Volvo Ocean RaceNach Ruderbruch zurück an die Spitze

Tatjana Pokorny

 · 18.10.2014

Volvo Ocean Race: Nach Ruderbruch zurück an die SpitzeFoto: Yann Riou/Dongfeng Race Team
Nach dem Ruderbruch: In einer konzentrierten zweistündigen Nachtschicht ersetzt die Crew das abgebrochene durch ein neues Ruder
Eindrucksvolle Crew-Leistung im Volvo Ocean Race: Das Dongfeng Race Team hat nach Ruderbruch und Reparatur die Führung zurückerobert

Das Dongfeng Race Team hat die Konkurrenz das Fürchten gelehrt. Die chinesisch-französische Mannschaft mit schwedischer Verstärkung hatte am frühen Samstagmorgen um 4.10 Uhr deutscher Zeit nach Kollision mit einem unbekannten Objekt ("Ufo") den Bruch des linken der beiden Ruder gemeldet. Die zu diesem Zeitpunkt in Führung liegende Mannschaft um Skipper Charles Caudrelier ließ sich von dem Schock aber nicht lange aufhalten. Binnen zwei Stunden war es dem Team gelungen, das kaputte Ruder aus- und ein Ersatzruder einzubauen. Dabei hatte Thomas Rouxel, der während der Kollision gesteuert hatte und von der Wucht des Aufpralls gegen das Steuerrad geschleudert worden war, in stockfinsterer Nacht tauchen müssen.

  Das Motto während der bangen Stunden an Bord: "Es geht nicht darum, wie groß ein Problem ist, sondern darum, wie du damit umgehst"Foto: Yann Riou/Dongfeng Race Team Das Motto während der bangen Stunden an Bord: "Es geht nicht darum, wie groß ein Problem ist, sondern darum, wie du damit umgehst"

Das Ruder war bei der Kollision glatt in Rumpfnähe abgebrochen. Als das Unglück geschah, hatte das Dongfeng Race Team 18 Seemeilen Vorsprung auf Abu Dhabi Ocean Racing. Nach der Reparatur waren es neun Seemeilen Rückstand auf Ian Walkers Team. Und auch das dänische Team Vestas Wind war vorbeigezogen. Dongfengs Teammanager Bruno Dubois sagte nach dem unsanften Weckanruf: "Ich war glücklich ins Bett gegangen, denn wir hatten ja 18 Seemeilen Vorsprung."

Ihren hart erarbeiteten Vorsprung wollte sich die Mannschaft nach gelungener Reparatur und dem bravourösen Bestehen ihrer bislang größten Herausforderung unbedingt zurückerobern. Und das taten die Außenseiter eindrucksvoll. Am Sonntagmorgen lag das Dongfeng Race Team mit 32 Seemeilen Vorsprung auf die Teams Vestas Wind und Abu Dhabi Ocean Racing wieder an der Spitze. Zwei Seemeilen dahinter lauert das holländische Team Brunel auf seine Chance. Weitere sechs Seemeilen hinter Team Brunel war das spanische Team Mapfre positioniert. Noch mehr Boden verloren hatten indes Team Alvimedica mit 70 und das Frauen-Team SCA mit 91 Seemeilen Rückstand auf das kaum aufzuhaltende Dongfeng Race Team, das am frühen Sonntagmorgen mit der besten Drei-Stunden-Durchschnittsgeschwindigkeit von 17,5 Knoten und dem südlichsten Kurs der Flotte mit Ziel Kapstadt über den Atlantik raste.

  So eng geht es im Volvo Ocean Race auf den neuen Einheitsyachten immer wieder zu. Hier ein Blick aus dem Heck von Dongfeng in Richtung Team BrunelFoto: Yann Riou/Dongfeng Race Team/Volvo Ocean Race So eng geht es im Volvo Ocean Race auf den neuen Einheitsyachten immer wieder zu. Hier ein Blick aus dem Heck von Dongfeng in Richtung Team Brunel

Hier geht es zum Video, das Dongfengs Reparatur bei Nacht zeigt:

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Tatjana Pokorny

Tatjana Pokorny

Freie Reporterin Sport

Tatjana „tati“ Pokorny ist Autorin von neun Büchern. Sie arbeitet als Reporterin für die YACHT, berichtete unter anderem von neun Olympischen Spielen, als Korrespondentin für die Deutsche Presse-Agentur (DPA), das Hamburger Abendblatt sowie weitere nationale und internationale Medien. Kernthemen sind der America's Cup, das Ocean Race, die Vendée Globe, SailGP und weitere nationale und internationale Regatten und ihre Protagonisten. Lieblingsdisziplin: Portraits von und Interviews mit Segelsportpersönlichkeiten.

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