Volvo Ocean RaceTeam Brunel behauptet die Führung

Lars Bolle

 · 08.12.2014

Volvo Ocean Race: Team Brunel behauptet die FührungFoto: Stefan Coppers/Team Brunel/Volvo Ocean Race
Team-Brunel-Skipper Bouwe Bekking am Rad
Fällt gerade die Vorentscheidung der Etappe? Abu Dhabi Ocean Racing verliert den Anschluss und hofft auf eine Chance im Golf von Oman

Die Etappenentscheidung wird derzeit für den 13. Dezember prognostiziert. Dann soll die erste Yacht Abu Dhabi erreichen. Dass es dabei zu einem Heimsieg für Abu Dhabi Ocean Racing reichen wird, ist momentan so unwahrscheinlich wie noch nie auf dieser Etappe. Beim Positionsreport um 14.00 Uhr lag das Emirate-Team mit 42 Seemeilen deutlich hinter Team Brunel zurück. Die Holländer haben sich zudem auch vom Dongfeng Race Team elf Seemeilen absetzen können. Dabei spielt der Mannschaft um Bouwe Bekking in die Karten, dass es bis zum Golf von Oman ein Anliegerkurs ist und den Verfolgern nichts übrig bleibt, als im Kielwasser zu folgen. Angriffskurse hätten immer erhebliche Umwege zur Folge.

Natürlich drückt das auf die Stimmung bei den Verfolgern. "Wenn der Trimm und das Segel auf über 100 Prozent maximiert sind und man trotzdem bei jedem Report Meilen verliert, ist man schon etwas gereizt", schreibt Reporter Matt Knighton.

  Wohl kein Zufall: Erstmals wird ein Bild vom Veranstalter veröffentlicht, auf dem Papier-Kartenarbeit bei der Navigation zu sehen ist. Hier trägt Will Oxley, Alvimedica-Navigator, die Gezeiten für den Golf von Oman einFoto: Amory Ross/Team Alvimedica/Volvo Ocean Race Wohl kein Zufall: Erstmals wird ein Bild vom Veranstalter veröffentlicht, auf dem Papier-Kartenarbeit bei der Navigation zu sehen ist. Hier trägt Will Oxley, Alvimedica-Navigator, die Gezeiten für den Golf von Oman ein

Sollte die derzeitige Reihenfolge bis ins Ziel bestehen bleiben, ergäbe sich die interessante Konstellation von drei Teams mit jeweils vier Punkten.

Doch die verbleibenden knapp 700 Seemeilen für Brunel können lang werden. Im Golf von Oman und anschließend der Straße von Hormus herrschen leichte, teils umlaufende Winde. Darauf setzt auch Abu Dhabi Ocean Racing. "Es mag derzeit nicht so aussehen, aber 30 Seemeilen können sich schnell in nichts auflösen", sagte Skipper Ian Walker im Boots-Report gestern Abend. "Es sind noch 900 Seemeilen zu segeln, 450 davon auf der Kreuz in leichten Winden, wo alles möglich ist."

Die Entscheidung von Abu Dhabi, den etwas östlicheren Kurs der beiden damaligen Verfolger vor ein paar Tagen nicht mitzugehen, hat sich letztlich gerächt. Wie schwierig die taktischen Anforderungen aber sind, zeigt das Beispiel Mapfre. Die Spanier waren am weitesten nach Osten gegangen und sind dort quasi verhungert.

  Die Positionen um 14.00 UhrFoto: Volvo Ocean Race Die Positionen um 14.00 Uhr

Das Verfolgertrio scheint mit Rückständen von nun 300 bis 400 Seemeilen chancenlos im Kampf um die Podiumsplätze.

Team Brunel an-Bord-Aufnahmen, Bouwe Bekking spricht

Analyse der aktuellen Rennsituation und Ausblick in der Zusammenfassung

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Lars Bolle

Lars Bolle

Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und Gründer von YACHT-Online. Viele Jahre war der Diplom-Sportwissenschaftler als Redakteur der YACHT in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat die größten Segelsport-Veranstaltungen der Welt begleitet, vom America's Cup bis zu Olympischen Spielen. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu europaweiten Charter-Törns.

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