Volvo Ocean RaceSCA-Frauen im Speedrausch

Tatjana Pokorny

 · 25.10.2014

Volvo Ocean Race: SCA-Frauen im SpeedrauschFoto: Amory Ross/Alvimedica/VOR
VOR 2014/2015 – Bilder von Bord der Teams
Kurz nach dem Bergfest der ersten Etappe haben die SCA-Frauen die Rote Laterne des Schlusslichts an das spanische Team Mapfre angegeben
  Die Strapazen der ersten zwei Wochen stehen den SCA-Frauen ins Gesicht geschriebenFoto: Halloran/SCA/VOR Die Strapazen der ersten zwei Wochen stehen den SCA-Frauen ins Gesicht geschrieben

Nach fast 15 Tagen auf See rasten die SCA-Frauen am Sonntagmorgen mit einer aktuellen Durchschnittsgeschwindigkeit von 18,8 Knoten am schnellsten in Richtung Süden. Ihr Motivationsschub: Das Team um Skipperin Sam Davies hatte über Nacht die spanische Mapfre-Crew hinter sich gelassen und die Rote Laterne des Schlusslichts an die Männer um Skipper Iker Martinez abgegeben. Die hatten sich für einen sehr küstennahen Kurs entschieden und dafür teuer bezahlt. Grund für langanhaltende Zufriedenheit im SCA-Team lieferte dieser kleine Etappenerfolg allerdings nicht, denn der Rückstand der Verfolger auf die Spitzenreiter Abu Dhabi Ocean Racing und Team Brunel war wieder auf über 140 Seemeilen angewachsen. Mit 55 Seemeilen Abstand auf Ian Walkers Team aus Abu Dhabi hatte das dänische Team Vestas Wind seinen dritten Platz souverän verteidigt und dabei das beste 24-Stunden-Etmal der Flotte noch einmal auf 419 Seemeilen hochgeschraubt.

  Nachtschicht an Bord von AlvimedicaFoto: Amory Ross/Alvimedica/VOR Nachtschicht an Bord von Alvimedica

Mehrere Teams meldeten von Bord, dass sie erstmals seit dem Start in Alicante in einem einigermaßen regelmäßigen Wachrhythmus operieren. Die ersten zwei Wochen hatten den Mannschaften aufgrund der teilweise stattfindenden Kopf-an-Kopf-Rennen immer wieder Sondereinsätze abgefordert. Vor den sieben Crews liegt aber bereits die nächste große Herausforderung: das St.-Helena-Hoch, das sich wie eine riesige Qualle in Form und Ausdehnung ständig verändert und in der Vergangenheit schon oft maßgeblichen Einfluss auf die Platzierungen auf dieser ersten Etappe hatte. Das Hoch blockiert den Weg der Boote nach Kapstadt. Insbesondere die Navigatoren müssen sich nun Gedanken darüber machen, ob es für sie möglicherweise ein Durchkommen ohne große Flautenstopps geben kann oder ob sie den längeren, aber sichereren Weg um das Hoch herum wählen. Eine Option der Navigatoren besteht darin, einen südlicheren Kurs zu wählen und sich in ein kleines Tiefdruckgebiet einzuklinken, das sich gerade vor Rio de Janeiro bildet. Auf diesem Kurs wären zwar mehr Seemeilen zu absolvieren, doch er bietet die Chance, mit dem Tiefdruckgebiet schneller ostwärts zu gelangen.

  Auch in der Navigationsecke von Team Vestas Wind wird über die optimale Ansteuerung von Kapstadt gegrübeltFoto: Brian Carlin/Vestas Wind/VOR Auch in der Navigationsecke von Team Vestas Wind wird über die optimale Ansteuerung von Kapstadt gegrübelt  Die Navigatoren sind – wie hier an Bord von Alvimedica – im Umgang mit dem St.-Helena-Hoch gefordertFoto: Amory Ross/Alvimedica/VOR Die Navigatoren sind – wie hier an Bord von Alvimedica – im Umgang mit dem St.-Helena-Hoch gefordert

Während die Flotte auf der mit 6.487 Seemeilen zweitlängsten Etappe des Rennens um die Welt noch etwa eine Woche auf See ist, bereitet sich der erste Etappenhafen Kapstadt auf die Ankunft der Segler vor. Das Race Village wird am 1. November eröffnet. Die Heimat von fast vier Millionen Menschen liegt etwas nördlich vom Kap der Guten Hoffnung und markiert einmal mehr den ersten Zwischenstop der bekanntesten Segelregatta um die Welt.

  Nasser Job im Volvo Ocean Race: das VorschiffFoto: Amory Ross/Alvimedica/VOR Nasser Job im Volvo Ocean Race: das Vorschiff
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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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