Volvo Ocean RaceIm langen Schatten der Insel

Lars Bolle

 · 11.01.2015

Volvo Ocean Race: Im langen Schatten der InselFoto: Sam Greenfield/Dongfeng Race Team/Volvo Ocean Race
Dongfeng Race Team hat das Geschwindigkeitsrennen im Arabischen Meer gewonnen
Die Südspitze Indiens ist erreicht, das zweite Fünftel der Etappe geht zu Ende. Dongfeng Race Team überzeugt mit deutlich mehr Speed

"Diese Etappe besteht aus fünf Abschnitten", schreibt Abu-Dhabi-Skipper Ian Walker. "Der erste war das Verlassen des Golfes, dann das Geschwindigkeits-Rennen nach Sri Lanka, danach die Überquerung des Golfes von Bengalen, die Malakka-Straße und zuletzt der lange Schlag nach Sanya."

Mit dem zweiten Teilabschnitt, der sich nun dem Ende zuneigt, ist der Brite nicht ganz zufrieden. "Die Reichen wurden reicher, das Feld hat sich auseinandergezogen." Heute Morgen lagen 81 Seemeilen zwischen dem führenden Dongfeng Race Team und Team SCA am Ende.

  Die Positionen am MorgenFoto: Volvo Ocean Race Die Positionen am Morgen

"Es gibt keinen Zweifel", so Walker weiter, "dass Dongfeng seine Sache sehr gut gemacht hat. Das zeigt, wie wichtig Bootsgeschwindigkeit ist und wie groß die Unterschiede trotz Einheitsklasse sein können. Alle haben mehr oder weniger dieselbe Route gesegelt."

  Die aktuelle Windsituation: Die Düse zwischen Indien und Sri Lanka und die Abdeckungszone der InselFoto: http://earth.nullschool.net/ Die aktuelle Windsituation: Die Düse zwischen Indien und Sri Lanka und die Abdeckungszone der Insel

Offenbar hat das Dongfeng-Team einen zusätzlichen Gang gefunden, beschwerte sich doch Skipper Charles Caudrelier noch am Ende der zweiten Etappe, dass ihm Team Brunel einfach durch mehr Geschwindigkeit davongefahren sei und er nicht wisse, was sie anders gemacht hätten. Nun dreht er den Spieß offenbar um.

Jetzt steht die Passage Sri Lankas an, bevor in den Golf von Bengalen angeluvt werden kann. Auch dieses kurze Teilstück verspricht anspruchsvoll zu werden. Dongfeng ist am weitesten in Luv positioniert, kommt damit als Erste in den Genuss der Düse zwischen Sri Lanka und Indien. Dafür liegt das Team danach aber auch dichter an der Insel und damit weiter im Windschatten. Skipper Caudrelier schreibt dazu: "Wie nah dürfen wir passieren? Eine unmögliche Entscheidung. Sri Lanka ist mehr als 2000 Meter hoch und erzeugt einen Windschatten von mehr als 200 Kilometern. Wir können weiter südlich gehen, was aber sehr viele zusätzliche Meilen bedeuten würde, und so viel mehr Wind ist dort auch nicht. Es könnte der Schlüssel zum Sieg auf dieser Etappe werden, doch leider braucht man mehr Glück als Erfahrung. Wir mögen das nicht."

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Lars Bolle

Lars Bolle

Chefredakteur Digital

Lars Bolle ist Chefredakteur Digital und Gründer von YACHT-Online. Viele Jahre war der Diplom-Sportwissenschaftler als Redakteur der YACHT in den Bereichen Sport und Seemannschaft tätig und hat die größten Segelsport-Veranstaltungen der Welt begleitet, vom America's Cup bis zu Olympischen Spielen. Seine persönliche Segel-Vita reicht vom Leistungssport in der Jolle (Deutscher Meister 1992 im Finn Dinghi) über historische und moderne Jollenkreuzer bis hin zu europaweiten Charter-Törns.

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