Das Feld ist in zwei Dreierteams geteilt. An der Spitze liegen, mit nur vier Seemeilen Abstand eng beieinander, Abu Dhabi, Brunel und Dongfeng. Dahinter, mit rund 300 Seemeilen Querabstand, Team Alvimedica ganz im Westen, SCA in der Mitte und Mapfre ganz im Osten. Dieses Trio hat jedoch schon 120 bis 130 Seemeilen Rückstand hinter den Führenden. Nachdem das Tiefdruckgebiet nach Süden abgezogen ist, befindet sich die Flotte in einem ausgeprägten Flautenloch, die Boote machten zuletzt gerade zwei bis vier Knoten über Grund. Während Team Alvimedica zunächst von der Flaute profitierte, weil vorn alles einparkte und so der Rückstand des Assistenz-Stopps für das havarierte Team Vestas Wind aufgeholt werden konnte, stehen nun alle gleichermaßen.
"Das sind diese Tage, die zählen", sagt Charles Caudrelier, Skipper von Dongfeng Race Team. "Wer den frischen Wind zuerst bekommt, könnte wirklich weg sein."
Doch das kann dauern, auch für die nächsten Tage ist Flaute angesagt. "Zehn Tage mit weniger als zehn Knoten Wind", prognostiziert Caudrelier.
Dazu ist es auf zehn Grad Süd mittlerweile sehr heiß und feucht. Wegen der geringen Geschwindigkeit können die Crews aber endlich auch Dinge tun, die sonst zu kurz kommen – etwa sich im Cockpit zu waschen. "Es wehen hier frische Düfte über Deck, das war teilweise ganz anders", schreibt Dongfeng-Reporter Yann Riou.
Bei den sehr ruhigen Schiffsbewegungen sind sogar zahnärztliche Behandlungen möglich, wie das Video von Abu Dhabi Ocean Racing zeigt, in dem ein Loch im Zahn mit Epoxid gefüllt wird.
Zahn-OP bei Abu Dhabi Ocean Racing

Chefredakteur Digital