Tatjana Pokorny
· 21.03.2018
Das Missgeschick war bereits am Dienstag geschehen, die Folgen danach für jedermann sichtbar: Risse in der J2 haben Bouwe Bekkings Team Brunel die Position in der Spitzengruppe gekostet. Seine Mannschaft war nach dem Materialbruch Stück für Stück zurückgefallen. Erst am Mittwoch konnte das reparierte Segel wieder gesetzt werden. Seitdem ringt die Mannschaft auf dem gelben Boot auf Platz fünf um Wiederanschluss an die vorderen Boote.
Die Führung hatte am Donnerstagmorgen Simeon Tienponts Team AkzoNobel übernommen und über Nacht ausgebaut. Als schnellstes Boot in den vorangegangenen 24 Stunden hat sich die Mannschaft etwa auf Höhe des 53. Breitengrades einen Vorsprung von knapp 9 Seemeilen auf das in der Gesamtwertung führende spanische Team Mapfre erarbeitet. Knapp 10 Seemeilen hinter den Holländern und nur eine hinter Mapfre machte Charles Caudreliers Dongfeng Race Team Druck. Im Verdrängungsrennen auf Ost-Kurs Kap Hoorn haben inzwischen Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic und David Witts Team Sun Hung Kai / Scallywag ein wenig den Anschluss an die dominierenden Boote verloren. Caffaris Rückstan ist auf knapp 40 Seemeilen angewachsen, Witts "Scallywags" liegen 55 Seemeilen hinter AkzoNobel.
Brunels Missgeschick beschrieb Bouwe Bekking so: "Gestern hatten wir zwei Risse im Achterliek unserer J2. Das war teuer, weil wir nicht mehr in der Dreier-Vorsegel-Kombination segeln konnten. Wir mussten das Segel unter Deck holen, es ausrollen und zur Reparatur ausbreiten. Zur Entfernung des Salzwassers und zum schnellstmöglichen Trocknen haben wir Aceton benutzt. Wir haben einen speziellen Kleber für Segelreparaturen, entschieden uns aber für die gute alte Sikaflex-Methode, weil der 'Heilungsprozess' dann in diesen Temperaturen schneller voranschreitet (weil Sikaflex in sehr feuchten Bedingungen schneller aushärtet, d. Red.). Für Abby, Carlo und Kyle bedeutete das Arbeit in drei Schichten. Wobei Letzterem die glückliche Aufgabe zukam, die neuen Verstärkungen mit der Hand aufzunähen. Das ist wirklich nicht einfach bei einer Bootsgeschwindigkeit von 21 Knoten, wenn das Boot über die Wellen bockt und sie sich dabei im Vorschiff befinden. Aber sie haben einen super Job gemacht. Am frühen Morgen konnten wir das Segeln dann wieder setzen."

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