46 große Namen der Geschichte von Kap-Hoorn-Passagen sind bereits in diese erst vor vier Jahren eröffnete Hall of Fame der International Association of Cape Horners (IACH) aufgenommen worden. Seesegelfans sind vor allem die Geehrten der jüngeren Zeit bestens bekannt.
Aufgenommen in die Hall of Fame der Hoorn-Eroberer sind beispielsweise Vendée-Globe-Gewinner Charlie Dalin und Dauerbrennerin Samantha Davies, Franck Cammas, Jean Le Cam und Loïck Peyron. Natürlich auch Dame Ellen MacArthur, ältere Haudegen wie Eric Tabarly, Grant Dalton oder Michel “Le Professeur” Desjoyeaux und Allzeit-Stars wie Sir Peter Blake.
Auch dabei sind der erste Ocean-Race-Sieger Ramon Carlin, der “Fliegende Holländer” Cornelis Van Rietschoten und historische Hoorn-Bezwinger wie der niederländische Captain Willem Schouten, der Belgier Jacob Le Maire oder der britische Vice Admiral Robert Fitzroy. Die Übersicht zeigt alle bereits aufgenommenen und erfolgreichen “Kap-Hoorner”.
Ein deutsches Mitglied der Hall of Fame gibt es noch nicht. Dabei gäbe es einen Kandidaten, der die legendäre Landmarke schon imposante sieben Male passiert hat. Bei seinem vorletzten Mal gelang das als Etappen-Spitzenreiter im The Ocean Race 2023. Die Kap-Hoorn-Etappe gewann Team Malizia damals auch. Die Rede ist von Boris Herrmann, der den Everest des Segelsports öfter passiert hat als manch anderes bereits in die Hall of Fame aufgenommenes Mitglied. Hier ein Überblick über die sieben Kap-Hoorn-Passagen von Boris Herrmann, die wir schon im vergangenen Jahr vorgestellt hatten.
Die IACH zeigt auf ihren Seiten auch aufwendig recherchierte Übersichten zu Solo- und Team-Weltumseglungen – nonstop oder in Etappen – die am Hoorn vorbeiführten. Hier sind alle Solo-Nonstop-Weltumsegler zu finden. Unter ihnen ist auch Wilfried Erdmann, der die Welt bis 1985 mit “Kathena Nui” in 271 Tagen umsegelt hatte und die deutsche Erstleistung 2001 noch einmal von Ost nach West in 343 Tagen wiederholte. 226 Solisten zeigt die Liste.
Eine weitere Übersicht zweigt die Solo-Weltumsegler, die Zwischenstopps eingelegt haben und dabei das Hoorn passierten. Eine imposante Arbeit hat die IACH mit der Übersicht über alle Kap-Hoorn-Passagen von Mannschaften geleistet. Alle einzelnen Segler und Seglerinnen sind aufgeführt! Die Liste ist aktuell, umfasst sogar die Leistungen der gerade erst gefeierten Gewinner der Jules Verne Trophy um Skipper Thomas Coville und die Frauen-Crew vom The Famous Project, die Kap Hoorn passierten wie nie eine Crew zuvor.
Zusätzlich zur offizellen Aufnahme aller Hoorn-Meisterer in die Listen werden von der IACH seit vier Jahren regelmäßig einmal jährlich besonders verdiente Hoorn-Eroberer in die Hall of Fame aufgenommen. Dafür können Seglerinnen und Segler von jedem nominiert werden. Hier geht es zum Nominierungsformular. Die aktuelle Nominierungsfrist endet in diesem Jahr am 30. April. Der unabhängigen Jury wird von Sir Robin Knox-Johnston geleitet.
Das ist besonders bemerkenswert, denn als britische Symbolfigur für Solo-Weltumseglungen war er es, der 1969 das Sunday Times Golden Globe Race nach 313 Tagen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 4,02 Knoten gewonnen hatte. Damit hatte Knox-Johnston vor bald 57 Jahren die Referenz für alle geschaffen, die ihm folgten. Der Jury gehören unter anderen der zehnfache Solo-Weltumsegler Jean-Luc van den Heede, die siebenfache Weltumseglerin Dee Caffari (Großbritannien), Stan Honey (USA) und Kapitän Dilip Donde als erster indischer Segler an, dem eine Einhand-Weltumsegelung gelang.
Die Jury wird 15 Nominierungen von außen in die engere Wahl nehmen, über die dann alle IACH-Mitglieder abstimmen. Die besten sechs Kandidaten werden in die Hall of Fame aufgenommen. Die Preisverleihung findet voraussichtlich im September während der Startwoche der Golden Globe Solo Non-Stop-Weltumsegelung 2026/2027 in Les Sables-d’Olonne statt.

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