Volvo Ocean RacePuma parkt, Telefónica siegt weiter

Dieter Loibner

 · 18.02.2012

Volvo Ocean Race: Puma parkt, Telefónica siegt weiterFoto: Paul Todd/Volvo Ocean Race
Alles beisammen. Kurz nach dem Start zum ersten Teilstück. Telefonica (ganz rechts) segelte unspektakulär, profitierte aber von den Fehlern der anderen

Offiziell war’s der erste Teil der vierten Etappe. In Wahrheit ging’s aber um die Startzeiten für das um Mitternacht beginnende Teilstück

Wie gemeldet, werden die sechs Teams aufgrund gefährlicher Wetterbedingungen in der ­Südchinesischen See verspätet auf die 5.220 Meilen lange Etappe von Sanya nach Auckland geschickt. Der von den Organisatoren genannte Zeitpunkt ist Mitternacht nach mitteleuropäischer Zeit. Dabei werden die Boote hintereinander losgeschickt, und zwar in der Reihenfolge und mit den Zeitabständen, die beim „Vorstart” ermittelt wurden. Dafür segelte die Flotte bei leichten bis mittleren Winden ein 43-Meilen- Rennen in der Bucht von Sanya, das fast schon erwartungsgemäß von Telefónica gewonnen wurde. Mit zwei Minuten, 34 Sekunden Abstand folgte Groupma, vor Abu Dhabi, die eine weitere Minute zurücklagen. Danach Sanya mit siebeneinhalb und Camper mit etwas mehr als neun Minuten Abstand. Iker Martinez und sein Team segelten genau so, wie es sich für Favoriten gehört: konservativ und opportunistisch. Deshalb waren die Spanier stets zur Stelle, als es galt, von den Strafkringeln oder taktischen Fehlern der anderen zu profitieren.

Verlagssonderveröffentlichung

Die Rolle des tragischen Helden fiel wieder einmal Puma zu, die sage und schreibe 39 Minuten Rückstand aufwiesen, nachdem sie schon meilenweit geführt und wie die sicheren Sieger ausgesehen hatten. Doch auf dem letzten Bahnschenkel Richtung Marina wählten sie als einziges Boot einen Kurs weiter draußen, eine Entscheidung, die sich rächen sollte. Denn sie fielen in ein Windloch und mussten tatenlos zusehen, wie das gesamte Feld an ihnen vorbeizog. „Selten habe ich etwas so böse schiefgehen sehen, das so gut begonnen hatte”, sagte der frustrierte Skipper Ken Read. „Wir lagen zwei Meilen vorn und parkten in einem Loch. Dort saßen wir dann anderthalb Stunden fest. Es war zum Verrücktwerden.”

  Lage gut, Ergebnis weniger. Nach famosem Start schlug sich die Puma-Crew diesmal selbstFoto: Paul Todd/Volvo Ocean Race
Lage gut, Ergebnis weniger. Nach famosem Start schlug sich die Puma-Crew diesmal selbst

Laut Wetterdienst bessern sich die Bedingungen entlang des Kurses nach Neuseeland, dessen erster Flaschenhals die berüchtigte Straße von Luzon ist. Der Wind hat nachgelassen und wird laut Vorhersage auf Ost drehen, doch konfuse Wellen werden die ersten 700 Meilen alles andere als angenehm gestalten.Danach wird es für die Taktiker darum gehen, möglichst rasch den Nordost-Passat zu finden, der nicht nur stramme Winde, sondern auch günstige Segelwinkel mit sich bringen sollte. Zumindest, bis das Feld in den Flautengürtel der südpazifischen Konvergenzzone eintaucht, wo das Rennen dann möglicherweise abermals neu gestartet wird.

  Im Topp. Pumas Bugmann Casey Smith hält ganz oben Ausschau nach WindFoto: Paul Todd/Volvo Ocean Race
Im Topp. Pumas Bugmann Casey Smith hält ganz oben Ausschau nach Wind

Die Startzeiten:

Erster Teil 4. Etappe

Team Telefónica: 0:00 Uhr MEZ

Groupama Sailing Team: 0:02:34

Abu Dhabi Ocean Racing: 0:03:36

Team Sanya: 0:07:32

Camper with Emirates Team New Zealand: 0:09:13

Puma Ocean Racing powered by Berg: 0:39:17

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