Volvo Ocean RaceWassereinbruch beim Führenden

Lars Bolle

 · 25.11.2014

Volvo Ocean Race: Wassereinbruch beim FührendenFoto: Brian Carlin/Team Vestas Wind/Volvo Ocean Race
Viel Spray an Deck beim Team Vestas Wind
Das Feld schiebt sich wieder zusammen, doch zwei Tage harten Gegenanbolzens fordern ihren Tribut – beim Material und bei den Crews

"Wenn 'Azzam' durch die nicht-periodischen Wellen des südlichen Indischen Ozeans bolzt, kann man bei jedem Schlag spüren, wie ihre Carbonschale flext", schreibt Abu-Dhabi-Reporter Matt Knighton. "Als ich meinen Crewkollegen bat, die Geräuschkulisse unter Deck zu beschreiben, gab er zur Antwort: Es ist wie in einer umgedrehten Badewanne, auf die jemand mit einem Hammer schlägt."

Die sieben Teams segelten zuletzt auf einem östlichen Kurs mit etwa 23 Knoten Wind. Abu Dhabi lag weiterhin knapp in Führung, hatte aber in der vergangenen Nacht eine kleine Krise zu bewältigen: "Auf einmal ging der Bilgenalarm los", schreibt Knighton. "Seewasser im Vorschiff! Parko und Daryl kletterten durchs vordere Schott und fanden sich knietief in Müll und Wasser wieder. Ein Entwässerungsbeschlag für die G3 hatte sich gelöst und in den vorderen Schiffsbereich gelenzt, in den wir unseren Müll schmeißen. Mit dem springenden Carbonrumpf unter sich griffen einige Crewmitglieder zu Eimern und lenzten das Vorschiff in 30 Minuten. Es war letztlich nur eine kleine Reparatur, die zuerst viel schlimmer aussah."

  Die Positionen heute MittagFoto: Volvo Ocean Race Die Positionen heute Mittag

Die ruppigen Bedingungen machen auch den anderen Teams zu schaffen. "Nach zwei Tagen Schlägen, und ich meine Schläge, am Wind mit einem Boot, das flacher als euer Boden ist, fühle ich mich deutlich kleiner als noch vor 48 Stunden", schreibt Alvimedica-Reporter Amory Ross. "Es ist ein ständiges Erschüttern, Stoßen, Rücken Brechen. Nach dem Start von einer Welle treibt es einen bei der Landung so stark zurück auf das Deck, dass man tatsächlich senkrechte Kompression spürt."

Harte Bedingungen: An Bord beim Team SCA

Die Bedingungen sollten sich zwar bessern, je weiter die Boote nach Norden kommen, jedoch wohl nur kurz, denn voraus liegt ein tropischer Sturm. "Tro-tro-tropical storm? Ist das ein trinkbarer Fruchtcocktail", fragt Stefan Coppers, Team-Brunel-Reporter. "’ Ein tropischer Sturm ist schrecklich’, antwortete unser Belgier Louis Balcaen mit saurer Miene, und mir wurde klar, dass ich offensichtlich nicht der einzige bin, der sich auf diese Begegnung nicht gerade freut. Auf dem Bildschirm in der Navigation zeigte unser Sturmexperte Bouwe Bekking auf einen roten Punkt, der genau auf unserer Route liegt, und sagte: ‚Rot = 60 Knoten Wind.’"

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