Heute ist so etwas wie ein Entscheidungstag auf dieser dritten Etappe des Volvo Ocean Race. Die ersten vier Boote, Telefonica, Groupama, Camper und Abu Dhabi, sind auf der Buckelpiste zur südvietnamesischen Küste, werden von steifer Brise und steilen Seen gebeutelt. Ken Read und sein Puma-Team hingegen beschlossen vorgestern, einen langen Holeschlag nach Osten zu riskieren, der sie zwar rechnerisch 120 Meilen zurückwarf, doch möglicherweise dicke Dividenden in Form von besseren Bedingungen bezahlt.
Telefonica hat als Erste unter Land gewendet, womit Groupama mathematisch die Führung übernahm, doch Puma war bei der heutigen Frühschicht das deutlich schnellste Boot mit 14,6 Knoten Schnitt und beginnt damit, rasant Boden gutzumachen. „Schön langsam sieht das gut aus, aber es gibt noch Risiken”, sagt Meteorologe Gonzalo Infante. „Auf der östlichsten Position werden sie von einem Rechtsdreher profitieren, und sie werden den starken Gegenstrom entlang der vietnamesischen Küste vermeiden.” Doch bevor Puma bei den anderen abkassieren kann, müssen sie vorsichtig durch ein Gebiet navigieren, das wegen seiner Untiefen und Felsen trefflicherweise als „Dangerous Ground” bezeichnet wird.
Auch wenn die vorhergesagten Windspitzen „nur” bei 25 Knoten liegen, bocken die Boote heftig, sodass praktisch alle einen Gang zurückschalten müssen, um sich und ihr Fahrzeug vor Schaden zu bewahren. Für die vorderen vier kommt noch das erschöpfende Spiel von „Tack & Stack” dazu, das ist das mühsame Umschichten von Segeln und Hausrat an bzw. unter Deck, das jeder Wende folgt. Und wenden werden sie ziemlich oft müssen, wenn sie sich der Küste Vietnams entlang Richtung Ziel hangeln. Die Ankunft der Etappensieger in Sanya wird für den 4. Februar erwartet.
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