Volvo Ocean Race"Scallywags geben niemals auf!"

Tatjana Pokorny

 · 04.04.2018

Volvo Ocean Race: "Scallywags geben niemals auf!"Foto: Konrad Frost/VOR

David Witt hat sich zehn Tage nach dem tödlichen Unglück seines besten Freundes John Fisher im Southern Ocean zurückgemeldet. Sein Team setzt das Rennen fort

Auf diese Entscheidung haben viele gewartet: Zehn Tage nach dem tödlichen Unglück seines Crew-Mitglieds und besten Freundes John Fisher hat sich Skipper David Witt via Facebook mit einem ersten öffentlichen Kommentar zurückgemeldet. Seine Botschaft: "Scallywags geben niemals auf!" Das Team Sun Hung Kai / Scallywag will das Volvo Ocean Race beenden und hat nun nach den schweren Tagen einen Wettlauf gegen die Zeit zu bestehen. Eine Überführungs-Crew soll das graue Boot mit der rot-weißen Welle schnellstmöglich in den brasilianischen Etappenhafen Itajaí bringen.

  Skipper David Witt: "Scallywags geben niemals auf!"Foto: Scallywag
Skipper David Witt: "Scallywags geben niemals auf!"

David Witts kämpferische Botschaft am späten Mittwochabend:

"Wenn du den Schmerz fühlst und genug hast von dem Spiel, du aber jung bist, mutig bist und schlau, dann packst du dich selbst am Schopf, klopfst dir den Staub ab – weil es das Weitermachen ist, was so schwer fällt. Die Scallywags werden weitermachen! Unsere Überführungscrew ist eingetroffen, und wir befinden uns jetzt im Rennen gegen die Zeit, um es rechtzeitig zum Start zur nächsten Etappe in Brasilien zu schaffen. Wir sind alle verletzt. Aber wir sind nicht raus! Scallywags werden niemals jemals aufgeben! Wir werden es zum Start schaffen, uns umeinander kümmern und das Rennen beenden. Wir werden den besten Job machen, den wir können. Für alle Scallywags und zu Johns Gedenken und Ehren. Im Namen des Teams möchte ich allen unseren Unterstützern für ihre Nachrichten des Beistands danken. Das hat uns in dieser schweren Zeit enorm geholfen. Witty"

  Das Team Sun Hung Kai / Scallywag während der siebten Etappe, auf der Crew-Mitglied John Fisher in der Nähe von Point Nemo über Bord ging und verschollen bliebFoto: Konrad Frost/VOR
Das Team Sun Hung Kai / Scallywag während der siebten Etappe, auf der Crew-Mitglied John Fisher in der Nähe von Point Nemo über Bord ging und verschollen blieb

Die Nachricht, die schon nach einem halben Tag mit fast 500 durchweg Mut machenden und emotionalen Kommentaren versehen war, schickte das Team aus dem chilenischen Hafen Puerto Montt, wo die erschütterte Mannschaft nach dem tragischen Unglück und weiteren schweren Sturmtagen ihren ersten Schutzhafen gefunden hatte. Der erste Kommentar kam von Team Brunel: "Wow! Es ist unglaublich, wie groß euer Herz ist! Wir wünschen euch das Beste für die rechtzeitige Ankunft in Itajaí und einen stilvollen Rennabschluss. Das wird der größte denkbare Tribut an John sein, der vorstellbar ist! Go, Scallywags!"

In Puerto Montt hat inzwischen die Polizei die offiziellen Untersuchungen im Fall des auf See verschollenen John Fisher aufgenommen, die Crew-Mitglieder befragt und auch die Spurensicherung an Bord geschickt. Inzwischen aber hat Witt offenbar die Erlaubnis, dass sein Boot den Hafen wieder verlassen kann.

  Simeon Tienponts Team AkzoNobel erlebte in der letzten Nacht vor dem Zieldurchgang noch ein Gewitter auf SeeFoto: VOR
Simeon Tienponts Team AkzoNobel erlebte in der letzten Nacht vor dem Zieldurchgang noch ein Gewitter auf See

AkzoNobel segelt aufs Podium

In der weiter laufenden siebten Etappe hat inzwischen Simeon Tienponts holländisches Team als dritte Mannschaft nach 18 Tagen, 3 Stunden, 38 Minuten und 24 Sekunden auf See die Ziellinie vor Itajaí gekreuzt und den letzten Podiumsplatz gesichert. Auf See kämpft noch Dee Caffaris Team Turn the Tide on Plastic mit einem Vorsprung von knapp 260 Seemeilen auf das spanische Team Mapfre. Beide Mannschaften hatten auf der Königsetappe der 13. Auflage des Volvo Ocean Race mit Mast-Problemen zu kämpfen. Die Spanier hatten sogar einen 13-Stunden-Reparaturstopp vor Kap Hoorn einlegen müssen und segeln dem Feld deshalb in unglücklich flauen Winden so deutlich hinterher.

  Überglücklich schließt der ehemalige Volvo-Ocean-Race-Gewinner und Doppel-Olympiasieger Torben Grael seine Tochter Martine Grael nach der brutalen siebten Etappe in der Heimat in die Arme. Sie segelt ihre Ocean-Race-Premiere mit dem Team AkzoNobelFoto: VOR
Überglücklich schließt der ehemalige Volvo-Ocean-Race-Gewinner und Doppel-Olympiasieger Torben Grael seine Tochter Martine Grael nach der brutalen siebten Etappe in der Heimat in die Arme. Sie segelt ihre Ocean-Race-Premiere mit dem Team AkzoNobel

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