Ocean Race Europe: Flauten-Krimi im Finale von Etappe eins
Auftaktsieg für Österreich, Offshore Team Germany auf Platz vier

Mit sechs Sekunden Vorsprung vor "Ambersail 2" gewann das Austrian Ocean Race Project Etappe eins. Die "Einstein" unterlag im Kampf um die Podiumsplätze knapp

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 02.06.2021
Österreichischer Jubel nach dem dramatisch spannenden Zieldurchgang vor Cascais: Gerwin Jansen und sein Team gewannen die erste Etappe im Ocean Race Europe und freuen sich im Etappenhafen Cascais Österreichischer Jubel nach dem dramatisch spannenden Zieldurchgang vor Cascais: Gerwin Jansen und sein Team gewannen die erste Etappe im Ocean Race Europe und freuen sich im Etappenhafen Cascais Österreichischer Jubel nach dem dramatisch spannenden Zieldurchgang vor Cascais: Gerwin Jansen und sein Team gewannen die erste Etappe im Ocean Race Europe und freuen sich im Etappenhafen Cascais

Sailing Energy/The Ocean Race Österreichischer Jubel nach dem dramatisch spannenden Zieldurchgang vor Cascais: Gerwin Jansen und sein Team gewannen die erste Etappe im Ocean Race Europe und freuen sich im Etappenhafen Cascais

Die Zieldurchgänge erfolgten im Sekundentakt, die Zwischenstände veränderten sich wie bei einer Achterbahnfahrt, die Spannung stieg permanent. Das Finale der ersten Etappe im Ocean Race Europe hatte in den Augen seiner Fans nur einen Fehler: Es wurde nicht live übertragen. Viel aufregender kann es bei einer Entscheidung kaum mehr zugehen, als es vor Cascais an diesem Mittwochnachmittag der Fall war.

Sailing Energy/The Ocean Race Auf dem Weg ins Ziel herrschte bei aller Spannung eine fast poetische Stimmung

In portugiesischen Gewässern schob vier Tage nach dem Start in Lorient am vergangenen Samstag als Erste die französische "Corum L'Épargne" ihre Bugspitze noch vor den führenden VO65-Yachten über die Ziellinie. Damit sicherten sich Skipper Nicolas Troussel, Sébastien Josse, Marie Riou und Benjamin Schwartz den Imoca-Klassensieg mit nur eineinhalb Minuten Vorsprung vor Charlie Enrights 11th Hour Racing Team. Weitere gut eineinhalb Minuten später kam Thomas Ruyants "LinkedOut" ins Ziel. Die Franzosen waren kurz vor der Entscheidung noch einmal auf die Foils gekommen und konnten so den einzigen Non-Foiler im Feld im Kampf um die Podiumsplätze noch abfangen. Skipper Robert Stanjek und seine "Einstein"-Crew wurden mit gerade einmal fünf Sekunden Rückstand auf "LinkedOut" Vierte vor der hoch gehandelten "Bureau Vallée", deren Crew sich bei der Kurswahl heftig verspekuliert hatte.

Sailing Energy/The Ocean Race Die Auftaktsieger in der Imoca-Klasse: das Team um Skipper Nicolas Troussel auf "Corum L'Épargne"

Hochgereckte Fäuste, glückliche Gesichter und lauter Jubel kam im Ziel von der österreichischen "Sisi". Die Mannschaft um Skipper Gerwin Jansen hatte lange auf dem letzten Platz der Sieben-Boote-Flotte in der Klasse VO65 gelegen, bevor sie das flaue Finale zum grandiosen Endspurt nutzte und das Zielrevier vor Cascais zu ihrer Bühne machte. Das Austrian Ocean Race Project zog noch an allen Konkurrenten vorbei und erreichte die Linie mit sechs Sekunden Vorsprung vor "Ambersail 2". "Ich bin wirklich stolz auf das ganze Team, auf die Leistung jedes Einzelnen, auf die gemeinsame Anstrengung, die das hier möglich gemacht hat. Es ist unglaublich, jetzt hier auf dem Steg zu stehen. Ich habe es noch gar nicht richtig realisiert. Es ist einfach wunderbar", freute sich Jansen über den Konter-Sieg.

15 Sekunden hinter den Österreichern kam "Childhood 1" ins Ziel und verwies Bouwe Bekkings "Sailing Poland" auf Platz vier. Nur als siebte und letzte VO65-Yacht beendete das Mirpuri Foundation Racing Team die packende Auftakt-Schlacht. Genau wie das Imoca-Team auf "Bureau Vallée" hatten sich auch "Mirpuri"-Skipper Yoann Richomme, sein Navigator Nicolas Lunven und ihr Team bei der Kurswahl falsch entschieden, als sie ein Sperrgebiet kurz vor dem Finale nördlich passierten, statt es wie das Gros der Flotte im Süden zu umsegeln. Für die mit Profis gespickte Crew auf der einzigen VO65-Yacht mit imposanter neuer Segelgarderobe war der Etappen-K.-o.-Schlag bitter, denn das Team segelt unter portugiesischer Flagge und wurde in Cascais besonders sehnlich erwartet.

Sailing Energy/The Ocean Race Wie schon beim Start waren auch im flauen und anspruchsvollen Finale der ersten Etappe wieder "Windspotter" im Einsatz

Felix Diemer/Offshore Team Germany/The Ocean Race Ging auf dieser ersten Etappe der Ocean-Race-Europe-Premiere durch alle Höhen und Tiefen: "Einstein"-Skipper Robert Stanjek

Das Offshore Team Germany hingen beendete die Etappe trotz der knapp verpassten Podiums-Chance zufrieden. Robert Stanjek, Phillip Kasüske, Annie Lush und Benjamin Dutreux haben gezeigt, dass sich auch ein Team auf einem Non-Foiler in diesem Rennen Chancen erarbeiten kann. Skipper Robert Stanjek sagte: „Ich bin von den Socken. Ein großartiges, ein sehr intensives Rennen. Unter bestimmten Bedingungen mussten wir feststellen, dass die Foiler in einer anderen Liga segeln. Wir selbst haben absolut am Limit agiert und unsere Chancen genutzt, sobald sie sich ergeben haben. Am Ende hat es nicht sein sollen mit einem Platz auf dem Podium, aber das Team hat am Maximum gefightet."

Sailing Energy/Ocean Race Europe Das Offshore Team Germany im Einsatz auf Etappen eins

Nach einer Renndauer von vier Tagen, 50 Minuten und 14 Sekunden war dem Berliner die Erschöpfung anzumerken: „Wir sind gut durch. Es war ein sehr nasses Rennen. Unser Topspeed betrug 32 Knoten. Der Abschluss ist schade. Da konnte man noch einmal den Unterschied zwischen den Foilern und uns sehen. Die kommen aus dem Wasser und fahren gleich fünf Knoten schneller. Aber wir sind glücklich!“

Hier geht es zu den Zwischenständen im Ocean Race Europe nach Etappe eins (bitte anklicken!) .

Sailing Energy/The Ocean Race Die "Einstein"-Crew (v.r.): Annie Lush, Robert Stanjek, Phillip Kasüske und Benjamin Dutreux


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Themen: The Ocean Race

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