Volvo Ocean RaceZielsprint: die letzten 1000 Seemeilen

Lars Bolle

 · 21.01.2015

Volvo Ocean Race: Zielsprint: die letzten 1000 SeemeilenFoto: Xaume Olleros / Power S

Dongfeng Race Team hat sich mit einem komfortablen Vorsprung aus der Malakkastraße gerettet. Doch noch ist nichts entschieden

"Es gibt noch so viele Fallen, in die wir tappen können", sagte Skipper Charles Caudrelier beim Verlassen der Malakkastraße. Sein Dongfeng Race Team führte beim Positionsreport am frühen Nachmittag mit rund 40 Seemeilen vor dem verfolgenden Quartett. Er hatte sogar schon einen kurzen Verholer nach Norden gesegelt, um sich wieder in eine kontrollierende Position zum Feld zu begeben.

  Mapfre vorm Bug: Wie eng es zwischen den Race-Teilnehmern selbst und auch zwischen ihnen und der übrigen Schifffahrt in der Malakkastraße zuging, zeigt dieses Bild von Bord der AlvimedicaFoto: Amory Ross/Team Alvimedica/Volvo Ocean Race
Mapfre vorm Bug: Wie eng es zwischen den Race-Teilnehmern selbst und auch zwischen ihnen und der übrigen Schifffahrt in der Malakkastraße zuging, zeigt dieses Bild von Bord der Alvimedica

Doch diese 40 Seemeilen sind auf den verbleibenden mehr als 900 Seemeilen kein sicheres Polster. "Es gibt Materialfallen, wie wir gerade eine erlebt haben", so Caudrelier. Denn bei der Genua I war die Halsleine gebrochen, die Reparatur dauerte jedoch nur etwa 30 Minuten, und es gab keinen nennenswerten Verlust des Vorsprungs. "Es war ein Wachrütteln, falls wir das gebraucht haben", so Cuadrelier, denn man habe ja gesehen, wie schnell auch 80 Seemeilen Vorsprung verlorengehen könnten.

  Die Positionen am frühen NachmittagFoto: Volvo Ocean Race
Die Positionen am frühen Nachmittag

Mitten in der Malakkastraße waren die Verfolger, allen voran Abu Dhabi Ocean Racing, bis auf 15 Seemeilen herangekommen, während Dongfeng in einer Flaute lag. Der Vorsprung hatte bereits über 100 Seemeilen betragen. Doch Dongfeng bekam den neuen Wind zuerst, während die Flotte in der Flaute feststeckte.

Alle haben jetzt die Malakkastraße passiert und die Südspitze Indonesiens gerundet.

Doch auch nach diesem nervenaufreibenden Teilstück bleibt es navigatorisch anspruchsvoll. "Es gibt auch noch viele Wetterfallen, die da lauern", so Caudrelier. Entscheidend sei jetzt erst einmal, den richtigen Zeitpunkt für die Wende nach Norden zu finden, um dann möglichst mit einem langen Schlag zur vietnamesischen Küste zu segeln. Denn weiter östlich im südlichen Chinesischen Meer gibt es eine starke Gegenströmung. Je weiter man jedoch unter die vietnamesische Küste gelange, desto mehr spielten dort Landeffekte eine Rolle. Und vor Sanya schließlich sehe es eher flau aus – und dann sei alles möglich.

Wie Dongfeng Race Team Singapur rundet und freies Wasser erreicht

Zusammenfassung des engen Positionskampfes im Verfolgerquartett

Zwischendurch war es so flau, dass bei Abu Dhabi Ocean racing der Anker geworfen wurde, um nicht rückwärts zu treiben

"Es gibt noch ausreichend Gelegenheiten, diese Etappe zu verlieren", so der Skipper.

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