Volvo Ocean RaceWie gewonnen, so zerronnen

Lars Bolle

 · 12.10.2014

Volvo Ocean Race: Wie gewonnen, so zerronnenFoto: Sanchez/Volvo Ocean Race
Team SCA: Die Führung erobert – und gleich wieder abgegeben
Zwei Tage nach dem Start liegt das Feld noch dicht zusammen. Schwierige Bedingungen im Mittelmeer sorgten für häufige Führungswechsel

Das Rennen um die schnellste Passage des Mittelmeer-Stücks haben die Frauen vom Team SCA gemacht. Während die Flotte fast das gesamte erste Teilstück der Etappe dicht beisammen lag, entschied sich das Team um Skipperin Sam Davies kurz vor Gibraltar zum Ausbruch. SCA segelte nach Norden, auf die spanische Küste zu, während die anderen sechs Boote nach Süden, auf die afrikanische Küste zuhielten. Der Schlag nach Norden zahlte sich aus, fünf bis sechs Seemeilen betrug zwischenzeitlich der Vorsprung.

Doch noch während der Passage der Straße von Gibraltar schlief der Wind wieder ein, Team SCA stand im Gegenstrom, trieb sogar rückwärts, und der Rest schloss auf. Dann hatte SCA wieder besseren Wind und segelte als erstes Team in den Atlantik.

Doch schon beim aktuellen Positionsreport hat sich die Lage wieder verändert, wie übrigens bei allen vorherigen Reports die Führung wechselte. Nach der Passage des letzten von drei virtuellen Wegepunkten in der Straße bog Team Vestas als erstes nach Süden ab, SCA hielt sich am weitesten nördlich – und verlor. Beim aktuellen Report wurden die Frauen als letzte gelistet. Bei südwestlichen Winden um 16 Knoten ist es für die Flotte ein Anliegerkurs, bei dem die am weitesten südlich platzierten Boote in Luv liegen. Dabei hat SCA den Wind auch noch am weitesten von vorn und musste heute Vormittag schon kreuzen.

Alle Boote haben den Atlantik erreicht, und das Feld hat sich aufgefächert. Der Abstand von Nord nach Süd betrug zuletzt rund 15 Seemeilen, auf das Ziel berechnet lagen alle innerhalb von 14 Seemeilen zueinander, Team Vestas in Front, gefolgt von Abu Dhabi Ocean Racing.

Mit Erreichen des Atlantiks wird nun der Bordalltag für die Teams vermutlich etwas leichter – denn das sehr enge Rennen im Mittelmeer war physisch extrem belastend. "Ich merke jeden Muskel in meinem Körper", sagte Gerd-Jan Poortman, Bugmann vom Team Brunel. "Segel setzen, runternehmen, wieder setzen, wieder runter. Alles nach vorn stauen, dann wieder nach achtern."

Team Vestas Wind Bootsreport

Team SCA Bootsreport

Team Alvimedica Bootsreport

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Lars Bolle

Lars Bolle

Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und Gründer von YACHT-Online. Viele Jahre war der Diplom-Sportwissenschaftler als Redakteur der YACHT in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat die größten Segelsport-Veranstaltungen der Welt begleitet, vom America's Cup bis zu Olympischen Spielen. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu europaweiten Charter-Törns.

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