Chris Nicholson, 45, Skipper von Team Vestas Wind, sagte in einem Telefon-Interview, die Entscheidung, das havarierte Boot zu verlassen, sei "die schwerste seines Lebens" gewesen.
Der Volvo Ocean 65 war mit 19 Knoten Geschwindigkeit auf ein Riff der Insel Ile du Sud gelaufen (wir berichteten), wobei beide Ruder brachen und das Heck schwer beschädigt wurde. "Es ist erstaunlich, dass dabei niemand verletzt wurde und dass das Boot nicht sofort auseinanderbrach."
Er hatte vor, bis Anbruch des Tages mit der Mannschaft an Bord zu bleiben. Zwar wurde das Ausbooten in die Rettungsinsel 15 bis 20 Mal geübt, er wollte aber auf keinen Fall in der Dunkelheit von Bord.
Nach fortgesetzten Wellenschlägen jedoch und als auch das Deck anfing durchzubiegen, beschoss Nicholson den Ausstieg.
"Wir haben einen Fehler gemacht", sagt Nicholson im Interview, "der zu dem führte, was gestern Nacht passiert ist. Aber ich bin stolz darauf, wie die Jungs damit umgegangen sind, wie sich versuchten, heute alles richtig zu machen."
Nicholson will nun nach Mauritius übersetzen und dort mit dem Manager der Landcrew, dem Australier Neil Cox, beraten, ob und wie die Yacht geborgen und sogar repariert werden kann.
Interview mit Chris Nicholson, Skipper Team Vestas Wind
Wie Team Alvimedica der Bergung verfolgte und koordinierte
Race-Direktor Knud Frostad beschreibt die Nacht aus seiner Sicht. Erste Reaktionen der Crews

Chefredakteur Digital