allein im Norden längst raumschots im Overdrive unterwegs sein sollte.
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Herausgeber YACHT