Tatjana Pokorny
· 01.06.2021
Die Winde scheinen mit den Führenden zu sein: Die Favoriten bleiben auf Etappe eins bei der Premiere des Ocean Race Europe vorn. Auch wenn sie am Dienstagnachmittag einen Abstecher nach Süden unternahmen, um im weiteren Verlauf dem aktuell noch aktiven flauen Band vor der portugiesischen Küste auszuweichen, so behielten sie ihre Felder doch unter Kontrolle.
In der Flotte der sieben VO65-Yachten dominierte drei Tage nach dem Start am vergangenen Samstag das Mirpuri Foundation Racing Team das Feld. Dahinter machten – fast gleichauf – mit rund 20 Seemeilen Rückstand Bouwe Bekkings "Sailing Poland" und das Team AkzoNobel Ocean Racing mit Skipper Chris Nicholson Druck. Die rote Laterne der Schlusslichter hängt zwar weiter im Heck des The Austrian Race Project, doch die Österreicher hatten am Dienstagnachmittag nur noch drei Seemeilen Rückstand auf "Viva México".
Im etwas kleineren Feld der Imocas hat sich Charlie Enrights 11th Hour Racing Team die Spitzenposition vor "LinkedOut" mit Skipper Thomas Ruyant und "Bureau Vallée" erkämpft. Hinter der viertplatzierten "Corum L'Épargne" konnte das Offshore Team Germany seinen vorherigen Rückstand von mehr als 80 Seemeilen stark reduzieren. Nur noch 60 Seemeilen hinter den Klassenbesten kämpfen Skipper Robert Stanjek und seine Crew auf dem einzigen Non-Foiler im Imoca-Feld um jeden Meter. Bei verbliebenen rund 250 bis 300 Seemeilen bis in den Etappenhafen hofft das "Einstein"-Quartett auf weitere Angriffsmöglichkeiten im Wettstreit mit den Rivalen auf Booten jüngerer Generation.
Ohne Foils galt die deutsche Imoca-Yacht von 2011, die noch für den Einbau der Unterwasserflügel vorbereitet wird, der Konkurrenz bereits vor Rennstart als klar unterlegen. Durch mit bislang guter Nutzung der eigenen Möglichkeiten ist es der Stanjek-Crew mit Annie Lush, Benjamin Dutreux und Phillip Kasüske gelungen, den Kontakt nach vorn so zu halten, dass in der Schlussphase der ersten Etappe mit möglicherweise flauerem Finale vielleicht noch eine Überraschung drin ist. Die schnellsten Boote werden am Mittwochmittag in Cascais erwartet. Hier geht es zum Live-Tracker (bitte anklicken!).

Freie Reporterin Sport