Volvo Ocean RaceNachhaltiges Engagement: Vestas macht's noch einmal

Tatjana Pokorny

 · 20.03.2017

Volvo Ocean Race: Nachhaltiges Engagement: Vestas macht's noch einmalFoto: Ainhoa Sanchez / Volvo Ocean Race

Der Meeres-Marathon hat weiteren Zuwachs bekommen: Das 2014 so dramatisch auf ein Riff gelaufene Team Vestas feiert sein Comeback – in neuer Besetzung

Am 29. November 2014 hatte das unter dänischer Flagge segelnde Team Vestas mit Skipper Chris Nicholson und Navigator Wouter Verbraak für weltweite Schlagzeilen gesorgt. Etwa 250 Seemeilen nordöstlich war ”Vestas“ während der zweiten Etappe auf ein Riff aufgelaufen. Bei dem Unglück wurde niemand verletzt, doch das Team verpasste durch den aufwändigen Bergungsprozess und das notwendige Wieder-Indstandsetzen der Yacht mehrere Etappen und musste sich schließlich nach vielversprechendem Auftakt unter Wert geschlagen geben.

  Machten bei ihrer Premiere im letzten Rennen als Neulinge einen guten Eindruck: Charlie Enright und Mark Towill gehen erneut als Duo ins Rennen und übernehmen das Kommando für die dänisch-amerikanische Kampagne Vestas 11th Hour RacingFoto: Amory Ross / Team Alvimedica / Volvo Ocean Race
Machten bei ihrer Premiere im letzten Rennen als Neulinge einen guten Eindruck: Charlie Enright und Mark Towill gehen erneut als Duo ins Rennen und übernehmen das Kommando für die dänisch-amerikanische Kampagne Vestas 11th Hour Racing

Navigator Wouter Verbraak war damals in die Kritik geraten, musste das Team als Einziger verlassen. Die Erlebnisse und auch die Gründe für das Auflaufen hat der international weiter sehr gefragte Stratege später in einem Buch noch einmal geschildert. Skipper Chris Nicholson andererseits hatte nach dem Vorfall keine persönlichen Konsequenzen gezogen, beendete das Rennen, kommt aber – zumindest als "Vestas"-Skipper – nicht wieder.

  Das Bild von der so unglücklich gestrandeten "Vestas" ging 2014 um die WeltFoto: NCG Operations Room / MRCC Mauritius
Das Bild von der so unglücklich gestrandeten "Vestas" ging 2014 um die Welt
  Wer an "Vestas" im Volvo Ocean Race denkt, der hat dieses Bild aus dem Jahr 2014 vom gestrandeten Boot vor Augen. Das Team tritt an, um bei der kommenden Auflage vorn mitzumischenFoto: Brian Carlin/Team Vestas Wind/Volvo Ocean Race
Wer an "Vestas" im Volvo Ocean Race denkt, der hat dieses Bild aus dem Jahr 2014 vom gestrandeten Boot vor Augen. Das Team tritt an, um bei der kommenden Auflage vorn mitzumischen

Wie das neu formierte Team Vestas 11th Hour Racing heute bei zeitgleichen Pressekonferenzen in Newport in den USA und im dänischen Aarhus bekannt gab, werden die beiden Amerikaner Charlie Enright und Mark Towell die Kampagne anführen. Ihre Volvo-Ocean-Race-Karriere hatten sie bei der letzten Auflage mit dem Team Alvimedica begonnen. Nun erhielten sie das Vertrauen der beiden Team-Partner Vestas und 11th Hour Racing.

Wendy Schmidt, Mitgründerin und Präsidentin der hinter 11th Hour Racing stehenden Schmidt Family Stiftung, sagte: "Mark und Charlie waren in den vergangenen zwei Jahren als Botschafter für 11th Hour Racing im Einsatz. Sie haben im letzten Rennen selbst aus erster Hand erfahren, wie verschiedene Umweltbelastungen und Plastikmüll das Leben im Meer zerstören und uns alle bedrohen. Bei unserer Partnerschaft mit Vestas geht es darum, zu einem positiven Wandel und zu neuen Denkweisen im Bereich Energie und mit Blick auf die natürlichen Ressourcen unseres Planeten zu inspirieren."

  Für den globalen Energiekonzern Vestas macht der Einsatz in Wind und Wellen Sinn. Die Umsetzung des Begriffs "renewable" (dt.: erneuerbar) hatte sich das Team 2014 allerdings anders vorgestellt. Dass sie nach der Riffkollision ihr Boot "erneuern" mussten, war nicht der Plan. Im kommenden Rennen soll unter neuer Führung besser laufenFoto: Mark O'Brien/Volvo Ocean Race
Für den globalen Energiekonzern Vestas macht der Einsatz in Wind und Wellen Sinn. Die Umsetzung des Begriffs "renewable" (dt.: erneuerbar) hatte sich das Team 2014 allerdings anders vorgestellt. Dass sie nach der Riffkollision ihr Boot "erneuern" mussten, war nicht der Plan. Im kommenden Rennen soll unter neuer Führung besser laufen

Die Mannschaft, deren weitere Mitglieder zunächst ungenannt blieben, die aber sicher dänische Verstärkung erhält, wird im nächsten Schritt die in Lissabon nach dem Refit bereitgestellte Yacht abholen und die verbleibende Zeit bis zum Start des Volvo Ocean Race am 22. Oktober für intensives Training und mehrere Atlantik-Überquerungen im April und im Mai nutzen. Die Yacht wird unter dänischer und amerikanischer Flagge ins Rennen gehen. Nach AkzoNobel, Mapfre und Dongfeng ist nun also Team vier bekannt. Sieben Monate bleiben Mark Turner und seinem Team, daraus eine veritable Flotte für den Kurs von Alicante über Lissabon, Kapstadt, Melbourne, Hongkong, Guangzhou, Auckland, Newport, Cardiff und Göteborg nach Den Haag zu machen.

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