Volvo Ocean RaceSolidarität für die "Scallywags"

Tatjana Pokorny

 · 19.04.2018

Volvo Ocean Race: Solidarität für die "Scallywags"Foto: Volvo Ocean Race/Ainhoa Sanchez
Sun Hung Kai / Scallywag in Itajaí
Mit der Ankunft in Itajaí hat die jüngste Herausforderung begonnen: die Arbeit von zwei Wochen in drei Tagen zu schaffen – alle anderen Teams helfen mit

Die ersten bewegten Bilder und Interviews mit Mitgliedern aus David Witts Team Sun Hung Kai / Scallywag zeigen im brasilianischen Hafen Itajaí eine fokussierte und entschlossene Mannschaft. Kaum war das aus Chile von einer befreundeten Überführungs-Crew in den Etappenhafen gebrachte Boot festgemacht, da begann auch schon die jüngste Herausforderung für das Team um Skipper David Witt. Mit großer Helferschar und vielen Freiwilligen aus den anderen Teams wurde umgehend die Ausrüstung von Bord getragen, die Segel in die Werkstatt gebracht und das Boot zügig aus dem Wasser gekrant. Wofür die meisten Boote bis auf das ebenfalls verspätet eingetroffene Team Vestas 11th Hour Racing viel Zeit hatten, das müssen die "Scallywags" nun im Zeitraffer-Tempo schaffen. "Wir haben die Arbeit von zwei Wochen in knapp drei Tagen zu erledigen", fasste "Scallywag" Luke Parkinson die Lage kurz zusammen.

Die Scallywag-Überführungs-Crew hat Itajaí erreicht. Knapp drei Tage bleiben der Mannschaft, ihr Boot auf die achte Etappe vorzubereiten

  Kaum in Itajaí angekommen, schon aus dem Wasser: Das Team Sun Hung Kai / Scallywag hat keine Zeit zu verlierenFoto: Volvo Ocean Race / Rich Edwards Kaum in Itajaí angekommen, schon aus dem Wasser: Das Team Sun Hung Kai / Scallywag hat keine Zeit zu verlieren  Wo man am Donnerstag in Itajaí auch hinschaute: Überall im Hafen packten Mitglieder aus anderen Teams mit an, damit Sun Hung Kai / Scallywag bis Sonntag zum Start ins Hafenrennen fertig wirdFoto: Volvo Ocean Race/Ainhoa Sanchez Wo man am Donnerstag in Itajaí auch hinschaute: Überall im Hafen packten Mitglieder aus anderen Teams mit an, damit Sun Hung Kai / Scallywag bis Sonntag zum Start ins Hafenrennen fertig wird

Wie schwer das tödliche Unglück ihres Crew-Kameraden und Freundes John Fisher auf den Schultern der Seglerinnen und Segler lastet, war den Gesichtern in David Witts Crew anzusehen. Der vor dem Unglück als ehrgeizig, heiter und bisweilen auch frech agierenden Mannschaft ist das bekannte Lächeln abhanden gekommen. Doch aufgeben wollen sie nicht. "Wir werden wohl einen neuen Vorbereitungsrekord im Volvo Ocean Race aufstellen", erklärte Navigatorin Libby Greenhalgh in Itajaí. Bei den umfangreichen Arbeiten erhält die Mannschaft nicht nur intensive Unterstützung der Veranstalter, sondern auch von allen anderen Teams im Rennen. "Wir haben keine Sekunde zu verlieren", hieß es in einem Team-Statement, "wir sind in Itajaí sehr warmherzig begrüßt worden und haben die massive Unterstützung aller Teams. Wir danken allen für die unglaublich große Hilfe in dieser schweren Zeit."

  Eine herzliche Umarmung für Sun Hung Kai / Scallywags Navigatorin Libby GreenhalghFoto: Volvo Ocean Race/ Pedro Martinez Eine herzliche Umarmung für Sun Hung Kai / Scallywags Navigatorin Libby Greenhalgh

Zur Teilnahme am Hafenrennen, das heute um 19 Uhr deutscher Zeit gestartet und live übertragen wird (www.volvooceanrace.com), reicht es für das Team Sun Hung Kai Scallywag nicht. Es sind also nur sechs Teams mit von der Partie, wenn es um wertvolle Punkte für die "Inport"-Wertung im Rennen um die Welt geht. Diese Wertung ist deshalb von Bedeutung, weil die Platzierungen bei eventuellen Gleichständen in der Gesamtwertung den Ausschlag geben. In Itajaí findet das siebte von insgesamt elf Hafenrennen statt.

In der Wertung der Hafenrennen gibt es bislang eine "Dreiklassen-Gesellschaft": An der Spitze ringen Mapfre (37 Punkte) und Dongfeng (34 Punkte) um den Sieg. Dahinter tragen AkzoNobel (27 Punkte) und Team Brunel (26 Punkte) im Kampf um den dritten Podiumsplatz eine Art niederländische Meisterschaft aus. Am Ende des Feldes mühen sich Vestas 11th Hour Racing (16 Punkte), Sun Hung Kai / Scallywag (15 Punkte) und Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic (11 Punkte) um den Anschluss.

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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