Volvo Ocean RacePech für Abu Dhabi – rechts überholt

Lars Bolle

 · 26.04.2015

Volvo Ocean Race: Pech für Abu Dhabi – rechts überholtFoto: Matt Knighton / Abu Dhabi Ocean Racing / Volvo Ocean Race

Von der ersten auf die letzte Position in nur einer Nacht. Der Gesamtführende hofft nun auf mehr Glück in den voraus liegenden Doldrums

Am Freitag hatte Abu Dhabi Ocean Racing noch in Luv des Feldes auf einem Schlag mit Wind von Backbord hinaus auf den Südatlantik gelegen. In der Nacht drehte dann der Wind nach rechts, flaute ab. Es geschah, was Regattasegler sonst nur von Binnenseen kennen: Die in Lee liegenden vier Boote wenden, der Wind dreht weiter, und sie können mit einem schönen Bogen anluven. Abu Dhabi dagegen wendet etwas zu früh im Dreher, kommt nicht an den frischen Wind heran und wird außen herum überholt. Später bekommen die nun in Luv liegenden vier Boote auch noch einen Extra-Dreher nach links mit mehr Wind und können mit einem besseren Winkel zum Wind mehr Speed fahren.

  Unter Deck, hier bei Brunel, herrscht brütende Hitze. Die Wassertemperatur beträgt 30 GradFoto: Stefan Coppers/Team Brunel/Volvo Ocean Race
Unter Deck, hier bei Brunel, herrscht brütende Hitze. Die Wassertemperatur beträgt 30 Grad

Als sei das noch nicht genug, wendet Team Alvimedica deutlich früher nach Norden und zieht auch zwischenzeitlich an Abu Dhabi vorbei, sodass der Gesamtführende plötzlich Letzter ist. Zwar kann sich das Team wieder herankämpfen, zuletzt bis auf Platz vier. Doch noch ist der Vorsprung auf die Spitze groß. Dongfeng führt mit rund zehn Seemeilen vor Mapfre und Brunel, dann folgen mit rund 20 Seemeilen Abu Dhabi, SCA und Alvimedica.

Am Freitag liegt Abu Dhabi Ocean Racing (gelb) noch in Luv des Feldes in Führung
Foto: Volvo Ocean Race

War das schon eine Vorentscheidung? Der Weg nach Newport scheint keine großen strategischen Herausforderungen mehr zu beinhalten. Bleibt die Hoffnung: "Wir wissen nicht, ob das schon der kritische Teil der Etappe war", so Abu-Dhabi-Reporter Matt Knighton, "oder ob da später noch etwas kommt, vielleicht in den Doldrums. Da ist noch viel von der Regatta übrig."

Morgen werden die Boote den Äquator queren.

Wie Experten die entscheidende taktische Situation kommentieren – mit dabei der ehemalige Teilnehmer Tim Kröger aus Hamburg

Meistgelesene Artikel