Das Volvo Ocean Race ist in eine historische Phase eingetreten – wenn auch im negativen Sinne. In den nächsten Stunden werden nach und nach die Symbole der Yachten aus der Darstellung im Racetracker genommen. Sie erscheinen in einem Extrafenster, das keinen Bezug mehr zum Umfeld hat, also wie eine Lupe funktioniert. Man kann zwar sehen, wie sich die Yachten zueinander positionieren und wie die Abstände sind, jedoch nicht mehr die Positionen auf der Welt und den genauen Kurs. Auch Wetterdaten gibt es nicht mehr. Damit geht auch ein Gutteil der Spannung verloren, Taktiken und Chancen lassen sich kaum noch verfolgen.
Berichte, Fotos und Videos von Bord gibt es dagegen weiterhin.
Dieser Stealth Mode, das Verschwinden aus dem Zusammenhang, ist ein Tribut an die Piratengefahr im Indischen Ozean. Die Seeräuber könnten sonst ja, wie jeder Zuschauer zu Hause, genau auf dem Plotter verfolgen, wo ein Team abzufangen ist.
Die Schutzmaßnahmen gehen sogar so weit, dass die Yachten in einem nicht näher spezifizierten Hafen auf einen Frachter verladen und in den Persischen Golf gebracht werden (wir berichteten).
Ab jetzt heißt es also: auf Wiedersehen – spätestens zum Coldplay-Konzert an Silvester in Abu Dhabi.
Übrigens: Team Sanya wird es wohl noch etwas länger auf dem Schirm geben, denn das Boot wird immer noch im Hafen von Tolanaro auf Madagaskar repariert.

Chefredakteur Digital