Volvo Ocean RaceRechts, links oder doch die Mitte?

Dieter Loibner

 · 24.04.2012

Volvo Ocean Race: Rechts, links oder doch die Mitte?Foto: Amory Ross/Puma Ocean Racing
Segelwechsel auf Puma mit Kelvin Harrap
Auf dem Weg zum Wind sucht die Volvo-Flotte vor Brasilien den schnellsten Weg. Wer die besten Karten hat, wird sich demnächst zeigen
  Puma in Fahrt: Beim letzten Positionsreport waren sie die SchnellstenFoto: Amory Ross/Puma Ocean Racing Puma in Fahrt: Beim letzten Positionsreport waren sie die Schnellsten

„Man muss in der Nähe des Gegners bleiben”, kommentierte Chris Nicholson, der Skipper des wiederhergestellten roten Renners von Camper, der im Moment die sechste Etappe des Volvo Ocean Race anführt. Nächster Gegner, geografisch gesehen, wäre im Moment die Truppe von Abu Dhabi, die so wie die Neuseeländer die Innenbahn knapp unter Land gewählt hat. Dabei mussten beide Boote in der Nacht einem Kabelleger großräumig ausweichen, der vor der brasilianischen Küste agierte.

  Auf Windsuche: Telefonicas Skipper Iker Martinez (l.) holt sich Rat von Pablo ArrateFoto: Diego Fructuoso/Team Telefonica Auf Windsuche: Telefonicas Skipper Iker Martinez (l.) holt sich Rat von Pablo Arrate

Weiter draußen, in Kursmitte, hat sich Puma inzwischen allerdings von einem Privatparkplatz freigesegelt und macht mit drei Knoten mehr Bootsgeschwindigkeit schnell Distanz auf die mathematisch führenden Kiwis gut. „Es gibt keinen eleganten Weg aus dieser Ecke”, sagte Pumas Navigator Tom Addis. Damit meint er die Kaltfront, die die Boote noch von der Passatzone trennt.

  Der Trimm muss passen, denn Groupama will die Chance auf den Gesamtsieg wahrenFoto: Yann Riou/Groupama Sailing Team/Volvo Ocean Race Der Trimm muss passen, denn Groupama will die Chance auf den Gesamtsieg wahren

Und noch weiter im Osten haben Groupama und Telefonica nach einem frustrierenden Tag ebenfalls nachgelegt, um Jagd auf Camper zu machen. „Wir wollen langsam weg von der brasilianischen Küste”, erklärt Franck Cammas, der Skipper der Franzosen, der für heute Leichtwind erwartet und sogar damit rechnet, dass gekreuzt werden muss. Bis der Passat anschiebt, sind in diesem Geduldspiel die Nerven gespannt wie Drahtseile. Denn eines ist gewiss: Jede taktische Entscheidung wiegt nun schwerer, weil Anzahl und Länge der Etappen sinken, also weniger Gelegenheit bleibt, Fehler oder Bruch auszubügeln.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Apropos Bruch: Das havarierte Boot von Team Sanya, das bei dieser Etappe nicht dabei ist, wird dieser Tage im Hafen von Savannah im US-Bundesstaat Georgia erwartet, von wo es nach Reparatur des erlittenen Ruderschadens nach Miami überstellt wird, um das Transatlantik-Teilstück nach Portugal mitzusegeln.

Meistgelesen in der Rubrik Regatta