The Ocean Race

Volvo Ocean Race: Spanier erreichen Auckland als Erste

Jochen Rieker

 · 27.02.2015

Volvo Ocean Race: Spanier erreichen Auckland als ErsteFoto: VOR/X. Olleros

Erster Etappensieg für "Mapfre" und Skipper Xabi Fernandez – Abu Dhabi übernimmt mit zweitem Platz erneut die Führung, Dongfeng Dritte

Wimpernschlag-Finale in Neuseeland! Dass es knapp ausgehen würde, war schon am Vorabend klar. Wie knapp tatsächlich, das war dann aber doch eine kleine Überraschung, selbst wenn man bedenkt, dass da identische Einheitsklasse-Yachten um die Welt segeln.

Nur 4 Minuten und 25 Sekunden trennten am Ende die spanischen Sieger von Ian Walkers Abu Dhabi Ocean Racing, der mit seinem zweiten Platz in Auckland in der Gesamtwertung wieder Erster ist und damit seiner Favoritenrolle gerecht wird. Auch Charles Caudreliers Crew auf Dongfeng ließ nicht lange auf sich warten. Das chinesische Team, das sich zwischenzeitlich vom letzten auf den ersten Rang vorgearbeitet hatte, wurde seinerseits nur Minuten nach Walker & Co. Dritte.

  Abu Dhabi erreicht Auckland als Zweite und übernimmt die Führung in der GesamtwertungFoto: VOR/D. Sanchez
Abu Dhabi erreicht Auckland als Zweite und übernimmt die Führung in der Gesamtwertung

An Spannung mangelt es dieser Auflage des Volvo Ocean Race wahrlich nicht. Vier Etappen – vier verschiedene Sieger! Das verspricht eine selten offene und abwechslungsreiche zweite Hälfte zu werden. Zumal der Verlauf dieses letzten Teilstücks vor dem Southern Ocean und Kap Hoorn zeigt, wie stark sich die Leistungen der Mannschaften angeglichen haben – und wie entscheidend ein einziger Fehler oder ein glücklicher Schlag sein kann.

Am härtesten traf es dabei die Holländer. Brunel hatte durch einen genialen Schlenker nach Norden zu Beginn der Etappe die Führung erobert – nur um einige Tage später nach hinten durchgereicht zu werden. Es tue ihm leid für sein Team, sagte Skipper Bouwe Bekking zerknirscht, das "sehr gut gesegelt" sei. Am Ende sei es ein Fehler von ihm und Navigator Andrew Cape gewesen, der sie die Führung gekostet habe. Mit Rang 5 büßte Brunel wertvolle Punkte auf die beiden in der Gesamtwertung vor ihm liegenden Teams ein, Abu Dhabi und Dongfeng.

Auch die Etappenssieger von "Mapfre" erlebten ein Auf und Ab. Nach dem Ausfall ihrer Satellitenantenne waren sie zeitweise ohne Wetterinformationen. Doch sie konnten den Fehler beheben und sich nach und nach nach vorn kämpfen. Er sei "überglücklich, überglücklich", strahlte Xabi Fernandez, der auf den letzten beiden Etappen die Skipperrolle von seinem langjährigen Segelpartner Iker Martinez übernommen hatte. "Es war ein sehr hartes Teilstück, besonders die letzten paar Tage." Während sein Team anfangs und bei der Passage der Rossbreiten noch etwas langsamer gewesen sei als die Führenden, setzten sie sich am Morgen des letzten Tages auf See an die Spitze, als Abu Dhabi und Dongfeng für einen Moment bekalmt lagen.

"Wir haben uns auf der zweiten und dritten Etappe sehr gesteigert, aber uns unterlaufen immer noch einige Fehler", so Fernandez. "Ich hoffe, wir segeln von jetzt an so wie zuletzt."

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