Platz zwei auf Etappe zwei im Ocean Race Europe
Podiumsplatz für das Offshore Team Germany

Nach Platz vier zum Auftakt gelang der "Einstein"-Crew auf Kurs Alicante Platz zwei hinter "LinkedOut". Das Mirpuri-Team gewann in der VO65-Klasse

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 09.06.2021
Start-Ziel-Sieg für Thomas Ruyants "LinkedOut", der mit Clarisse Crémer auch die schnellste Solo-Weltumseglerin an Bord hat Start-Ziel-Sieg für Thomas Ruyants "LinkedOut", der mit Clarisse Crémer auch die schnellste Solo-Weltumseglerin an Bord hat Start-Ziel-Sieg für Thomas Ruyants "LinkedOut", der mit Clarisse Crémer auch die schnellste Solo-Weltumseglerin an Bord hat

Sailing Energy/The Ocean Race Start-Ziel-Sieg für Thomas Ruyants "LinkedOut", der mit Clarisse Crémer auch die schnellste Solo-Weltumseglerin an Bord hat

Das Ende der zweiten Etappe im neuen Ocean Race Europe war flau und nervenaufreibend. Die Erlösung kam für die Segler mit dem Etappenhafen Alicante. Zwar gab es auch dieses Mal keine Live-Kommentierung des Endspurts, doch immerhin Live-Bilder. Und die zeigten, wie sehr die Crews sich in den matten Mittelmeer-Winden in Richtung Ziellinie mühen mussten. Dem Offshore Team Germany gelang es, Platz zwei ins Ziel zu bringen. Thomas Ruyants schon kurz nach dem Start enteilte "LinkedOut" war bei zwischenzeitlich großem Vorsprung trotz guter Aufholjagd nicht mehr einzuholen, hatte im Ziel knapp 20 Minuten Vorsprung vor der "Einstein". Deren Skipper Robert Stanjek und seiner Crew gelang es gleichzeitig, die im Endspurt noch einmal stark aufkommenen Verfolger bis zum Schluss in Schach zu halten.

Sailing Energy/The Ocean Race Französische Freude über den Imoca-Klassensieg auf Etappe 2: Skipper Thomas Ruyant und sein Team glänzten auf dem Abschnitt von Cascais nach Alicante

Als Überraschungsmannschaft in der Imoca-Flotte kam Charlie Enrights Team 11th Hour Racing als drittes Team knapp sieben Minuten hinter dem deutschen Non-Foiler ins Ziel. Dabei hatte die unter US-Flagge segelnde Enright-Crew kurz nach dem Start der zweiten Etappe eine Kollision mit einem vor Anker liegenden Motorboot verursacht. Das 11th Hour Racing Team hatte zu Check-Zwecken in den Starthafen Cascais zurückkehren müssen und das Rennen erst Stunden später mit rund 80 Seemeilen Rückstand wieder aufnehmen können. Bis auf eine Seemeile war 11th Hour Racing dann noch an die "Einstein" herangekommen. Doch die Mannschaft unter deutscher Flagge konnte ihren Silberrang mit konzentrierter Positionierung bis ins Ziel verteidigen. Die Plätze vier und fünf belegten die französischen Foiler "Bureau Vallée" und "Corum L'Épargne".

Sailing Energy/The Ocean Race Die "Einstein"-Crew im Glück: das Quartett und sein Anbord-Reporter Felix Diemer jubeln

In der Gesamtwertung der Imoca-Flotte liegen nach zwei der drei Etappen im Ocean Race Europe drei Teams mit jeweils neun Punkten Bug an Bug vorn: "LinkedOut" vor dem Offshore Team Germany (OTG) und 11th Hour Racing. Die Verfolger "Corum L'Épargne" und "Bureau Vallée" werden mit vier Punkten Rückstand auf die Top Drei in die dritte und letzte Etappe nach Genua starten. "Einstein"-Segler Phillip Kasüske berichtete im Etappenhafen Alicante: "Es waren wirklich ereignisreiche Stunden. Wir hatten einen guten Start mit einem schnellen Downwind-Ritt. Zwischen Portugal und Spanien war es tricky. In der Straße von Gibraltar hatten wir starken Gegenwind und mussten dem ständigen Schiffsverkehr ausweichen. Unglücklicherweise sind wir auch noch gegen einen – wir glauben – sehr großen Hai geprallt. Dadurch ist unser Steuerbord-Schwert nach hinten geschlagen und hat leichte Schäden in der Führung davongetragen.“ Die Schäden sollen in Alicante genauer untersucht werden.

Bei diesem Schaden war es nicht geblieben. In den stürmischen Bedingungen von Gibraltar gab es weitere Verluste. „Wir haben unsere Wind-Elektronik verloren, sodass wir keinerlei Winddaten mehr zur Verfügung haben“, berichtete Robert Stanjek nach dem fordernden Ritt durch die Meerange. „Das Einzige, was wir noch abrufen konnten, war unser Bootsspeed. Wir mussten durchgehend selbst steuern, da wir den Autopiloten nicht mehr einsetzen konnten. Das war wirklich hart, gerade in der Nacht, wenn man sich nur auf die Bootsspeed-Daten verlassen konnte.“ Auch zwei schlecht gesetzte Wenden, die die Crew in die Flaute führten, musste das OTG verkraften. Dadurch verlor das Team seine zeitweilige Führungsposition und rutschte bis auf Rang fünf zurück. Obwohl sich die Konkurrenz zwischenzeitlich einen kleinen Vorsprung erarbeitet hatte, gab die Mannschaft mit Stanjek, Kasüske, Annie Lush und Benjamin Dutreux nicht auf, kämpfte sich wieder heran und konnte in der dritten Nacht den finalen Podiumsplatz erkämpfen.

Martin Keruzore/Mirpuri Foundation Race Team /The Ocean Race Das Mirpuri Foundation Racing Team in knackigen Bedingungen. Am Ende von Etappe zwei ging es wesentlich flauer zu. Das Team um Skipper Yoann Richomme sicherte sich den VO65-Klassensieg

Schon vor den Imocas hatten alle sieben VO65-Yachten das Etappenziel Alicante erreicht. Hier konnte sich das Mirpuri Foundation Racing Team gegen AkzoNobel Ocean Racing und Sailing Poland durchsetzen. Nur gut vier Minuten trennten dahinter die viertplatzierte "Viva Méxiko" von Team Childhood I auf Rang fünf. The Austrian Ocean Race Project kam als sechstes Boot vor "AmberSail-2" ins Ziel. In der VO65-Gesamtwertung liegen dieselben Teams auf den ersten drei Plätzen, die in dieser Reihenfolge auch Etappe zwei beendet haben. Hier geht es zu allen Ergebnissen und den Zwischenständen im Ocean Race Europe (bitte anklicken!) .

Das Austrian Ocean Race Project rutschte nach dem Etappensieg zum Auftakt in der Zwischenwertung nach zwei von drei Etappen auf Platz vier zurück, hat aber nur zwei Zähler Rückstand auf die Mirpuri-Spitzenreiter. Eike Schurr, Bremer Anbord-Reporter im österreichischen Team, zog nach seinem ersten Ocean-Race-Einsatz positiv Bilanz: "Das war eine gute Erfahrung! Wir waren als einziges Team ohne A4-Gennaker unterwegs. In der Straße von Gibraltar ging es bei 30 Knoten auf die Nase schon recht holprig zur Sache. Ich war froh, dass ich die Ausrüstung komplett wasserdicht dabei hatte. In einer Koje habe ich nur einmal drei Stunden gelegen. Für weitere kurze Naps hatten wir bei 14 Leuten inklusive Gästen an Bord Luftmatrazen dabei."

Eike Schurr/The Austrian Ocean Race Project/The Ocean Race The Austrian Race Project im nassen Einsatz


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der YACHT-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: The Ocean Race

Anzeige