Wie bei einem Verfolgungsrennen wurden die Boote gestern früh gemäß Rückstand auf Telefonica, die die Sonntagsrunde auf der Bucht von Sanya gewann, einzeln gestartet. Und zunächst waren Leichtwindkünste gefragt, denn in der Abdeckung der hohen Berge rund um Sanya gab es praktisch keinen Wind. Groupama und Franck Cammas, die als Zweite losfuhren, erschlichen sich bei diesen Verhältnissen vorerst die Führung.
Dann kam die neuseeländische Camper von hinten auf, deren Mannschaft von einer Mischung aus Ehrgeiz und Heimweh angetrieben wird. Man werde Stück für Stück aufgerieben, wie ein Stück Käse, beschrieb Campers Kameramann Hamish Hooper den schrittweisen geistigen und körperlichen Abbau bei einem so strapaziösen Event. „Doch die Jungs sind hart im Nehmen und konzentriert. Und es ist fantastisch, endlich heim nach Auckland zu segeln.”
Doch mit der Ruhe war’s bald vorbei, denn die vorhergesagten Restseen vom gestrigen Sturm warfen die Boote bald wild auf und ab. „Wir fallen derartig brutal von den Rücken dieser steilen Wellen, dass es schwer ist, sich auf den Beinen zu halten, geschweige denn ein Segel zu trimmen oder zu steuern”, erzählt Nick Dana von Abu Dhabi Ocean Racing. „Unter Deck sieht es aus wie auf dem Schlachtfeld. Ein paar Leute haben sich schon übergeben, und die anderen schlucken schwer.”
Die beiden nächsten Tage werden ganz im Zeichen solcher Bocksprünge, aber auch der Taktik stehen, um sich für die Durch- bzw. Ausfahrt aus der Straße von Luzon am besten zu positionieren. Es ist eine Wanderung auf dem schmalen Grat zwischen Geschwindigkeit und Sicherheit. Dann geht es eine Weile mit Nordostpassat voran, ehe die flaue südpazifische Konvergenzzone zu durchqueren ist. Aktuell segelt das Feld geschlossen nach Nordosten. Laut Positionsbericht von 2 Uhr MEZ liegt Camper vor Groupama und Telefonica. Die Ankunft der Ersten in Auckland wird um den 8. März erwartet.
4. Etappe: Erster Tag auf See
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