Volvo Ocean RaceVier haben Gesamtsieg im Visier

Dieter Loibner

 · 10.05.2012

Volvo Ocean Race: Vier haben Gesamtsieg im VisierFoto: Ian Roman/Volvo Ocean Race
Michael Müller, deutscher Bugmann Pumas, wird von der Familie begrüßt
An der Reihenfolge änderte die 6. VOR-Etappe nichts, an den Abständen schon. Plötzlich haben die vier Top-Teams Chancen auf den Gesamtsieg
  Camper läuft unter grauem Himmel in Miami einFoto: Marco Oquendo/Volvo Ocean Race Camper läuft unter grauem Himmel in Miami ein

Spiegelverkehrtes Ergebnis. Puma, der Sieger des sechten Teilstücks beim Volvo Ocean Race, ist immer noch Vierter im Gesamtklassement, doch nur noch 17 Punkte hinter Telefonica, die in der Etappe Rang 4 belegten, aber im Gesamten weiter vorn bleiben. Dazwischen liegen Groupama auf Platz 2 und Camper auf Platz 3. Jeder Patzer wird nun doppelt schmerzhaft, weil es immer weniger Zeit gibt, Fehler auszubügeln. Den Neuseeländern gefällt, dass sie die Teams, die in der Wertung vor ihnen liegen, auf dem Wasser hinter sich gelassen haben. „Es ist so knapp, wie die Skipper prophezeit haben”, erklärt Camper-Chef Chris Nicholson. „Hoffentlich fällt die Entscheidung erst in Galway.”

  Meister Müller und Familie: Der deutsche Bugmann Pumas wird von den Lieben begrüßtFoto: Marco Oquendo/Volvo Ocean Race Meister Müller und Familie: Der deutsche Bugmann Pumas wird von den Lieben begrüßt

Ken Reads Puma-Team, das nach dem Mastbruch auf der ersten Etappe angeschlagen wirkte und wohl auch war, ist nun nach zwei aufeinanderfolgenden Etappensiegen so richtig in Schuss. „Warum nicht wir? Das ist schon seit einiger Zeit das Motto. Warum sollen wir es nicht schaffen?”, fragte Read rhetorisch. „Mental war dieses Teilstück schwer, doch keiner hat ausgerastet. Und das ist das Beste an dieser Crew.”

  Echt happy: Franck Cammas und Groupama segelten mit Extremschlag noch an Telefonica vorbei und dürfen somit weiter hoffenFoto: Ian Roman/Volvo Ocean Race Echt happy: Franck Cammas und Groupama segelten mit Extremschlag noch an Telefonica vorbei und dürfen somit weiter hoffen

Und Franck Cammas, der nach dem Start in Brasilien mit der Groupama-Truppe lange dem Feld hinterhergesegelt war, ist erst recht glücklich, weil er mit einem Extremschlag in den Bahamas noch auf Platz 3 nach vorn gesegelt war und dabei auch noch Telefonica überholt hat, die in der Gesamtwertung nur noch 11 Punkte entfernt sind. „Physisch war das die leichteste Etappe, aber der Stress war seit Alicante am höchsten”, meinte der Franzose. „Alle liegen eng beisammen, alles bleibt offen, und die Schlacht geht weiter.”

  Bei Nacht und Regen: Abu Dhabi kommt als Fünfter und Letzter in Miami anFoto: Ian Roman/Volvo Ocean Race Bei Nacht und Regen: Abu Dhabi kommt als Fünfter und Letzter in Miami an

„Dass die Boote hinter uns den Abstand verringern konnten, ist nicht so gut”, sagte ein sichtlich enttäuschter Iker Martinez, der mit Telefonica am Anfang des Rennens beinahe unschlagbar schien. „Wir sind nicht nervös, müssen aber besser segeln und einfach alles richtig machen.” Abu Dhabi bleibt weiter an fünfter Stelle mit wenig Aussicht auf mehr als Achtungserfolge und dürfte sich auf die Rückkehr von Sanya freuen, die eher in ihrer Preisklasse segeln und bei der nächsten Etappe wieder dabei sein sollen.

Weiter geht’s am 19. Mai mit dem In-Port Race um 13 Uhr Ortszeit. Der Start zur siebten Etappe nach Lissabon folgt am Sonntag, 20. Mai, ebenfalls um 13 Uhr Ortszeit, das ist jeweils um 19 Uhr MESZ.

6. Etappe

  1. Puma 17 d, 01 h, 13 m, 59 s, 30 Punkte
  2. Camper 17 d, 02 h, 21 m, 24 s, 25 Punkte
  3. Groupama 17 d, 07 h, 29 m, 03 s, 20 Punkte
  4. Telefónica 17 d, 08 h, 06 m, 38 s, 15 Punkte
  5. Abu Dhabi 17 d, 15 h, 57 m, 37 s, 10 Punkte

Gesamtwertung

  1. Telefónica 164 Punkte
  2. Groupama, 153 Punkte
  3. Camper 149 Punkte
  4. Puma 147 Punkte
  5. Abu Dhabi 68 Punkte
  6. Sanya 25 Punkte
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