Volvo Ocean RaceGroupama steigt in Königsklasse ein

Andreas Fritsch

 · 03.11.2009

Volvo Ocean Race: Groupama steigt in Königsklasse ein
Erster Entwurf des Groupama-Volvo-70, designt von Juan Kouyoumdjian
Französischer Maxi-Multihull-Sponsor gibt mit Franck Cammas die Teilnahme am Hochsee-Klassiker bekannt

Für eine handfeste Überraschung sorgten Team und Sponsor des Franzosen, die in Brest eigentlich zur letzten Pressekonferenz vor dem Start mit ihrem 32-Meter-Tri "Groupama 3" zum Jules-Verne-Trophy-Rekordversuch geladen hatten.

Während sich die Segelwelt auf den bevorstehenden Showdown der beiden schnellsten und größten Segel-Maschinen der Welt konzentriert, dem Duell für die schnellste Weltumsegelung zwischen Cammas "Groupama 3" und dem 40-Meter-Monster-Tri "Banque Populaire V", schauen die Sponsoren bereits nach vorn: "Groupama entwickelt sein Geschäftsfeld in Übersee stetig und erwirtschaftet dort 30 Prozent des Umsatzes", so Pressesprecher Frederique Granado in Brest. Dieser Internationalisierung des Geschäfts wolle man nun mit einer Teilnahme am Volvo Race Rechnung tragen.

Groupama ist neben dem italienischen Team von Giovanni Soldini das zweite Team, das verbindlich für das Volvo Race gemeldet hat. Dass ein spanisches Boot ins Rennen geht, gilt allerdings angesichts des Starthafens Alicante als sehr wahrscheinlich.

Der Überraschungs-Coup wird perfekt durch die Verkündung, dass das Team mit Juan Kouyoumdjian bereits den erfolgreichsten Designer der Volvo-70-Klasse verpflichtet hat. Er hat die beiden letzten Sieger-Boote für Ericsson und davor ABN-Amro gezeichnet.

  Franck Cammas Franck Cammas

Franck Cammas zeigte sich stolz über das neue Ziel seines Teams: "Angesichts Zeiten, in denen viele große Sport-Sponsoren ihre Teams verlassen, beweist Groupama großes Vertrauen in mich. Das wird uns für unsere Leistung bei der bevorstehenden Jules Verne Trophy nur anspornen."

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Der Franzose und sein Team sind nun auf Standby für den Rekordversuch für die schnellste Nonstop-Weltumsegelung, die zurzeit mit knapp über 50 Tagen noch immer Bruno Peyron mit seinem Maxi-Kat "Orange II" hält.

Andreas Fritsch

Andreas Fritsch

Freier Autor

Andreas Fritsch segelte seit Kindesbeinen an, erst mit der Jolle, später mit eigenen Kielschiffen auf der Elbe und der Ostsee. Ab 1997 arbeitete er für die YACHT, ab 2001 schwerpunktmäßig im Bereich Reise und Charter. Er war in fast allen Revieren weltweit unterwegs und gilt als Charter-Experte. Er hat zwei Revierführer für das Mittelmeer geschrieben. Seit einigen Jahren segelt er mit einem GFK-Klassiker vom Typ Grinde auf der Ostsee und arbeitet aktuell als Freier Autor für YACHT und BOOTE.

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