Volvo Ocean RaceZur Abwechslung zu sechst

Dieter Loibner

 · 19.01.2012

Volvo Ocean Race: Zur Abwechslung zu sechstFoto: Yann Riou/Groupama Sailing Team

Das gab’s schon lang nicht mehr, aber am Sonntag ist das halbe Dutzend wieder voll. Sanya stößt zum Feld für Teil 2 der dritten Etappe

  Geschafft! Sanyas Segler haben mit Verspätung den ersten Teil der 2. Etappe beendet. Dafür gibt's Punkte, aber auch für Abschnitte, die sie nicht gesegelt waren, bekommen sie Gutschriften...Foto: Andres Soriano/Team Sanya/Volvo Ocean Race
Geschafft! Sanyas Segler haben mit Verspätung den ersten Teil der 2. Etappe beendet. Dafür gibt's Punkte, aber auch für Abschnitte, die sie nicht gesegelt waren, bekommen sie Gutschriften...

Am Samstag werden die fünf aus Abu Dhabi kommenden Boote (wiedermal) vom Frachter gekrant, um sich irgendwo im Indischen Ozean mit Team Sanya vor dem zweiten Start der dritten Etappe zu vereinen. Sanya hat den aus Sicherheitsgründen unbekannten und ungenannten Ort nach der Reparatur des maroden Riggs erreicht und hofft, erstmals in diesem Rennen das Ziel zu sehen. Dem Sponsor, der Touristenregion Sanya, wäre das sicher nicht unrecht.

Dazwischen liegen 3000 mörderische Meilen, die salopp in drei Teilstücke gegliedert werden können. Die ersten 1000 Meilen führen durch das Monsungebiet bis zur Nordspitze von Sumatra. Die Schlüsselstelle wird der bis zu 200 Meilen große Windschatten Sri Lankas sein. „Gewitter, variable Winde und viele Segelwechsel,” konstatierte Gonzalo Infante, der VOR-Meteorologe.

Vorschau auf den 2. Teil der 3. Etappe

Der nächste Abschnitt ist ein 500-Meilen-Slalom zwischen riesigen Frachtern und Tankern und kleinen, oft unbeleuchteten Fischerbooten durch die Straße von Malakka. Dabei müssen die VOR-Segler einen relativ schmalen Korridor entlangsegeln und sich dabei an fünf Bahnmarken ausrichten, um sich aus dem Ärgsten rauszuhalten. Leichter Wind aber zum Teil starker Strom könnten das eine oder andere Team zum Notankern zwingen. „Very tricky”, nennt Infante dieses Szenario. „Wer nicht aufpasst, kann hier viel verlieren”. Er warnt auch vor Schlafmangel, weil in diesem Abschnitt wegen der hohen Verkehrsdichte wohl der Ausguck verstärkt werden muss.

  Chefsache: Auch Groupama-Skipper Franck Cammas legte beim Verladen Hand anFoto: Yann Riou/Groupama Sailing Team
Chefsache: Auch Groupama-Skipper Franck Cammas legte beim Verladen Hand an

Danach kommt der Linksabbieger hinauf Richtung Vietnam und weiter in die Südchinesische See und zum Ziel im Badeort Sanya auf Hainan. Bei den zu erwartenden nordöstlichen Winden wird vornehmlich aufgekreuzt werden müssen, was diese Boote nicht besonders mögen und schon gar nicht bei kurzer, steiler Welle, wie in diesen seichten Gewässern üblich. Dabei gab es beim letzten Rennen auch den meisten Bruch. „Eine Woche auf der Kreuz bei steilen Wellen von vier bis fünf Meter Höhe”, lautete die Prognose von Infante. Ganze zwei Wochen soll der Spaß dauern, das hieße Zieleinlauf in Sanya Anfang Februar.

  Einsortiert: So sah's an Deck des Frachters aus, der die Boote in Sharjah einsammelteFoto: Yann Riou/Groupama Sailing Team
Einsortiert: So sah's an Deck des Frachters aus, der die Boote in Sharjah einsammelte

Zwischenstand in der Gesamtwertung:

1. Team Telefonica 71
2. Camper with Emirates Team New Zealand 64
3. Groupama sailing team 51
4. Puma Ocean Racing powered by Berg 36
5. Abu Dhabi Ocean Racing 31
6. Team Sanya 4 (steigt erst in den 2. Teil der dritten Etappe ein)

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Aktuelle Positionen und Abstände im Live-Tracker.

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