So hatten sich Skipper Ian Walker und sein Abu Dhabi Ocean Racing Team diese siebte Etappe nicht vorgestellt. Unter den ersten drei wollten sie der Gesamt-Führende sein, nur einen Platz weg vom Gesamt-Zweiten Dongfeng, um damit den Sack schon so gut wie zu zumachen.
Und nun das: vorletzter Platz. Nur Team SCA noch dahinter. Das Ganze im direkten Anflug halbwinds auf Lissabon, mit nur noch wenigen taktischen Möglichkeiten, es geht allein um Speed.
Vor zwei Tagen verpasste Abu Dhabi den Anschluss in einem Leichtwindgebiet und versucht seitdem, das Schlimmste zu vermeiden. Das wäre ein letzter Platz, während Dongfeng um den Etappensieg mitfährt und so möglichst viele Punkte aufholt.
Mit sechs Zählern führt Abu Dhabi noch, ein eigentlich sicheres Polster, das nun schwinden könnte. Beim Positionsreport am Morgen fehlten Dongfeng nur 5,7 Seemeilen auf das führende Team Brunel, Mapfre war weniger als eine Seemeile voraus. Dahinter ein großes Loch, Alvimedica gut 27 Seemeilen zurück, acht Seemeilen vor Abu Dhabi.
Noch knapp 400 Seemeilen waren es bis Lissabon, die Ankunft sollte morgen in den Morgenstunden sein. Für Abu Dhabi gibt es nur noch Alvimedica zu holen, aber auch das ist bei der verbleibenden Distanz eher unwahrscheinlich. Nach derzeitigem Stand würde Dongfeng zwei Punkte gutmachen, nur noch vier zurückliegen. Und falls Skipper Charles Caudrelier das Husarenstück gelänge und er diese Etappe noch gewinnen würde, trennten beide nur noch zwei Punkte – und alles wäre wieder offen.