Zur Halbzeit der 13. Auflage des Volvo Ocean Race ging es für die sieben Mannschaften beim Hafenrennen vor Auckland zu Sache. Rund fünf Monate und etwa 26.000 absolvierte Seemeilen lagen bereits hinter den Mannschaften, bevor sie am Samstag in neuseeländischen Gewässern zum In-Port Race aufeinandertrafen. Nach der Kollision am Ende der vierten Etappe vor Hongkong, bei der ein chinesischer Fischer gestorben war, kreuzte auch die unter Hochdruck reparierte blaues Yacht des Teams Vestas 11th Hour Racing wieder an der Startlinie auf. Nur der Wind war nicht bereit für die schöne Show, und so kam es während der Wettfahrt immer wieder zu skurrilen Szenen.
Das Gute an Zusammenfassungen von Flautenrennen ist: Sie wirken nicht ganz so langsam wie die Live-Übertragung. Gut zu sehen ist noch einmal, wie die späteren Gewinner der Start verpassten
Das begann schon am Start, den zunächst Mapfre gewann, während die Konkurrenz sich im Knäuel verhedderte und von Team Brunel mit Wegerecht im Zeitlupentempo aus der Startzone gedrückt wurde. Sowohl Charles Caudreliers Dongfeng Race Team als auch Simeon Tienponts Team AkzoNobel und Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic mussten einen neuen Anlauf nehmen und konnten das Rennen erst mit reichlich Verspätung angehen, während sich David Witts Team Sun Hung Scallywag zunächst mit guter Geschwindigkeit in Szene setzen konnte.
Dongfeng und AkzoNobel hat der Stolperer am Start aber nicht geschadet. Im Gegenteil: Als der Wind gegen Ende der ersten Kreuz einschlief und die führenden Boote einparkten, segelten die Verfolger auf beiden Seiten im hübschen Bogen um die treibende Konkurrenz herum und übernahmen die Führung. So rundeten AkzoNobel und Vestas 11th Hour Racing die erste Wendemarke knapp vor Dongfeng und Bouwe Bekkings Team Brunel. Auf dem ersten Vormwind-Abschnitt des auf zwei Runden verkürzten Kurses übernahmen AkzoNobel und Dongfeng die Führung, gaben sie bis ins Ziel nicht mehr ab, tauschten aber im Schlussspurt noch die Plätze. "Das war ein guter Team-Sieg", freute sich der im Ziel erleichterte Dongfeng-Skipper Charles Caudrelier, "es war extrem kompliziert, extrem schwer heute". Rang drei sicherte sich Xabí Fernandez' Team Mapfre, das damit die Führung in der Wertung der Hafenrennen vor Dongfeng und AkzoNobel verteidigte. Vestas 11th Hour Racing segelte beim Comeback mit Skipper Charlie Enright auf Rang vier vor Team Brunel, Sun Hung Kai / Scallywag und Turn the Tide on Plastic.
Für alle, die es noch einmal ganz genau wissen möchten: das komplette Hafenrennen im Replay
Zwischenstand In-Port-Rennen

Freie Reporterin Sport