Skipper Ken Read und seinen Kämpfern, zu denen auch der Kieler Michael Müller gehört, fiel nach dem Zieldurchgang am Mittwochabend (MESZ) ein Fels vom Herzen. Mit fünf Meilen und etwas mehr als einer Stunde Vorsprung auf den roten Renner von Camper retteten sie sich ins Ziel und feierten so bei sommerlichen Temperaturen den angepeilten Heimsieg in Miami.
Das Teilstück, das bei meist milden Bedingungen gesegelt wurde, war das diametrale Gegenteil zur wilden fünften Etappe von Neuseeland rund um Kap Hoorn nach Brasilien, die Puma nicht nur gewinnen konnte, sondern auch als einziges Schiff der Flotte ohne Schaden überstanden hatte. Doch wie in Itajai, wo „Mar Mostro” mit wenigen Minuten Vorsprung auf Telefonica siegreich war, blieb es auch auf diesem Teilstück bis zum Schluss sehr spannend.
In der vorangegangenen Nacht musste Puma nämlich an der Nordspitze der Insel Eleuthera bei absoluter Flaute hilflos zusehen, wie die Neuseeländer von achtern mit besserem Wind aufkamen, dann allerdings selbst in einem Windloch hängenblieben. Der letzte Schlag nach Westen Richtung Ziel entwickelte sich zur Taktikschlacht, in der auch der von Süden nach Norden setzende Golfstrom ein wichtiger Faktor war.
„Unglaublich”, sagte der überglückliche Read im Ziel. „Das war hauchdünn. Die Jungs auf Camper segelten ausgezeichnet, doch ich bin stolz auf mein Team, sie hätten es nicht besser machen können.” Damit holte sich Puma nicht nur das vierte Podestfinish in sechs Etappen und den zweiten Etappensieg hintereinander, sondern auch 30 Punkte in der Gesamtwertung, womit sich das Klassement an der Spitze verdichten wird. Auch Camper wird mit ihren 25 Punkten Boden auf die Gesamtführenden vonTelefonica gutmachen. Wie viel, hängt davon ab, ob die Spanier, die 55 Meilen vor dem Ziel noch hinter Groupama lagen, an den Franzosen vorbeikommen können.
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