The Ocean Race Europe
Offshore Team Germany gewinnt 3. Etappe und übernimmt Gesamtführung

Die Crew um Skipper Robert Stanjek hat nach tageleanger Solofahrt im Mittelmeer als erster Imoca Genua erreicht

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 17.06.2021
Die Crew der "Einstein" feiert den Etappensieg Die Crew der "Einstein" feiert den Etappensieg Die Crew der "Einstein" feiert den Etappensieg

Sailing Energy/The Ocean Race Die Crew der "Einstein" feiert den Etappensieg

Damit gelang dem Team ein überraschender Etappensieg auf dem 600-Seemeilen-Stück von Alicante/Spanien nach Genua/Italien. In der Gesamtwertung hat das OTG nun die alleinige Führung übernommen, ihm ist schon jetzt ein Podiumsplatz nicht mehr zu nehmen. Am Samstag wird zwar noch das abschließende Küstenrennen vor Genua gesegelt, doch selbst wenn dort keine Punkte eingefahren werden, ist Platz drei unter den fünf Imocas sicher.

Die sehr leichtwindigen Bedingungen auf der Abschlussetappe des The Ocean Race Europe kamen dem einzigen Nicht-Foiler im Feld der Imocas entgegen. Die ausgeprägten Hochdruckwetterlagen machten den vermeintlichen Vorteil der hochmodernen Foiler der Konkurrenz um „LinkedOut“ (Frankreich), „11th Hour Racing“ (USA), „Corum L'Épargne“ (Frankreich) und „Bureau Vallée“ (Frankreich) zunichte. Damit war das Spiel offen, abhängig vom Wetterrouting und den richtigen Karten im Windpoker.

Sailing Energy/The Ocean Race "Einstein" treibt dem Ziel entgegen

Das Routing von OTG-Navigator Benjamin Dutreux (Frankreich) sah eine Routenführung im Norden der Balearen vor. Und so setzte die Mannschaft der deutschen „Einstein“ sofort nach der Passage der Wegmarke vor Alicante eine Wende und zog in Richtung Küste. Zunächst wählte auch „Corum L'Épargne“ den Weg dicht unter der Küste, entschied sich dann aber, den anderen Imocas auf das offene Mittelmeer zu folgen. Damit öffnete sich bereits kurz nach dem Start die breite Schere zwischen dem OTG und dem Rest der Flotte.

Es war eine bewusste Wahl der zuvor ausgeklügelten Route, keine gewollte Entscheidung für den Split. Dennoch war die „Einstein“ damit auf sich gestellt, fand aber im Norden der Balearen den besseren Wind. Während die konkurrierende Flotte zunächst südlich von Mallorca und dann noch mal zwischen Mallorca und Menorca hängen blieb, konnte das OTG-Team den Vorsprung bis zum Mittwochmorgen auf rund 100 Seemeilen ausbauen.

Sailing Energy/The Ocean Race In fast völliger Flaute ging es um Zehntelknoten

Der Abstand bot indes keine Sicherheit, und der Vorsprung verdunstete am Mittwoch wie Wasser im Mittelmeer.

Mit mehr Druck kamen die Verfolger auf, aus 100 Seemeilen wurden etwas mehr als 30 Seemeilen Abstand, als die „Einstein“ im Laufe des Mittwochs dicht unter der französischen Festlandküste kreuzte. Doch in der Nacht wurden auch „11th Hour Racing“ und „LinkedOut“, die mit dem OTG am Samstag um den Gesamtsieg kämpfen, ausgebremst. So war es vor dem finalen Schlag in Richtung Genua am heutigen Morgen ein 40-Seemeilen-Polster, das Robert Stanjek und Crew bei der Peilung auf Genua mitnahmen. Das war für die Konkurrenz nicht mehr aufzuholen. So gab es dann zur Zielankunft um 11.35 Uhr Jubel und Freude an Bord der „Einstein“ – gepaart mit Erschöpfung und Erleichterung nach einer langen, nervenzehrenden Etappe.

Das österreichische Austrian Ocean Race Project, das mit einem Etappensieg in das Rennen gestartet war, kam auf dieser Etappe nur auf den letzten Platz der sieben VO65-Yachten. Es hat auch im Küstenrennen keine Chance mehr auf einen Podiumsplatz.

Das fürs Gesamtklassement entscheidende Coastal Race wird am Samstag für die Imocas um 12.15 Uhr gestartet. Der Sieger erhält hier drei Punkte für das Ranking, die beiden Verfolger zwei und einen Punkt. In der Gesamtwertung führt das OTG das Klassement mit 14 Zählern an.

Zu den Zwischenständen...


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Themen: Offshore Team GermanyRobert StanjekThe Ocean Race

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