In Alicante arbeiten sie wie die Apachen, damit „Kazzam”, der momentan flügellahme Falke aus Abu Dhabi, am Donnerstag wieder auf die Piste kann, um dem Feld hinterherzufliegen. Nicht so schnell wird’s bei Sanya gehen, wo gröbere Kohlefaserchirurgie ansteht. Skipper Mike Sanderson versucht, sich und seinen Mannen Hoffnung zu machen, in Kapstadt wieder zum Feld zu stoßen, doch Experten schätzen, dass die Reparatur zwei bis drei Wochen in Anspruch nehmen könnte. Es ist eine Gratwanderung zwischen dem Ehrgeiz weiterzumachen und der Sorge um die Sicherheit. Was passiert, wenn die Kiste wieder leck wird, womöglich im Südlichen Ozean, Hunderte Meilen vom nächsten Land entfernt? „Kneifen, Rücksichtslosigkeit oder unprofessionelles Verhalten können und werden wir uns nicht leisten”, erklärte der Neuseeländer.
Unterdessen wird aber auch noch gesegelt. Langsam zwar, weil der Wind Pause hat, aber nichtsdestotrotz konzentriert. Die verbleibenden vier Teams haben sich durch die Straße von Gibraltar hindurchgequetscht, und Franck Cammas, der französische Fuchs, hat mit Groupama alle übertölpelt. Mit seiner Routenwahl, die sich eher an der afrikanischen Küste orientierte, holte er sich zwischendurch die Führung, hat diese aber laut Positionsreport von heute um 05:00 Uhr wieder an die Spanier von Telefonica abgeben müssen, die so wie Puma weiter westlich früher Wind bekommen hatten.
Die Spazierfahrt Richtung Kanaren soll aber schon demnächst wieder in eine Achterbahnfahrt übergehen, weil die Vorhersage zwei Kaltfronten mit Winden bis zu 30 Knoten prophezeit, was die Boote zum Aufkreuzen zwingen wird, wofür sie aber nicht sonderlich gut geeignet sind.
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Raus raus dem rauehen Mittlemeer
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