Die Vorhersage hat sich weitgehend bewahrheitet, und die Flotte, die mittlerweile auf Steuerbordbug gewendet hat, wird vom stürmischen Nordostwind und mächtigen Wellen gebeutelt. Rausgebeutelt hat’s dabei ein Schott im Bugbereich von Abu Dhabi, das die Lasten des Vorlieks der kleinen Fock aufnehmen sollte. Also lautete der Entschluss: zurück und reparieren. Nach dem Mastbruch am Anfang und dem freiwilligen Ausscheiden des ersten Steuermanns stellt dies einen weiteren Rückschlag für das Team dar, das bisher weit hinter den Erwartungen hersegelt. Allerdings haben sie auch Glück im Unglück: Das Servicepersonal in Auckland rührte das Epoxid schnell an und arbeitete auch sonst fix, somit konnte „Azzam” innerhalb von 24 Stunden wieder auf den Parcours.
„Wären wir schon eine Woche unterwegs gewesen, wären wir glatt weitergesegelt”, erklärte Walker. „Ich denke nicht, dass der Schaden eine strukturelle Bedrohung ist, aber es wäre (draußen) eine große Reparatur gewesen, dieses Schott wieder einzusetzen, um den Zug der Vierer-Fock aufzunehmen, die wir im Südmeer wohl 80 Prozent der Zeit brauchen werden. Weil wir nur 40 Meilen von Auckland entfernt waren, entschieden wir uns, umzukehren und den Schaden schneller und besser reparieren zu lassen, damit wir uns auf die Aufholjagd konzentrieren können.”
Zumindest die Hoffnung lebt, denn es handelt sich um eine sehr lange und schwere Etappe und Abu Dhabis Rückstand auf das Feld betrug beim Neustart „nur” 200 Meilen. Mit ein bisschen Wetterglück, solidem Segeln und vor allem ohne weiteren Bruch wäre dies unter Umständen aufholbar. Doch das interessiert die anderen im Moment so gar nicht. 48 Knoten Wind und mehr als fünf Meter hohe Wellen wurden mit dem Positionsreport von 02:00 Uhr gemeldet. Die Schoten wurden unterdessen etwas geschrickt, und der wilde Ritt geht mit über 18 Knoten Schnitt Richtung Antarktis. Das Motto: So viel Tempo wie nötig, so viel Schonung wie möglich. Ob’s gut geht? Am besten die Galerie durchklicken ...
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