Im Alicante herrschte am Samstag eine erwartungsvolle Aufbruchstimmung. Während die gespannte Segelwelt auf den spanischen Küstenort blickte, genossen die Besucher vor Ort ein gelungenes Schauprogramm und das erste "Säbelrasseln" der sieben teilnehmenden Teams, die sich ihren Fans erst bei einer Parade präsentierten, bevor sie mit ihren VO-65-Yachten zum In-Port-Rennen ablegten. Wie intelligent und modern die neuen Yachten gebaut sind, war im Hafen und auf dem Wasser im direkten Vergleich zu einigen namhaften Vorgängerinnen wie der legendären "Flyer", aber auch "Djuice", "Pirates of the Caribbean" oder "Brasil" auf einen Blick zu sehen.
Noch tiefere Einblicke in die Geschichte gewährt in Alicante das dort ständig beheimatete und an diesem Wochenende besonders hochfrequentierte Volvo Ocean Race Museum. Dazu servierten die Veranstalter im Race Village Live-Acts wie die "Grinder-Experience" oder den Segelsimulator für kleine und große Seh- und Seeleute. Zu den Publikumsmagneten zählt ein längs durchgeschnittener VO-65-Racer in Originalgröße, an dem Tausende Besucher mit großen Augen stehen blieben und genau sehen konnten, wie die Crews während ihrer Einsätze unter Deck arbeiten und leben. Das Motto des Tages, der den offiziellen Startschuss zur zwölften Auflage des bekanntesten Mannschaftsrennens um die Welt markierte, lieferte Team Brunels Skipper Bouwe Bekking in einer kurzen Ansprache an seine Crew: "Ihr habt viele Monate hart geschuftet. Jetzt geht da raus und habt Spaß!"
Den hatte das internationale Team unter holländischer Flagge zum Auftakt, auch wenn es nicht zum Prestige-Sieg im Schaurennen reichte. Bouwe Bekkings Team Brunel belegte Platz vier im In-Port-Race, dessen Ergebnis zwar nicht mehr wie früher in die Gesamtwertung einfließt, dem einen oder anderen aber dennoch als kleiner Hinweis auf die potentielle Leistungsfähigkeit der Mannschaften dienen mag. Eine schwache Vorstellung lieferten das Frauenteam SCA und Team Vestas. Den Sieg sicherte sich Team Alvimedica vor Ian Walkers Abu Dhabi Ocean Racing und der spanischen "Mapfre". Die Boote beeindruckten ihre Beobachter beim Kurzrennen mehr als die Resultate und versprachen als sportliche Geschosse großen Segelsport für die kommenden Monate.
Wiederholung In-Port-Race Alicante
Und sogar für die nächsten Jahre. Volvo-Ocean-Race-Boss Knut Frostad nahm die Eröffnung des Rennens zum Anlass, bereits die nächste 13. Auflage des Klassikers anzukündigen. Frostad sagte außerdem: "Ich war nie optimistischer als heute. Es ist die Einstellung zu diesem Rennen, die für die größte Veränderung gesorgt hat. Sie erinnert mich an die Zeiten, in denen ich als junger Segler durchgestartet bin. Die Teams haben verstanden, dass Teilen funktioniert. Ich blicke sehr optimistisch in Richtung zukünftiger Auflagen."
Die erste Etappe der neun Monate und 38.739 Seemeilen langen Hatz um den Globus beginnt am 11. Oktober. Eine Woche haben die Teams noch Zeit, sich auf die Härteprüfung für Mensch und Material vorzubereiten, bevor sie mit Kurs auf Kapstadt die Segel setzen. Drei bis vier Wochen wird der erste Schlagabtausch dauern.

Freie Reporterin Sport