Auch wenn Franck Cammas ein Rookie beim Volvo Ocean Race ist, kann man ihn schwerlich als Anfänger bezeichnen. Immerhin hält er mit 48 Tagen (noch) den Rekord für die schnellste Nonstop-Weltumsegelung. Ob der von „Banque Populaire V” gebrochen werden kann, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Doch als Multihullspezialist ist Cammas nicht nur Fachmann für hohe Geschwindigkeiten, sondern auch die optimalen Windeinfallswinkel, die man dazu braucht.
Als einziges Team wählten die Franzosen zuerst eine südliche, dann eine östliche Kurslinie auf dieser verrückten zweiten Etappe. In den vergangenen 24 Stunden, auf dem Weg nach Norden, wurden sie für ihre Risikofreudigkeit mit raumer Brise und deutlich höherer Geschwindigkeit belohnt, mit der sie in prompt Führung gingen, während der Rest des Feldes weiter westlich gegenan knüppeln musste.
„Nach der ersten Etappe hatten wir einen Komplex, wir wollten nicht wieder allein irgendwohin segeln”, gestand Cammas. „Als wir aber das riesige Tor im Süden der Front sahen, sind wir hin, doch keiner fuhr mit.” Für ihn ist dies auch eine bessere Zeit, weil seine Leute zur Abwechslung mal lächeln, wenn die Positionen der anderen Boote gemeldet werden.
Puma war eines derjeningen Teams, die sich sowohl die Westoption von Sanya als auch Groupamas Taktik auf der anderen Seite überlegten, am Ende aber doch beim Feld und besonders bei Telefonica in der Kursmitte blieben. „Respekt vor den Franzosen, die haben die Sache selbst in die Hand genommen. Sie sind bei ihrem Schlachtplan geblieben, und das zahlt sich zumindest im Moment aus”, sagte Puma-Skipper Ken Read, derzeit auf dem dritten Platz liegend. Er sei zufrieden mit der Performance des Bootes und der derzeitigen Position. Denn er weiß, dass es in den nächsten Tagen, beim Durchsegeln der Innertropischen Konvergenzzone, schon wieder ganz anders aussehen kann.
Sanya ist unterdessen auf Madagaskar eingetroffen und hat mit der Reparatur des Riggs begonnen. „Bei uns liegt viel an, weil es sich um ein größeres Problem handelt als bloß um den Tausch eines Stags”, sagt Skipper Mike Sanderson. Man werde die Wanten auf beiden Seiten tauschen, und das sei ein ziemlich dicker Job. Sanya muss diesen Teil des Rennens bis zum geheimen Ziel aus eigener Kraft fertigsegeln, um wenigstens die Punkte für den letzten Platz zu bekommen, selbst wenn sie es nicht bis nach Abu Dhabi zum eigentlichen Etappenziel und dem dortigen In-Port Race schaffen sollten.
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