Volvo Ocean RacePuma muss Telefonica abwehren

Andreas Fritsch

 · 06.03.2012

Volvo Ocean Race: Puma muss Telefonica abwehren
4.Etappe
Der Zielsprint der Etappe nach Auckland wird zum packenden Finale. Groupama behauptet sich an der Spitze, dahinter scheint alles offen
  4.EtappeFoto: VOLVO OCEAN RACE 4.Etappe

Keine 800 Meilen sind es mehr bis ins Ziel nach Auckland, und es zeichnet sich ein sehr interessantes Finish ab. Zwar führt das französische Groupama-Team mit komfortablen 138 Meilen Vorsprung, doch dahinter ist nichts mehr sicher, nachdem Puma gestern fast sechs Stunden in einer Regenwand einparkte und nur noch mit dem halben Speed des Verfolgers Telefonica unterwegs war. Bis unter 20 Meilen schmolz der Vorsprung von Ken Reads Truppe zusammen, darunter auch der Deutsche Michi Müller.

  Stand des Rennens heute morgenFoto: VOLVO OCEAN RACE Stand des Rennens heute morgen

Skipper Ken Read mailte spürbar gefrustet von Bord, was passiert war: "Alles lief normal, dann kamen zwei Regen-Böen direkt aus der Hölle. Richtige "Sucker-Squalls", mit viel Regen und null Wind darin. Mitten in der Nacht. Wir waren gut unterwegs, als auf dem Radar plötzlich ein fetter, grüner Fleck in der Größe von Texas auftauchte – ein Regengebiet. Keine Möglichkeit, es zu umfahren. Zweimal blieben wir praktisch stehen für fast sechs Stunden. Zur aktuellen Position des Racetrackers geht es hier.

  4.EtappeFoto: VOLVO OCEAN RACE 4.Etappe

Im Anschluss philosophierte Read noch etwas über die dreistündigen Positions-Updates, die die Rennleitung an alle Teams schickt. "Auf der einen Seite machen sie das Rennen spannend. Ich habe schon oft gesagt, dass dieses Rennen eigentlich gar keine Langstrecken-Regatta ist, sondern eine Serie von 3-Stunden-Races. Eine sehr lange Serie. (...) Die Updates halten dich auf Trab, aber sie sind auch eine emotionale Achterbahnfahrt. Die letzten Tage zum Beispiel haben wir mit unserem östlichen Kurs in jedem Update Camper und Telefonica Meilen abgenommen. Jeder an Bord war obenauf. Und dann kamen die beiden Regen-Böen. Ich kann sagen, dass die beiden Updates danach wohl die schlimmsten des ganzen Rennens für uns waren. Es war wie ein Schlag in die Magengrube."

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Zurzeit muss sich Puma mächtig strecken, um vor den Verfolgern zu bleiben, beim letzten Update waren es gerade noch 22 Seemeilen Vorsprung und Telefonica war mit fast 1,5 Knoten mehr Speed unterwegs. Die zum Wochenende erwartete Ankunft in Auckland verspricht noch einmal richtig Spannung, weil auch die Wettervorhersagen sehr unterschiedlich sind, wie Chris Nicholson von Camper erklärt: "Es gibt zwei Vorhersagemodelle, eins prognostiziert für die Ankunft einen längeren Am-Wind Schlag gegen relativ kräftigen Wind, ein anderes Modell sagt eine eher flaue Brise aus Ost voraus". Würde das zweite Modell greifen, wäre es sogar noch denkbar, dass die Führende "Groupama" in das Windloch hineinsegelt und die Verfolger noch aufschließen könnten.

Andreas Fritsch

Andreas Fritsch

Freier Autor

Andreas Fritsch segelte seit Kindesbeinen an, erst mit der Jolle, später mit eigenen Kielschiffen auf der Elbe und der Ostsee. Ab 1997 arbeitete er für die YACHT, ab 2001 schwerpunktmäßig im Bereich Reise und Charter. Er war in fast allen Revieren weltweit unterwegs und gilt als Charter-Experte. Er hat zwei Revierführer für das Mittelmeer geschrieben. Seit einigen Jahren segelt er mit einem GFK-Klassiker vom Typ Grinde auf der Ostsee und arbeitet aktuell als Freier Autor für YACHT und BOOTE.

Meistgelesen in der Rubrik Regatta